Bäume mit Schnauzen

Neue Kunst in der Zederpassage

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Bis zur langen Kunstnacht hängen die aktuellen Werke in der Zederpassage. Vernissage war am Samstag, die Einführungsrede hielt Kulturbürgermeister Axel Flörke.

Landsberg – Der Stadtrat hat es beschlossen: Die Zederpassage wird umgewidmet. Ein neuer Galerieverein ist in Gründung. Und nach der langen Kunstnacht soll renoviert werden. Bis dahin sind in der Passage seit vergangenen Samstag die Werke von fünf Künstlern des RBK und zweien der IWL zu sehen: Gemälde, Objekte, Papiertypographie, Fotografien oder am Computer entstandene Arbeiten – Vielfältigkeit entlang des Durchgangs.

Gleich am Anfang grüßen die zwei IWL-Künstler: Benjamin Lips und Anna Wallner. Lips malt teilweise impressionistisch, teilweise sind auch Arbeiten zu finden, die in ihrer farbigen Flächigkeit am Expressionismus schnuppern. Wallner experimentiert mit Collagen und Malerei auf Gold – als Material der Kostbarkeit und der Transzendenz für sie von Bedeutung. Eine Figur von Niki de Saint Phalle, die sie auf verwaschenem Golduntergrund collagiert. Oder Holzpuppen, die sich vor Gold „begegnen“.

Helmut und Gabriele Hager widmen sich Bäumen. Insbesondere deren Rinde. Helmut fotografiert Einritzungen und stellt sie frei – erzeugt Symbole, deren Deutung durch Gedichte erfolgt. Eine Wellenlinie wird zu „In der Baumkrone sitzend, träum ich vom Meer“. Gabriele malt „Nature Aliens“, erhabene Äste auf schwarzem Grund. Daneben wieder Fotografien – die „Natur-Außerirdischen“: Äste mit Augen. Und Schnauzen.

Illustrator Jürgen Rogner erzeugt gerne Szenarien, die das Ende der Menschheit und den Sieg der Natur darstellen. In der Passage, ist hingegen Leichtigkeit zu sehen: am Computer entstandene, luzide Strandbilder, detailverliebt. Ein Direktflug nach Italien. Die zukünftige IKG-Kunstlehrerin Hanna Zwerger verfremdet. Nicht in der Form, sondern in der Farbe. Landschaften im Wildpark, am Baggersee in Penzing, mal ganz anders. Teilweise schwappen die Bilder in Negative: schwarzer Himmel, weiße Bäume. Abschließend blinken Klaus Strahlendorffs Arbeiten: Farbkonstruktionen in einer Art Typographie auf weißem Papier. Spielwiesen für die Fantasie.

In dem „Inklusionspavillon“, der eine dauerhafte Einrichtung innerhalb der RBK-Zederpassage werden wird, sollen zukünftig auch Live-Aktionen stattfinden. In welcher Form, sei noch nicht ganz klar, sagt Kulturreferent Axel Flörke. „Aber wir wollen die Leute an die Kunst heranführen. Und hier im Lauf der Zeit ein Zentrum der Kunst entstehen lassen. Denn Kunst gehört zum Leben.“

Susanne Greiner

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