8.000 Quadratmeter Blühfläche:

"So biologisch wie möglich"

+
8.000 Quadratmeter Blühfläche für Spaziergänger und Natur – Lorenz Zöpf gibt mit der Aussaat Ende Mai den Startschuss für ein buntes Vorhaben.

Landsberg – „So weit die Hände reichen“, möchte sich ­Lorenz Zöpf für die Natur einsetzen. Und dabei stieß der Imker zuletzt auf eine originelle Idee: Eine Blühfläche, von deren Anblick die Fußgänger, Fahrradfahrer und insbesondere auch die Tiere profitieren sollen.

Ein Radiobeitrag sei der Ursprung von Zöpfs Unternehmungen gewesen: Dort hörte der Landsberger, in Niederbayern gebe es eine mehrjährige Blühfläche, die gemeinsam mit Experten aus Weihenstephan angelegt werde.

Da der Imker seinen eigenen Grund und Boden hinterhalb des Englischen Gartens am Zehnerweg zuletzt nicht mehr verpachtet hatte, folgte er dem niederbayerischen Beispiel. Besonders der Landesbund für Vogelschutz (LBV) unterstützte bei der Umsetzung und öffnete Zöpf mehrere Türen, um an das passende Saatgut zu kommen. Hintergrund der Kontaktvermittlung: Gibt es keine Insekten mehr, können auch Vögel nicht überleben. Die Blühfläche, so Zöpfs Einschätzung, machen sich vor allem die Insekten zu Nutze und sichern dadurch gleichzeitig die Existenz der Vögel.

Hergerichtet ist die über 8.000 Quadratmeter große Fläche bereits. Sobald die Eisheiligen durchs Land gezogen sind, will Lorenz Zöpf das Saatgut ausbringen – das Motto dabei: „So biologisch wie möglich“.

Um schon in diesem Jahr erste Ergebnisse zu sehen, weiß der Imker: „Die Herausforderung besteht darin, das richtige Mischverhältnis zu finden.“ Schließlich würden nicht alle ausgebrachten Samen schon in diesem Jahr blühen. „Die meisten bilden im ersten Jahr nur Bodenrosetten“, erklärt Zöpf. Damit die Fußgänger sich aber nicht wundern, „warum auf der Blühfläche nichts blüht“, würde gemeinsam mit Weihenstephan eine Mixtur entwickelt, die schon heuer erste Blüten ans Tageslicht bringt.

Finanziert wird die Fläche zunächst von Zöpfs „Zehnerwald­-Imkerei“ – etwa 2.000 Euro kostet das Saatgut. Gefördert wird er von Rewe-Filialenbetreiber Markus Lischka, der in seinem Sortiment auf regionale Produkte setzt und unter anderem „Zehnerwaldhonig“ vertreibt. Da auch die Bienen der an der Blühfläche anliegenden Imkerei von den natürlichen Blüten profitieren, zählt auch Lischka zu den Projekt-Unterstützern.

Um noch weitere Landsberger an der Fläche teilhaben zu lassen, hatte ein Fußgänger einen Anstoß für Zöpf parat. Denn wer zehre mehr von dem schönen Anblick des Feldes als die Spaziergänger? Folgender Deal kam Zöpf deshalb in den Sinn: „Wer sich beteiligen will, kann Saatgut für die Blühfläche spenden und erhält im Gegenzug ein Glas Honig.“ Daraus ergebe sich ein schöner Nebeneffekt: „Die Leute fühlen sich auch verantwortlich für die Fläche und sind Teil des Ganzen.“

Marco Tobisch

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
VR-Siegerin wie Südstaatenlady
VR-Siegerin wie Südstaatenlady
Gaststätten-Zeiten passé
Gaststätten-Zeiten passé
Söder im Nachthemd
Söder im Nachthemd

Kommentare