Zeichen der Versöhnung

Die Bürgermeisterin der tschechischen Gemeinde Lomnice nad Lužnicí, Iva Nováková, bringt zum Symbol der Freundschaft und Versöhnung zusammen mit Herbert Kirsch eine Messingtafel am Freundschaftsbaum in den Dießener Seeanlagen an. Fotos: Bentele

„Dießen ist ein wunderbarer Ort und wir haben eine Menge Inspiration bekommen für die Zukunft.“ Diesen Eindruck hat Iva Nováková, Ingenieurin und Bürgermeisterin von Dießens tschechischer Partnergemeinde Lomnice nad Lužnicí, bei ihrem ersten Besuch erhalten. Der Jugendaustausch zwischen den Schulen und fachliche Begegnungen mit den Feuerwehren sei ihr erstes Etappenziel, das sie mit der Städtepartnerschaft erreichen möchte. Mit einer Delegation aus dem Rathaus und dem Folklore-Ensemble Jávor verbrachte sie zwei Tage am Westufer. Ein Höhepunkt war der Festakt beim Freundschaftsbaum in den Seeanlagen, der vor fünf Jahren gepflanzt wurde und dessen Symbolcharakter jetzt noch mit einer Messingtafel unterstrichen wurde.

Seit fünf Jahren sind Dießen und Lomnice Partner. Die Freundschaft wurzelt schon 21 Jahre lang im engen Austausch mit dem Heimat- und Trachtenverein Dießen–St. Georgen und dem Folklore Ensemble Jávor. Iva Nováková, die seit zwei Jahren Rathauschefin ist, möch-te die Partnerschaft intensivieren und hofft auf regelmäßige Kontakte. Vor allem mit der Jugend. Ihre Zielgruppe seien die 14-Jährigen, die im Sinne des geeinten Europa miteinander kommunizieren sollen. Auch das Rettungswesen läge ihr am Herzen. 56 Männer sind in Lomnice aktiv bei der Feuerwehr, deren Vorsitzender der 2. Bürgermeister, Vladimir Vácha, ist. Einmal stünde das 135-jährige Gründungsfest der Floriansjünger an und zum anderen würde er gerne zu den jährlichen Schau- und Vorführtagen eine Abordnung der Dießener Feuerwehr einladen. Anknüpfungspunkte gäbe es aber noch viel mehr. Zum einen, so betonte Stadtratsmitglied Miroslav Bina hätte sich in Lomnice eine Kunstgalerie etabliert, die über ausländische Kontakte Kunstbegegnung suche. Auch sei für die Zukunft der Kontakt mit Ammerseefischern interessant, weil Lomnice (Region Trebon) über ein vernetztes Teichsystem einen Teil seiner Wirtschaftskraft aus der Fischwirtschaft rekrutiere. Regen Anteil nahm die Dießener Bevölkerung an den böhmischen Gästen und suchte das Gespräch mit den Lomnicer. Gelegenheit gab es beim Freundschaftsbaum in den Seeanlagen. Die kleine Eiche möge wie unsere Freundschaft immer besser gedeihen, hoffte Iva Nováková und Herbert Kirsch betonte, wie wichtig es ist, dass Europa zusammenwächst „noch mehr setze ich auf Zeichen der Versöhnung“, sagte er im Hinblick auf die dunkle Vergangenheit während des Zweiten Weltkriegs. Das Zeichen der Versöhnung symbolisiert eine Messingtafel für den Eichenbaum, das in der Dießener Kunstschmiede Walter Spensberger angefertigt wurde. Die zwei Bürgermeister hatten das Ehrenamt, miteinander die Messingtafel anzuschrauben. Der große Heimatabend vor dem Unterbräu bündelte dann gut und gern 500 Besucher, die sich über Schuhplatter vom Dießener Trachtenverein freuten und vor allem das Folklore Ensemble Jávor bestaunten. Die offenen Tanzrunden, begleitet von Tanzmeister Magnus Kaindl lockten so viele Tanzpaare auf die Bühne, dass es zwischen ganz schön eng wurde. Die politische Delegation mit Bürgermeisterin Iva Nováková, 2. Bürgermeister Vladimir Vácha und Ehefrau Hana, mit Miroslav Bina (Stadtabgeordneter), Alena Zvánovcová (Schulvertreterin), Josef Zvánovec von der Baukommission und Kulturreferentin und Leiterin des Ensembles Jávor Marcela Bozovska überzeugte sich abschließend bei einer Dampferfahrt von den Besonderheiten des Tourismus in der Ammersee-Region.

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