Zeit für die musikalischen Vorlieben

Christoph Hartmann (rechts) und das Ensemble Berlin sind bereits zum 13. Mal mit den Sommermusiken in Landsberg zu Gast. Foto: Privat

Während die großen Konzertsäle im Sommer ihre Tore schließen und sich auf die neue Spielzeit vorbereiten, verlassen die Orche­stermusiker ihre angestammten Konzerthäuser, um sich vom Berufsalltag zu erholen. Was aber ein echter Musiker aus Fleisch und Blut ist, vermag selten sein Instrument für mehrere Wochen in die Ecke zu verbannen. Vielmehr bietet die Sommerzeit ihm die beste Gelegenheit, selbständig Ideen und Projekte zu verwirklichen. So macht es seit nunmehr 13 Jahren Christoph Hartmann, gemeinsam mit seinem aus befreundeten Musikern und Mitgliedern der Berliner Philharmoniker bestehenden Ensemble Berlin. Am 8. und 10. Juli gibt es wieder die „Landsberger Sommermusiken“.

Oboist Christoph Hartmann, dessen „Stammorchester“ die Berliner Philharmoniker sind, kehrt jährlich in seine Heimatstadt zurück, wo er die von ihm gegründeten Landsberger Sommermusiken leitet. Über die Jahre hinweg hat sich eine einmalige Symbiose zwischen seinem Ensemble Berlin und der Stadt Landsberg entwickelt, die auf gegenseitiger Zuwendung und Freundschaft beruht anstatt auf zähem Ringen um Verträge und Honorare. Hier können Hartmann und das Ensemble Berlin das Zusammensein mit Freunden und Familie sowie den Spaß am gemeinsamen Musizieren mitei­- nander verbinden, was für alle Beteiligten den besonderen Reiz dieses idyllischen Festivals ausmacht. Reizvoll sind die Sommermusiken jedoch nicht nur für die Musiker, sondern vor allem für die Konzertbesucher: Die Spielfreude und Herzlichkeit, die die Musiker während ihrer Konzerte versprühen, übertragen sich unmittelbar auf das Publikum und werden von Landsbergern und auswärtigen Gästen jedes Jahr wieder mit Freude erwartet. Der Erfolg dieses liebevoll geplanten Festivals spricht für sich: Die Konzerte sind stets ausverkauft. Der Grund hierfür ist nicht allein die hervorragende künstlerische Leistung des Ensembles Berlin und seiner Gäste, sondern auch die Auswahl des gebotenen Programms. Klassische Besetzungen und Standardrepertoires werden aufgelockert mit überraschenden und ausgefeilten Arrangements für verschiedene Orchester- und Kammermusikwerke. In diesem Jahr beispielsweise darf sich das Publikum auf die Bearbeitung zweier Werke von Richard Strauss freuen, die speziell für das Ensembles Berlin erstellt wurden: Strauss‘ Tondichtung Don Quixote erklingt in Form eines Septetts, und seine Orchestersuite „Der Bürger als Edelmann“ wird in einer Bearbei­- tung von Guy Braunstein für Oktett mit der Textfassung von Sir Peter Ustinov aufgeführt. Die Texte liest Schauspieler Hans-Jürgen Schatz, der neben seinen zahlreichen Fernseh- und Theaterrollen vor allem mit seinen Lesungen große Erfolge feiert und inzwischen fast zu einem festen Bestandteil der Sommermusiken geworden ist. Ergänzt werden die Konzertprogramme der zwei Abende durch Kammermusikwerke von Johann Nepomuk Hummel, Henri Brod und Samuel Barbers: Summer Music – wie sollte es anders sein.

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