"Zickenkrieg" in Erpfting

Im Mittelpunkt des „Erpftinger Zickenkrieges“ zwischen den Stadträtinnen Martha Morgmann (UBV, links) und Petra Kohler-Ettner (CSU, rechts) steht die geplante Verlegung der Skaterbahn (Foto) in die Nähe des Stadtteiles. Fotos: Schwaiger/kb

Hier der Mehrgenerationenpark (Am Kornfeld), dort das Mehrgenerationenhaus (AWO Lechstraße). Jung und Alt in Eintracht neben- und miteinan- der ist das Gebot der Stunde. Nicht so im Stadtrat. Da liefern sich doch die Senioren- und die Jugendreferentin, Martha Borgmann (UBV) und Petra Kohler-Ettner (CSU), ein erbittertes Gefecht um den Skatepark in Erpfting. Soll er an anderer Stelle neu angelegt oder nur saniert werden? Weil Alt gegen längst Beschlossenes via Unterschriftensammlung vorgeht, zieht Jung nach, will damit ein „Missverständnis“ aus dem Weg räumen.

Rückblick: Im November vergangenen Jahres beschloss der Finanzausschuss auf Antrag der damals noch in Erpfting wohnenden Jugendreferentin Petra Kohler-Ettner, die finanziellen Mittel für einen neuen Jugendplatz in den Haushalt einzustellen. Westlich der Wertstoffsammelstelle in der Eichkapellen­- straße, so der Beschluss, könne man das Projekt auf 600 Quadratmeter Grund der Stadt realisieren. Vorab sei dafür noch ein Bebauungsplan aufzustellen. Genug Jugendliche Den Standortvorschlag bezeichnete Borgmann damals öffentlich als „Zumutung“. Sie werde sich mit allen Mitteln dagegen wehren und Unterschriften gegen das Vorhaben sammeln. „Wir haben doch jetzt schon genug Jugendliche um uns rum“, ergriff die Seniorenreferentin aus Erpfting das Wort für sich und ihre Nachbarn im Wohngebiet Eicheteile. Es liegt rund 200 Meter vom geplanten neuen Jugendplatz entfernt. Gesagt, getan, nachdem sie es auf 79 Unterschriften gebracht hatte, hörte Martha Borgmann auf zu sammeln. Die Liste fügte sie im Juli ihrem Antrag an den Stadtrat bei. Darin forderte sie, die Skateboardbahn an der Verbindungsstraße Landsberg-Erpfting nicht zu verlegen, sondern lediglich zu ertüchtigen und darüber hinaus mit einer Unterstellhütte für die Jugendlichen auszustatten. "Nur Ruhestörer" Das wiederum rief Petra Kohler-Ettner auf den Plan. Ihrer Ansicht nach habe die Aktion bei Jugendlichen, deren Eltern und anderen Erpftingern „großen Unmut“ hervorgerufen; und zwar so groß, dass sie ihrerseits eine Unterschriften­sammlung startete – garniert mit einem sehr direkten Schreiben. Hintergrund der Aktion Martha Borgmanns sei „kein Pro-Jugend-Argument“, klärt die CSU-Stadt­rätin die „lieben Erpftinger“ auf. Mehrfach habe ihre Ratskollegin in der Vergangenheit gegen Aktionen für Jugendliche gestimmt: etwa das Buswartehäuschen oder die Hütte am Fußballplatz. Sie, Kohler-Ettner, habe den Eindruck, dass die Seniorenreferentin in Kindern und Jugendlichen „nur Ruhestörer und Verschmutzer“ sieht. 194 Unterschriften für einen neuen Jugendplatz legte Kohler-Ettner jetzt auf den Tisch des Stadtoberhauptes. Sie sei angesichts solcher Vorwürfe „tief erschüttert“, sagt Borgmann. Sie ist auch wütend. „Sollte dieser Brief so in Erpfting die Runde gemacht haben, wird Frau Kohler-Ettner Schwierigkeiten bekommen“, fährt sie die nächste Drohkulisse auf. Weiter stellt sie klar: „Ich genieße es, spielende Kinder vor meiner Haustüre zu haben.“ Mit Blick auf den Skaterplatz sei sie der Ansicht, dass sich die Jugendlichen freier und ungestörter bewegen könnten, wenn die Anlage eben nicht näher an die Wohnbebauung rücke. Chefsache? Den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Skatepark Erpfting“ sollte der Stadtrat am vergangenen Mittwoch fassen. Zudem standen die Anträge von UBV und CSU, lediglich sanieren bzw. 70000 Euro für den Neubau in den Haushalt einstellen, zur Abstimmung. Ein Ergebnis gab’s nicht, denn auf Antrag Kohler-Ettners wurde das Thema auf die Stadtratssitzung am 27. Oktober vertagt. Die Jugendreferentin hatte sich zuvor erstaunt gezeigt, dass der neue Jugendplatz mit Skateanlage, Streethockeyplatz und überdachtem Treffpunkt in der Vorlage der Verwaltung nicht östlich, sondern westlich des Wert­- stoffhofes vorgesehen ist – wie vor einem Jahr bereits avisiert. Vielleicht aber sind das Thema selbst und der „Erpftinger Zickenkrieg“ – davon ist mittlerweile nicht nur in der Verwaltung die Rede – zur Chefsache geworden. Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) jedenfalls wurde am Mittwoch von Bür­ger­meister Norbert Kreuzer (CSU) vertreten…

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