Es "zieht" gewaltig in Utting

Viel Raum hat jüngst im Gemeinderat die Präsentation der Architektenvorschläge zur Sanierung der Gemeindewohnhäuser eingenommen. Auf der Grundlage der vorgetragenen Informationen, insbesondere zu energetischen Fragen, wird die Verwaltung nun einen Fahrplan zum weiteren Vorgehen ausarbeiten. Eine zusätzliche Entscheidungshilfe stellt eine Umfrage der SPD-Ortsgruppe dar, die im Herbst bei den Bewohnern durchgeführt wurde.

Demnach ist ein besonderes Augenmerk auf die Instandsetzung der Fenster und Heizungen zu werfen. Zum Teil wird noch mit Einzelöfen geheizt. Pro Siedlung wurde von Architektin Gudrun Krestel ein Haus untersucht. In der Kellersgartensiedlung, der ältesten der drei Gemeindesiedlungen, die 1951 erbaut wurde, stehen auf 4300 Quadratmeter drei Gebäude mit jeweils 143 Quadratmeter. Zur Schönbachsiedlung, Baujahr 1956, gehö- ren ebenfalls drei Gebäude mit jeweils vier Wohneinheiten auf 3000 Quadratmeter Fläche. Die Dyckerhoffsiedlung wurde 1961 erbaut. Hier stehen fünf Gebäude mit jeweils 185 Quadratmeter auf 4766 Quadratmeter Grund. Bei der Berechnung des Energieverbrauchs wurden Standardwerte zugrunde gelegt. So ging die Architektin zum Beispiel von einer Wohnungstemperatur von 19 Grad Clesius aus. Für ein durchschnittliches Haus in der Schönbachsiedlung mit vier Wohneinheiten bedeutet das, dass pro Jahr rund 5400 Liter Heizöl, 15 Ster Holz sowie Strom für die Warmwasserbereitung benötigt werden. Verdeutlicht wurden diese Werte auch durch ein Wärmebild, auf dem ein großer Wärmeverlust insbesondere im Bereich der Fenster deutlich wurde. Die Kosten für Dämmung (58000 Euro) und neue Fenster (28000 Euro) pro Haus sind nach Ansicht der Architekten bereits durch die Einsparung von Heizkosten beim Bau einer Pelletsheizung finanzierbar; sie würde rund 213000 Euro kosten. Während eine Vollsanierung Schritt für Schritt für 338000 Euro pro Haus umgesetzt werden könnte, müssten für den Neubau eines Hauses rund 455000 Euro aufgebracht werden. Die Sanierung würde sich nach Berechnung der Fachleute nach 22 Jahren amortisieren. Denkbar wäre in der Schönbachsiedlung auch der Ausbau der Dachgeschosse und der Bau eines weiteren Wohnhauses. Während bei der Dyckerhoffsiedlung im Jahr 1961 bereits eine Wärmedämmung an der Innenseite aufgebracht worden war, weist die Kellersgartensiedlung die schlech- teste Energiebilanz auf. Hier wurde mit ungedämmten 24er Ziegeln gearbeitet. Wünschenswert erscheint den Fachleuten auch die bessere Gestaltung und Nutzung des öffentlichen Raumes im Bereich der Dyckerhoffsiedlung. Am einfachsten gestalte sich die Sanierung der Schönbachsiedlung; mit sollte man nach Ansicht von Krestel und Brand beginnen. Auf Erdwärme warten? Karl Sauter sprach im Anschluss an die Präsentation auch das Thema Geothermie an: „Alle Hausbesitzer warten auf die Erdwärme.“ Vielleicht sei es deshalb klüger, mit der Erneuerung der Heizanlagen noch etwas zu warten. Michael Weber (FW) sprach sich für eine Vollsanierung und einem an Zielgruppen, wie Senioren oder Familien, orientierten Ausbau der 50 bis 60 Jahre alten Gebäude aus. Auch Helmut Schiller (SPD) plädierte dafür, gleich alle Wohnungen in Angriff zu nehmen. „Den 1,3 Millionen Euro für die Sanierung stehen jährliche Mieteinnahmen von 130000 Euro gegenüber. Das müsste doch zu machen sein.“

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