Zitternde Händchen

Benjamin Kobold hatte im Tor des TSV Landsberg alle Hände voll zu tun, um den wichtigen Sieg gegen Günzburg festzuhalten. Foto: Krivec

Durch ein Wechselbad der Gefühle mussten die Fans der Landsberger Handballer am Samstag beim Heimspiel in der Landesliga Süd gegen den VfL Günzburg. Auf eine klare Führung folgte ein Rückstand ehe der TSV am Schluss doch noch den verdienten Sieg davontrug. Trotz des 34:33-Erfolgs stehen die Landsberger weiterhin auf einem Abstiegsplatz.

Die Gastgeber begannen konzentriert in der Abwehr, störten früh und ließen so die Gäste kaum zur Entfaltung kommen. Immer wieder erarbeitete man sich in der Abwehr den Ball und nutzte die daraus resultierenden Gegenstöße sicher. Die Führung baute man so konsequent aus (8:2/12.) und hatte den Gegner gut im Griff. Dann ließ man sich jedoch von der bis dahin etwas verhaltenen Spielweise der Gegner einlullen und schaltete einen Gang zurück. In der Abwehr wurde nicht mehr so konsequent gedeckt und vorne leichtfertig Chancen vergeben. Günzburg dagegen agierte im Angriff nun beweglicher und nutzte den sich bietenden Spielraum zu Treffern aus dem Rückraum. Ausgerechnet der mit Abstand älteste Spieler der Gäste warf Tor um Tor und konnte von den Landsbergern kaum gestoppt werden. Ausgleich zur Pause Die Gastgeber ließen zwar immer wieder mal ihre Klasse aufblitzen und vergrößerten den Abstand kurzzeitig auch wieder (15:10/23.). Aber dem gegnerischen Rückraum ließ man nach wie vor zu viel Spielraum und im Angriff wurde man immer nervöser und fahriger (16:15/26.). Begünstigt durch Landsberger Fehlpässe konnten die Gäste kurz vor der Pause sogar noch den 17:17-Ausgleich erzielen. Nach den Pause geriet der TSV schnell in Unterzahl, musste den Führungstreffer hinnehmen und sich, dann wieder vollzählig, von den immer mehr in Schwung kommenden Gästen richtig ausspielen lassen. Den Rückstand holte man zwar schnell auf, fand jedoch gegen den Shooter der Gäste einfach kein Mittel. Glücklicherweise blieb man in dieser Phase durch die Treffer des engagierten Jörg Friedrich im Spiel und ging dann seinerseits wieder in Führung (24:22/44.). Jetzt wirkte das Landsberger Spiel wieder etwas stabiler. Aber die Gäste waren nicht bereit, so schnell aufzugeben und blieben dran. Zweimal zog Landsberg auf vier Tore weg, ließ aber immer wieder schnelle Gegentreffer zu (33:31/55.). Jetzt lagen die Nerven sichtbar blank. Wieder bekam man einen Abpraller nicht, traf aber wenigstens selbst. Dann kassierte man wieder in Unterzahl ein Tor, es lag wieder ein Unentschieden in der Luft. Aber in den letzten 30 Sekunden ging man dann doch so routiniert zu Werk, dass der Sieg nicht mehr in Gefahr geriet. Erleichterter Trainer „Ich habe der Mannschaft vor dem Spiel gesagt, das kann schwierig werden, aber wenn der Schiedsrichter abpfeift, müssen wir ein Tor mehr haben, wenigstens das haben wir geschafft“, so der Landsberger Trainer Hubert Müller nach dem Spiel. „15 Minuten hatten wir die Günzburger gut im Griff und das umgesetzt was wir uns vorgenommen haben. Dann war sich die Mannschaft offensichtlich zu sicher und hat deutlich nachgelassen. Da hat dann die Aggressivität in der Abwehr gefehlt und vorne gab es viele kleine Fehler und schlampige Abschlüsse. Und dann wieder auf Vollgas umzuschalten fällt jeder Mannschaft der Welt schwer. Und das ist doppelt schwer, wenn das Nervenkostüm so schwach ist wie bei uns zurzeit.“ Nächstes Wochenende geht es zum Tabellenführer nach Simbach. Dort hat man nichts zu verlieren, kann also unbeschwert aufspielen.

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