Zufriedenes Fischerherz – Ammersee: erfreuliche Renkenerträge, Zanderfänge enttäuschend

Die Berufsfischer der Fischereigenossenschaft Ammersee haben sich vergangenen Montag zu ihrer alljährlichen Jahreshauptversammlung getroffen. Es galt das vergangene Fangjahr Revue passieren zu lassen und die Weichen für 2009 zu stellen. Kein leichtes Unterfangen, denn die Prognose für 2009 ist nicht all zu gut.

Die Ammerseefischer sind zufrieden: Rund 45 Tonnen Renken haben die Berufsfischer in der letzten Saison mit ihren Netzen zusammen aus dem Ammersee gezogen und damit im Vergleich zu den vergangenen Jahren ein befriedigendes Fangergebnis erzielt. Die Renken waren durchweg von höchster Qualität und mit einem Durchschnittsgewicht von rund 200 Gramm entsprechend gut zu vermarkten. Wie Dr. Peter Wißmath, Fischereifachberater beim Bezirk Oberbayern, den Fischern in seinem Fachreferat berichtete, ist der Grund für die erfreuliche Entwicklung in der Renkenfischerei das Alter der Ammerseerenken. So waren im letzten Jahr vor allem fünfjährige Fische im See. Ein kleines Wunder, wenn man bedenkt, dass die Renken in den oberbayerischen Gewässern heute nur selten vier Jahre alt werden. Bedauerlicherweise scheint die Freude der Ammerseefischer aber nicht all zu lange anzudauern. Denn wie die monatlichen Versuchsfischereien des Bezirks zeigen, ist der Bestand an zwei-, drei- und vierjährigen Renken äußerst schwach. Wenn also die Fische nicht sechs Jahre alt werden, womit eigentlich nicht zu rechnen ist, dann wird es um die Renkenfischerei bereits in diesem Jahr wieder eher schlecht bestellt sein. Ein wenig Hoffnung gibt das Aufkommen des Renkenjahrgangs 2007. Doch bis die jetzt einjährigen Fische ein fangfähiges Alter erreichen, werden noch mindestens zwei Jahre vergehen. Die hiesigen Fischer sind dieses Auf und Ab inzwischen gewohnt. Man lebt mit und von der Natur und muss daher die Dinge nehmen wie sie kommen. „Ein See wie der Ammersee lässt sich halt nicht wie ein Teich bewirtschaften. Damit eine Fischart aufkommt muss alles passen und wenn es nicht passt, dann kann man auch mit Besatz die Erträge nicht steigern“, so der Uttinger Fischer und Biologe Bernhard Ernst in einer Pressemitteilung der Fischereigenossenschaft. Trotzdem dürfen die Ammerseefischer auf Besatzmaßnahmen nicht verzichten, schon allein um einen Fortbestand an Elterntieren sicherzustellen. Schlecht sind die Zeiten auch für Zanderliebhaber: Denn im Gegensatz zur Renkenfischerei war der Zanderertrag im vergangenen Jahr enttäuschend. Nach anfänglich schwachen Fängen kam die Zanderfischerei, wie bereits 2007, zu Herbstende nahezu vollständig zum Erliegen. Zanderbestand stärken Offensichtlich ist der Zanderbestand im Ammersee rückläufig. Dies kann viele Ursachen haben: „Die Fischart ist nicht vom Aussterben bedroht, aber wir müssen das unserige tun um den Zanderbestand wieder an die gewohnte Stärke heranzuführen“, so Ernst. Die Ammerseefischer haben ihre Zandernetze bereits an Silvester aus dem See genommen. Um zusätzlich Ruhezonen für die laichenden Zander zu schaffen, wurde auf der Jahreshauptversammlung beschlossen, vom 10. April bis 1. Mai sogar die gesamte Uferfischerei einzustellen. Entsprechend wurde auch der Beginn der Angelfischerei mit dem Boot um zwei Wochen nach hinten, auf den 1. Mai verlegt. Man hofft auf das Verständnis der Angler, „aber das Ganze macht ja keinen Sinn, wenn die Berufsfischer ihre Netze am 10. April aus dem Uferbereich entfernen und am 15. April dann die Angelfischer losziehen“, so Ernst. Im Übrigen beginnt die Angelfischerei auch an den meisten anderen oberbayerischen Seen erst mit dem 1. Mai. Bleibt zu hoffen, dass die auferlegte Zurückhaltung nicht umsonst ist. Da Renke und Zander regelmäßig mehr als Dreiviertel des Fangertrags der Ammerseefischer ausmachen, sieht die Fischerei- genossenschaft zunächst aber einem eher schweren Jahr entgegen. Bernhard Ernst: „Abwarten wie sich die Dinge entwickeln – wir geben die Hoffnung nie auf“.

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Landsberg verzeichnet massive Preissteigerung bei Grund & Boden
Landsberg verzeichnet massive Preissteigerung bei Grund & Boden
Geister steigen aus dem See
Geister steigen aus dem See
Umzug startet mit Schreck
Umzug startet mit Schreck

Kommentare