Landsberg, London, Los Angeles

Zuhause in der Welt: die Kunst des in Landsberg lebenden Frederic Paul 

1 von 15
Reispapier ist das Kennzeichen der Arbeiten Frederic Pauls. Seine Werke sind in der ganzen Welt zu sehen.
2 von 15
Reispapier ist das Kennzeichen der Arbeiten Frederic Pauls. Seine Werke sind in der ganzen Welt zu sehen.
3 von 15
Reispapier ist das Kennzeichen der Arbeiten Frederic Pauls. Seine Werke sind in der ganzen Welt zu sehen.
4 von 15
Reispapier ist das Kennzeichen der Arbeiten Frederic Pauls. Seine Werke sind in der ganzen Welt zu sehen.
5 von 15
Reispapier ist das Kennzeichen der Arbeiten Frederic Pauls. Seine Werke sind in der ganzen Welt zu sehen.
6 von 15
Reispapier ist das Kennzeichen der Arbeiten Frederic Pauls. Seine Werke sind in der ganzen Welt zu sehen.
7 von 15
Reispapier ist das Kennzeichen der Arbeiten Frederic Pauls. Seine Werke sind in der ganzen Welt zu sehen.
8 von 15
Reispapier ist das Kennzeichen der Arbeiten Frederic Pauls. Seine Werke sind in der ganzen Welt zu sehen.

Landsberg – Seit knapp zehn Jahren lebt und arbeitet der gebürtige Münchener Frederic Paul in Landsberg. Sein kleines Atelier, mitten in der Stadt, ist die kreative Keimzelle, in der Gemälde entstehen, die mittlerweile weltweit gefragt sind. Der 26-jährige mit philippinischen und deutschen Wurzeln konnte seinen gelernten Beruf an den Nagel hängen und widmet sich nun voll und ganz der Kunst. Der KREISBOTE hat mit Paul gesprochen.

Hatten Sie schon als Kind eine künstlerische Ader oder wie sind Sie zur Malerei gekommen?

Frederic Paul: „Mein Vater ist auch Künstler. Er hat zwar mehr für den privaten Bereich gearbeitet, aber so bin ich früh mit Öl und Kreide in Berührung gekommen.“

Wann haben Sie angefangen erste Arbeiten zu kreieren? Wahrscheinlich erst mal nur für Sie selbst, oder?

Paul: „Ich habe immer schon nebenbei etwas gemacht, aber eigentlich ging es 2014 los. Irgendwann habe ich auf großen Leinwände gemalt und meine Arbeiten stießen bei Freunden und Bekannten auf Interesse. Ich habe schließlich einige Werke bei Instagram online gestellt und schon bald kamen Anfragen, ob man die Bilder kaufen könne.“

Nachdem Ihre Arbeiten online zu sehen waren: Wie und wo hatten Sie Ihre erste Ausstellung?

Paul: „Ich kam Anfang 2015 von der Arbeit nach Hause und fand eine Email aus London in meinem Postfach. Die Brick Lane Gallery fragte an, ob ich an einer Gruppenausstellung teilnehmen möchte. Das war der eigentliche Startschuss und ich dachte nur: Wow! Es geht los! Fünf Bilder gingen dann auf die Reise nach London. Ich selbst war gar nicht vor Ort, aber im Nachhinein wurden sogar Bilder verkauft.“

Haben Sie dann ziemlich schnell einen Agenten gebraucht?

Paul: „Mein Lebensgefährte ist zum Glück auch mein Agent und Manager. Es ging kontinuierlich weiter. Das nächste Highlight war die ARTMUC 2017 in München. Danach habe ich meinen Job aufgegeben und begonnen, als freischaffender Künstler zu arbeiten. Es folgten Messen und Ausstellungen in Brüssel, Köln, Mykonos, New Jersey, Malmö und wiederum London.“

Wie würden Sie Ihre Bilder beschreiben?

Paul: „Es ist abstrakte Kunst. Ich arbeite mit einer Mischtechnik aus Ölfarben, Acrylfarben und Reispapier. Das Reispapier ist der rote Faden, der sich durch alle Bilder zieht und daran bin ich auch zu erkennen – egal, wo auf der Welt. Diesen eigenen Stil habe ich für mich über die Jahre entwickelt. Das ist heutzutage die Herausforderung, dass man etwas findet, was einen von den anderen unterscheidet. Ein Alleinstellungsmerkmal.“

Sie arbeiten detailliert, es handelt sich also um sehr aufwendige Arbeiten. Wie entstehen Ihre Werke?

Paul: „Für ein Bild brauche ich zwei bis vier Wochen, je nach Größe. Ich fange mehrere Bilder gleichzeitig an, weil ich immer wieder warten muss, bis andere Schichten getrocknet sind. Das Reispapier bekomme ich in einem Spezialgeschäft in Augsburg. Dieses Papier wird befeuchtet und muss anschließend trocknen. Daraus fertige ich einzelne kleine Blätter an, ähnlich wie Laub. Alles Handarbeit, jedes Blatt ist ein Unikat. Auf jedem Bild befinden sich mehrere Hundert kleine Reisblätter. Ich hatte mal versucht, meine Familie einzuspannen, aber die konnten es einfach nicht (lacht).“

Woher beziehen Sie Ihre Inspiration? Ihre Bilder strahlen eine sehr große Ruhe und Beschaulichkeit aus.

Paul: „Meine Hauptinspiration ist natürlich die Natur. Wenn wir reisen, sehe ich Städte und Landschaften, die sich in meinem Kopf verankern. Ich mache auch gar keine Fotos. Ich sauge alles auf und projiziere vieles aus meinem Unterbewusstsein auf die Leinwand. Vorbilder in der Kunst habe ich nicht wirklich, aber Claude Monet bewundere ich sehr. Seine Werke haben etwas dreidimensionales und viel Struktur. Als ich seine Bilder im MoMA in New York gesehen habe, hat es mich umgehauen.“

Wenn ich nun ein Bild kaufen möchte, wie kann ich das machen?

Paul: „Die meisten Werke sind weltweit in Galerien und auf Kunstmessen zu finden. Mit einer kleinen Auswahl und meinem Agenten gehe ich regelmäßig zur ARTMUC und anderen Messen. Manchmal habe ich auch noch ein paar Werke in meinem Atelier. Einfach nachfragen, man findet mich leicht im Internet.“

Was steht 2020 auf dem Programm? Wie sind die Pläne?

Paul: „Zunächst einmal gehen nun drei Werke nach Los Angeles, wo ich eine Galerie habe, die mich vertritt. Zwei weitere muss ich nach London schicken. Wir bereiten uns auf die Art Karlsruhe vor, die zweitwichtigste Kunstmesse in Deutschland. Und in Schweden habe ich eine Solo Show mit der Nordic Art Agency. Außerdem bereiten wir mit unserer eigenen Agentur „Fine Art Crash“ eine größere Geschichte im Internet vor, aber das wird erst im Laufe des Jahres spruchreif. Ich denke, mir wird 2020 sicher nicht langweilig werden.“
Dietrich Limper

Auch interessant

Meistgelesen

Neues Zuhause gesucht: Helfen Sie diesen liebenswerten Vierbeinern!
Neues Zuhause gesucht: Helfen Sie diesen liebenswerten Vierbeinern!
Die Landsberger Rathauskonzerte sind wieder da - mit Hisako Kawamura
Die Landsberger Rathauskonzerte sind wieder da - mit Hisako Kawamura
A96 im Landkreis Landsberg: Zu nass für Asphaltarbeiten
A96 im Landkreis Landsberg: Zu nass für Asphaltarbeiten
Weltwirtschaftsinstitut ermittelt Pendelkosten von Landsberg - und scheitert an Google
Weltwirtschaftsinstitut ermittelt Pendelkosten von Landsberg - und scheitert an Google

Kommentare