Das Handwerk öffnet Türen

209 zukünftige Kaufleute und Handwerker wurden ins Berufsleben entlassen

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Roland Böck (rechts) von der Sparkasse Landsberg-Dießen und Stefan Jörg (Mitte) von der VR-Bank Landsberg-Ammersee zeichneten die besten Gesellenstücke, unter anderem von Johannes Schubert (links), aus.

Landsberg – „Einen Vorsprung im Leben hat, wer da anpackt, wo die anderen erst einmal reden.“ Mit diesem Zitat von John F. Kennedy gab der stellvertretende Kreishandwerksmeister Wolfgang Zeit den fertigen Handwerkslehrlingen und Kaufleuten im technischen, gewerblichen und kaufmännischen Bereich einen wichtigen Rat für ihr Berufsleben. Der Appell richtete sich an 209 ehemalige Auszubildende, die bei der Freisprechungsfeier ihre Gesellenbriefe und Zeugnisse überreicht bekamen.

Zeit war aber nicht der Einzige, der den jungen Menschen etwas mit auf den Weg geben wollte. Landrat Thomas Eichinger betonte, wie wichtig das Team, die Gemeinschaft ist. „Erfolg hängt nicht an einem Einzelnen.“ Man müsse sich in ein Team einfügen können, um gemeinsam etwas zu erreichen. Aber nicht nur im Beruf. Eichinger ermunterte die ehemaligen Azubis auch dazu, sich in der Gesellschaft einzubringen. Teamgeist wäre auch bei Ehrenämtern wie der Feuerwehr oder bei Vereinen gefragt. „Richten Sie Ihre Augen auf das Umfeld und nehmen Sie das Heft des Handelns in die Hand.“

Kreishandwerksmeister Michael Riedle machte deutlich, wie wichtig die Absolventen für Unternehmen sind. Handwerker und Kaufleute wären extrem gefragt und essentiell für die Wirtschaft. Deshalb ist für Riedle auch die zentrale Aufgabe der Zukunft, „junge Menschen für unser Handwerk zu begeistern“. Bei den Anwesenden ist da ja bereits erfolgreich gelungen.

Einigen von ihnen wurden auch noch eine besondere Ehrung zuteil. Diejenigen mit den besten Gesellenstücken wurden von Kreishandwerksmeister Riedle geehrt. Studiendirektor Lorenz Häckl zeichnete hingegen die Schüler mit Notendurchschnitten von mindestens 1,5 aus. 33 von insgesamt 209 Auszubildenden bekamen für ihre Leistung den Staatspreis überreicht. Natürlich gab es auch von den Banken eine kleine Aufmerksamkeit für die besten Schüler. Die VR-Bank Landsberg-Ammersee und die Sparkasse Landsberg-Dießen spendeten Geldprämien im Wert von 100 Euro für die Leistungen der Azubis.

Für einen besonderen Moment sorgte der Auftritt der vier Flüchtlingsklassen. Zehn verschiedene Nationen kommen dort zusammen und haben sich die letzten zwei Jahre durch die Ausbildung gekämpft. Zwei der Schüler erzählten stellvertretend, dass es nicht immer leicht gewesen sei. Vor allem weil viele von ihnen zu Beginn kaum Deutsch gesprochen hätten. Und auch wenn es anfangs untereinander noch Probleme gegeben habe, seien sie jetzt wie eine Familie. Eine Schülerin betont: „Es war die schönste Zeit, die wir je erlebt haben. Wir werden sie nie vergessen.“

Auch Kreishandwerksmeister Riedle richtete im Bezug auf Flüchtlinge einen Appell an die anwesenden Politiker: „Asylsuchende, die willig sind zu arbeiten und die Sprache zu lernen, müssen wir behalten.“ Es sei nicht in Ordnung, so jemanden ein halbes Jahr vor Ausbildungsbeginn einen Abschiebebescheid zuzustellen. Von den Anwesenden Azubis und Angehörgien wurde das mit großem Applaus quittiert.

Die Innungssieger waren: Gizem Kersin, Selenay Kaya, Andreas Beinhofer, Nadine Beinhofer, Boubacar Diakite, Sebastian Wolf und Johannes Schubert.

Stephanie Novy

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