Future Flashback

Aus der Zukunft in die Gegenwart - ein Projekt von dieKunstBauStelle Landsberg

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So stellen sich die Jugendlichen die Forschergruppe vor, die aus der Zukunft in unsere Corona-Welt kommt.

Landsberg – Es wird futuristisch: „dieKunstBauStelle“ startet das Bildungsprojekt „Future Flashback – Eine Zeitreise in die Gegenwart“. Jugendliche versetzen sich in die Zukunft – um aus dieser Perspektive wieder zurück in das Jahr 2020 zu blicken. Digitale Medien werden dafür eingesetzt. 360°-Fotos, Animationen und Hörbeiträge sollen Beiträge für ein fiktives Treffen von Historikern, Kulturwissenschaftlern und Redakteuren im Jahr 2220 liefern.

Wie das funktioniert? Die Jugendlichen reisen in einem Rollenspiel als Experten aus der Zukunft 200 Jahre in die Vergangenheit, in das Jahr 2020, in dem der „große Umbruch“ begann. Sie erkunden die Alltagssituation, Gegenstände und erforschen das damalige Leben. „Was für uns selbstverständlich ist, erscheint aus diesem Blickwinkel rätselhaft oder irritierend“, erklärt Wolfgang Hauck, Initiator des Projekts. Zum Beispiel, dass jeder implantierte Chips trage, die die Funktionen übernehmen, die jetzt noch per Handy abliefen.

Für die Jugendlichen könne daraus eine kritische Reflexion über ihr Alltagsleben werden: Wie viel Technik muss ich haben? Was ist gut für mich? Was verliert man dadurch? Einige sehen die Zukunft rosig, weil alles viel praktischer ist – und andere gerade nicht. „Ich finde die Welt besser so, wie sie jetzt ist“, sagt etwa die 13-jährige Lisa aus Landsberg. „Wenn alles so perfekt ist, ist es ja irgendwie auch langweilig.“ Ihre Freundin Paula schließt sich ihr an: „Eine perfekte Welt ist nicht mehr toll.“

Der motivierende Impuls des Projektes bestehe darin, die Jugendlichen in einer völlig neuen und unerwarteten Perspektive auf die Herausforderungen unserer Zeit und die gegenwärtige Situation – auch geprägt von der Pandemie und ihren Folgen – blicken zu lassen, so Hauck. Denn auch das Leben der Jugendlichen habe sich in ungeahntem Maße verändert: Online-Stunden, digitale Hausaufgaben, Quarantäne, Social-Distancing und vieles mehr. Die Einzigartigkeit der Situation mache es aber auch möglich, das Denken in andere Richtungen zu lenken, Normalität in Frage zu stellen und sich auf einen fantasievollen Vergleich mit der Welt von morgen einzulassen.

Anschließend sollen sich deutsche und türkische Schüler – das Projekt läuft in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Klasse der ­IELEV-Schule Istanbul – vernetzen. Der Erfahrungsaustausch und interkulturelle Begegnungen in digitalen Formaten, gemeinsames Recherchieren, Interpretieren und kreatives Gestalten seien übergeordnete Projektziele. „Es sollen neue Wege und Verbindungen aufgebaut werden, die sich später in direkten Jugendbegegnungen in Deutschland und der Türkei fortsetzen können“, sagt Stephan Reischl, Leiter der Niederlassung von „dieKunstBaustelle“ in der Türkei.

Letztendlich entstehen soll eine Online-Ausstellung, die auch als „virtual Reality“ für 3D-Brillen programmiert wird. Zusätzlich werde es eine ‚normale‘ Ausstellung in Landsberg geben: vom 10. September bis 6. Oktober, gut sichtbar, wetterfest, jederzeit zugänglich und Corona-sicher. Hier kann sich dann jeder ein Bild von der Forschergruppe machen, die aus der Zukunft in unsere „Corona-Welt“ kommt – und wie sie mit den Gegebenheiten umgeht.

Das außerschulische Projekt wird in Kooperation mit der Mittelschule Landsberg durchgeführt. Gefördert wird dieser Teil durch das Programm Mein Land – Zeit für Zukunft der Türkischen Gemeinde in Deutschland. Die Kooperation mit der IELEV-Schule Istanbul wird durch die Deutsch-Türkische Jugendbrücke gefördert.

Mehr Informationen unter www.dieKunstBauStelle.de.

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