Die Zukunft zum Greifen nah

Die Organisatoren der Landsberger Ausbildungsmesse von links nach rechts: Jan Kyir, Jonas Pioch, Markus Wasserle und Daniel Höfler. Foto: kb

Prinzessin, Cowboy oder Astronaut: Viele Kinder wissen meistens ganz genau, was sie einmal werden möchten. Fragt man dagegen einen Jugendlichen, setzt dieser meist eine klägliche Miene auf und antwortet: „Weiß noch nicht“. Um in dieser Hinsicht jungen Erwachsenen etwas auf die Sprünge zu helfen, findet am 8. Oktober im Landsberger Sportzentrum eine Ausbildungsmesse statt. Dort präsentieren über 50 Firmen und elf Innungen aus der Region ihre Ausbildungsplätze.

Organisiert wird die Messe von Kreisrat Markus Wasserle, Stadtrat Jonas Pioch, Jan Kyri und Daniel Höfler. Zusammen haben sich die Ehrenamtlichen zum Ziel gesetzt, möglichst vielen Schülern zu einem Ausbildungsplatz zu verhelfen. Das eine Messe das richtige Medium für ein derartiges Vorhaben ist, hat sich 2007 bei einem kleinen „Jobmarktplatz“ in der Hauptschule am Schlossberg gezeigt. „Das damalige Konzept wird übernommen“, erklärt Pioch, „wir haben damals auch mit einigen Lehrern gesprochen, um sicherzugehen, dass unsere Ausbildungsmesse pädagogisch sinnvoll ist“. Insgesamt sollen rund 1200 Schüler aus den Hauptschulen und Realschulen der Region an der Messe teilnehmen. Die Gymnasien zeigten zum Bedauern der Organisatoren kein Interesse. „Das IKG hat zum Beispiel seine eigene Messe“, erklärt Pioch, „vermutlich kommen sie deshalb nicht.“ Das Hauptziel der Ausbildungsmesse ist, den Schülern einen ersten Kontakt mit der realen Wirtschaftswelt zu ermöglichen. „Nur so können sie treffsicher die richtige Lehrstelle finden“, meint Pioch. Gespräche mit Vertretern der Firmen und Workshops sollen ihnen helfen, ihren Weg zu finden. Um schüchterne und etwas unmotivierte Schüler aus der Reserve zu locken, haben die Organisatoren ein Stempelsystem entwickelt. Für jedes Gespräch und für jeden Vortrag erhalten die Jugendliche einen Stempel auf ihren Messepass. „Jeder muss mindestens fünf Stempel haben“, erklärt Wasserle. „Am Ende des Vormittags werden dann die Pässe von den Lehrern kontrolliert. So hoffen wir, dass alle Jugendliche die Möglichkeit nutzen, durch Gespräche Kontakt zu den Firmen zu knüpfen.“ Neben den Ständen der Firmen wird auf einer Gesamtfläche von rund 2000 Quadratmetern auch zusätzlich einiges geboten. Professionelle Bewerbungstrainer etwa sollen den Jugendlichen erklären, wie sie sich am besten präsentieren können. Außerdem bietet die Agentur für Arbeit individuelle Berufsberatungen an. Bei Vorträgen können die Schüler lehrreiche Erfahrungsberichte von Auszubildenden hören. Ein Showkoch und Fußmassagen sollen die Pflichtveranstaltung der Schüler noch zusätzlich etwas auflockern. Finanziert wird die rund 7000 Euro teure Ausbildungsmesse durch die Standgebühren. „Wir verlangen fünf Euro pro Quadratmeter“, erklärt Wasserle. „Und durch Anzeigen hoffen wir, die Messepläne für die Schüler zu finanzieren.“ Die Anzeigen werden auf die Rückseite des Plans gedruckt und sollen wichtige Informationen zu den Ausbildungsplätzen der Firmen enthalten. „So haben die Schüler die Möglichkeit, sich zuhause nochmal alles in Ruhe anzuschauen“, sagt Wasserle. Firmen, die noch Interesse haben, an der Ausbildungsmesse teilzunehmen, können sich bei Stadtrat Jonas Pioch (Telefon: 0170/2735855) näher dazu informieren.

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