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Ganz Vilgertshofen feiert seine Vereine

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Von: Johannes Jais

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Vilgertshofen - Festwochenende - Festzug
Wenn Vilgersthofen seine Vereine feiert, dann gehört ein Festzug dazu. Vom Rathaus zum Festzelt am Eichensee zog er. © Jais

Vilgertshofen – Zehn Jubilare: Neun Vereine und die Gemeinde (50 Jahre) selbst sind zu beglückwünschen: Das klingt nach vielen Reden und Gratulanten. Ist aber mitnichten so. Es gab dazu in Vilgertshofen nur eine Festrede, nämlich die von Bürgermeister Dr. Albert Thurner. Und die war in Versen abgefasst. Er machte sich einen Reim, oder besser: seinen Reim auf die Jubilare.

Es war eine strapaziöse Woche für die vielen Dutzend Helfer der Jugend Miteinander (JM) Vilgertshofen, die Ende August ihr Seefest ausgerichtet hatte. Dabei wurde als dritter Tag das Jubiläum der neun Vereine und der Gemeinde Vilgertshofen angehängt.

JM-Vorsitzender Patrick Ullmann (28) und die Helfer der JM bekamen Anerkennung von vielen Seiten. Bürgermeister Thurner würdigte den Einsatz ebenso wie Peter Gritzbach von der Schützengesellschaft Frohsinn Pflugdorf, die seit 160 Jahren besteht und die unter den Vereinen der älteste Jubilar ist.

Monika Fleschhut, die Dirigentin der Musikkapelle Pflugdorf-Stadl, überreichte Ullmann am Sonntag den Taktstock. Der 28-Jährige – er spielt selbst die Klarinette in der Kapelle – freute sich sichtlich, die Polka „Böhmischer Traum“ mit den Bläserinnen und Bläsern darzubieten. Zuvor war Bürgermeister Thurner mit dem Marsch „Mein Tiroler Land“ dran.

Im weiten Sinn aus dem Tiroler Land war der DJ, der am Samstag für Partystimmung im Zelt gesorgt hatte. Aufgelegt hatte nämlich Ivan Fillini aus dem Zillertal. Knapp 1.000 junge Leute kamen zu der Party, die sich bis in den frühen Morgen zog. Die Tausender-Marke bei den Besuchern sogar geknackt haben die Veranstalter am Freitag beim Stimmungsabend mit der Gruppe „Muckasäck“.

Vilgertshofen - Vereine - Jubiläen
Feierten und repräsentierten die Vilgertshofener Jubiläen (von links): Bürgermeister Dr. Albert Thurner, Peter Gritzbach (Schützen Pflugdorf), Robert Stork (Schützen Stadl), Werner Kink (Schützen Issing), Stefan Hieber (Veteranenverein Pflugdorf), Günter Fendt (FC Issing), Christoph Erdt (Fingerhakler), Maria Berger (Musikkapelle Pflugdorf-Stadl), Dominik Arnold (Eishockeyverein Lechroaner), Thomas Graf (Bulldogfreunde Pflugdorf) und zweiter Bürgermeister Josef Lindauer. © Jais

Festzug am Sonntag

Sonntagvormittag formierte sich ein kurzer Festzug mit allen Fahnenabordnungen, der vom Rathaus zum Zelt am Eichensee draußen führte. Ein Hingucker waren zwei Buben auf kleinen Eicher-Trettraktoren – eine Idee der Bulldogfreunde Pflugdorf. Warum sie denn keinen Oldtimer-Schlepper in den Festzug genommen haben, wollte der KREISBOTEN-Reporter wissen. Die spontane Antwort eines grinsenden Mannes: „Bei den heutigen Dieselpreisen?“ Natürlich, was sonst.

Die Bulldogfreunde Pflugdorf waren der erste Verein, den Bürgermeister Thurner mit einem Vers bedachte. Sie bestehen seit 25 Jahren und sind damit am jüngsten im Reigen der Jubilare. Alle neun Vereine bringen es immerhin auf 810 Jahre. Außerdem war am Festsonntag die Zahl der Mitglieder zu erraten: 1.841 Jugendliche und Erwachsene sind es in den neun Vereinen.

Auf ein 30-Jähriges blickt der Eishockeyverein Lechroaner: Sie sind in der Landsberger Hobbyrunde eine feste Größe. „Da konnten sie die Runde jetzt schon drei Mal gewinnen und den Pokal ins Hauptquartier nach Pflugdorf-Stadl bringen“ dichtete Thurner.

50 Jahre: Da gibt’s drei Jubilare. Dass ist zum ersten die Musikkapelle Pflugdorf-Stadl. Bürgermeister Thurners größter Wunsch: Dass die Musiker „uns noch lange Zeiten mit Witz, Talent, Eleganz und Blasmusik begleiten.“

Ein ganzes halbes Jahrhundert haben inzwischen auch die Fingerhakler beieinander. Seit 50 Jahren ziehen die Vereinsmitglieder im Ammergau, wozu auch Antdorf und Peißenberg gehören. Unter vielen Meistertiteln – ob bei der Bayerischen, Deutschen oder Alpenländischen – hob Thurner vor allem einen hervor: Gerhard Sturm. Ihm war es gelungen, das Triple heimzubringen.

Der dritte „Fuchzger“ ist die politische Gemeinde. Nach dem Zusammengehen von Pflugdorf und Stadl (bereits 1970) kamen Issing und Mundraching („die sich mächtig betteln ließen“) dazu und bilden seitdem die „Vilgertshofer Gmua“, wie es im Lechroaner Dialekt heißt. Vier Bürgermeister waren es seitdem: Josef Arnold, Josef Berger (24 Jahre), Konrad Welz, der auf der Feier anwesend war, und Albert Thurner (seit 2014).

90 Jahre FC Issing: Dessen Heimat ist das Sportgelände am Hirschberg. 1975 kam die Turnabteilung neu dazu. 2002 wurde das große Sportheim errichtet. Die Fußballabteilung war schon DFB-Stützpunkt und ist heute FC Bayern-Partner. Thurners Wunsch in Versform: „Dass die Turnerinnern weiter ihre Fitness sich bewahr’n und die Fußballer mal wieder in die Kreisliga auffahr’n.“

100 Jahre Krieger, Soldaten- und Kameradschaftsverein Pflugdorf: 1922 hatten 99 Männer sich von Stadl „abgeseilt“ und einen eigenen Verein ins Leben gerufen. Der Start war denkbar schlecht – zur Fahnenweihe zerriss es die Kanone. 100 Jahre später gibt es eine neue Fahne, wie Vorsitzender Stefan Hieber für den Herbst 2022 ankündigte.

125 Jahre Schützengesellschaft Diana Issing: Die Schießstätte wechselte zweimal in dieser Zeit. Nach Gasthaus Held und Kellerberg wird das eigene Heim bei der Schule heutzutage genutzt.

130 Jahre Lechroaner Schützen: Seit 1992, als das 100-jährige Bestehen gefeiert wurde, tragen die Schützen von Stadl das Lechroaner Gwand, damals zum Gauschießen eingeführt und nach Fresken des Lechhansl kreiert.

160 Jahre Schützengesellschaft Frohsinn Pflugdorf: Schon seit „König Max dem Zweiten, begleiten uns die Frohsinn-Schützen Pflugdorf durch die Zeiten“, reimte Thurner. Sie haben zusammen mit den Kameraden von Stadl die Schießstätte im Keller des Bürgerheimes. Der Bürgermeister schloss seine Gratulationen mit der Bewertung, dass solche Vereine die Stützen des Zusammenlebens darstellen. Mit Einsatzbereitschaft, Zusammenhalt und Sinn für die Gemeinschaft werde es sie auch in mehreren Jahrzehnten noch geben.

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