Zurück in die Arbeitswelt

Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist nicht erst seit der großen Wirtschaftskrise zu einem dominierenden Thema in Politik und Gesellschaft geworden. Selbst für qualifizierte Leute wird es immer schwieriger, nach einer Kündigung einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Am schwersten fällt die Jobsuche jedoch jenen, die aufgrund von psychischen Erkrankungen, körperlicher Behinderung oder besonderen sozialen Schwierigkeiten nicht voll belastbar sind. Genau an diese Gruppe wendet sich die Beschäftigungsinitiative Landsberg am Lech gGmbH (BILL), die der Landkreis Landsberg gemeinsam mit den regionalen Vertretern der Freien Wohlfahrtsverbänden nun gründen will.

Peter Rasch von der Sozialhilfeverwaltung stellte das Projekt in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses vor. Genau wie der Senioren- und sozialpolitische Ausschuss, der der Beschäftigungsinitiative bereits zustimmte, zeigten sich auch die Kreissausschussmitglieder angetan von der Idee. Dies sei eine „tolle und wichtige Sache“, urteilte etwa Ruth Sobotta (SPD) und auch Monika Groner von den Grünen bezeichnete BILL als „hervorragende Idee.“ 25 Menschen soll die gemeinnützige Beschäftigungs- und Integrationsgesellschaft künftig ein Angebot zur beruflichen Eingliederung oder einen Dauerarbeitsplatz bieten. Das geplante Tätigkeitsfeld der künftigen Beschäftigten erstreckt sich vom Räumen und Entrümpeln von Wohnungen, der Verwertung und Aufarbeitung von Möbeln und Hausrat, Dienstleistungen an Gebäuden bis zu Auftragsarbeiten in Haus und Büro. Als Gesellschafter sind neben dem Landkreis und der Stadt Landsberg die Herzogsägmühle aus Schondorf, die Caritas Landsberg, die katholische Jugendfürsorge, das Bayerische Rote Kreuz, das Sozialzentrum St. Martin, die Lebenshilfe Landsberg und die Gemeinde Kaufering vorgesehen. Den größten Betrag des geplanten Kapitalbedarfs von insgesamt 230000 Euro stellt mit 115000 Euro die Herzogsägmühle gefolgt von der Caritas (40000 Euro) und dem Landkreis (20000 Euro). Das zu erwartende Betriebsdefizit in den ersten drei Jahren teilen sich der Landkreis, die Caritas und die Hezogsägmühle. Überzeugendes Konzept Neben der Landkreisverwaltung begrüße auch das Landsberger Jobcenter die Gründung der Gesellschaft, erklärte Rasch. Nicht ohne Grund, denn schließlich bestehe mit Hilfe der neuen Arbeitsplätze berechtigte Chancen, Menschen mit sozialen Defiziten wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern und so die Kasse der Arbeitsagentur zu entlasten. Auch die Kreisausschussmitglieder zeigten sich vom dargelegten Konzept überzeugt und stimmten einstimmig für eine Beteiligung des Landkreises an der Beschäftigungsgesellschaft. Eine Entscheidung, die auch Landrat Walter Eichner freute: „Das ist eine sehr gute Idee.“

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