Zurück in die Berufswelt

Noch sind die neuen Räume der RPK unbenutzt. Das soll sich schon bald ändern. Foto: Peters

Das Haus in der Katharinenstraße 22 hat in der Vergangenheit schon so einiges gesehen. Erst Bauernhof, dann Möbelhaus und Supermarkt beherbergte es zuletzt eine Steuerkanzlei. Seit Oktober vergangenen Jahres haben Handwerker dem Gebäude nun ein weiteres Mal ein neues Innenleben verpasst: Künftig sollen hier psychisch kranke Menschen stationär behandelt werden.

Schon seit 2009 kümmert sich die Herzogsägmühle in der Spitalfeldstraße ambulant um Menschen mit psychischer Erkrankung. Unter medizinischer Betreuung soll den Betroffenen bei der Rückkehr in den Beruf geholfen werden. Täglich arbeiten die Patienten mit Ärzten, Physiotherapeuten Psychologen und Sozialarbeitern dazu an ihrer Rehabilitation. In der Regel haben die Erkrankten bereits eine psychiatrische Akutbehandlung im Krankenhaus hinter sich. In den neuen Räumlichkeiten kann die RPK Landsberg (Rehabilitation psychisch Kranker) nun auch jenen Erkrankten Hilfe anbieten, bei denen eine ambulante Behandlung aus verschiedenen Gründen nicht in Frage kommt – etwa, weil eine stabile Wohnsituation fehlt oder die Erkrankung eine intensivere Betreuung erfordert. Am vergangenen Mittwoch fand die offizielle Einweihungsfeier des stationären Bereichs statt. Von „einem Gewaltakt“ sprach Michael Weiß angesichts der kurzen Umbauzeit. Noch seien nicht alle Arbeiten abgeschlossen, doch nähere man sich der Fertigstellung der Zimmer im Erdgeschoss und erstem Stock, erläuterte Weiß den zahlreich erschienen Gästen. In „absehbarer Zeit“ soll auch das Dachgeschoss bezugsfertig sein. Dem Einrichtungsleiter war der Stress der vergangenen Monate anzumerken, bei der Danksagung an alle Beteiligten versagte ihm die Stimme. Wilfried Knorr, Direktor der Herzogsägmühle, freute sich wie auch der Landsberger Oberbürgermeister Ingo Lehmann über den zentralen Standort der neuen Station. Eine Einrichtung für psychische Erkrankte gehöre in die Gesellschaft und nicht hinter „dicke Türen und Mauern“, betonte er. Auch Dr. Robert Kuhlmann, Leiter der Lech-Mangfall-Klinik für Psychiatrie am Klinikum Landsberg, begrüßte die neue Einrichtung. Oft sei es gerade die Belastung durch Arbeitslosigkeit, die die Menschen aus der Bahn werfe, erklärte er. Für Patienten könne Arbeit daher stabilisierend wirken, weshalb ein Betreuungsangebot wie das der Herzogsägmühle „sehr wichtig“ sei. Nach dem ökumenischen Segen durch den evangelischen Pfarrer Detlev Möller und seinen katholischen Kollegen Martin Bucher konnten sich die Gäste auf einem Rundgang schließlich selbst noch ein Bild von den Zwei- und Dreibettzimmern der künftigen Bewohner machen.

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