Bankenfusion: Es ist vollbracht

+
Die Vorstände der Raiffeisenbank Lech-Ammersee: Günter Seger (links) und Bernd Runge.

Vilgertshofen/Herrsching – Den Weg zur Fusion freigemacht haben die Aufsichtsgremien dreier Genossenschaftsbanken aus den Landkreisen Landsberg, Starnberg und Weilheim-Schongau. Die Verschmelzung wird nach der Einreichung an das Registergericht zum Juli 2015 vollzogen. Durch den Zusammenschluss der großen VR-Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg mit der Raiffeisenbank Lech-Ammersee und mit der Raiffeisenbank südöstlicher Starnberger See entsteht die größte Genossenschaftsbank in diesen Landkreisen.

Die Mitglieder der RaiBa Lech-Ammersee haben im Mai auf der Generalversammlung in Dießen mit 85,7 Prozent ein klares Votum für die Fusion abgegeben. 432 Stimmberechtigte waren anwesend. „Damit haben die Mitglieder der Genossenschaft eine weitreichende und zukunftsorientierte Entscheidung getroffen“, kommentieren Günter Seger und Bernd Runge, die beiden Vorstände bei der Raiffeisenbank Lech-Ammersee. 

Sie betonen die überdurchschnittliche Ausstattung mit Eigenkapital nach der Verschmelzung. Damit könne man die verschärften aufsichtsrechtlichen Anforderungen für das Jahr 2019 bereits heute erfüllen. Dies sei ein Stabilitätsanker, der vor allem die Unternehmensfinanzierung im Mittelstand sichere. Sowohl Günter Seger als auch Bernd Runge, beide sind 61 Jahre, werden in der großen Bank für die nächsten Jahre neue Aufgaben übernehmen. 

Günter Seger, der aus Schweinfurt stammt, 18 Jahre Vorstand bei einer Bank in Unterfranken war und seit 1998 bei der RaiBa Lech-Ammersee ist, wird in Dießen, wo er auch wohnt, einen Fachbereich innerhalb der VR-Bank verantworten. Bernd Runge, der aus Hannover kommt und Vorstand bei einer Bank in Schleswig-Holstein war, ehe er im Mai 2002 in den Landkreis Landsberg wechselte, übernimmt eine Aufgabe in der Kreditabteilung am Sitz der VR-Bank in Herrsching. 

Alle bisherigen Direktoren werden zu hauptamtlichen Vorständen. Damit sind es bei der VR-Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg vorübergehend sogar acht Vorstände, ehe einige Herren altersbedingt ausscheiden. Durch die Fusion entsteht die viertgrößte Genossenschaftsbank in Bayern. Sie hat 500 Mitarbeiter. Die 60 Arbeitsplätze bei der Raiffeisenbank Lech-Ammersee bleiben ebenso erhalten wie die knapp 60 Stellen bei der Raiffeisenbank südöstlicher Starnberger See. Bestehen bleibt auch das Filialnetz. Bei der RaiBa Lech-Ammersee sind es neun Geschäfts- stellen zwischen Apfeldorf und Pürgen. Ein klarer Befürworter der Fusion ist der Apfeldorfer Bürgermeister Georg Epple. 

Er sei froh, dass der Zusammenschluss „endlich über die Bühne gegangen ist“, sagt er im Gespräch mit dem KREISBOTEN. Und setzt noch einen Satz drauf: „Wer heute noch in Landkreisgrenzen denkt, ist von gestern.“ Bürgermeister Epple hält aufgrund der „atmosphärischen Störungen“ zwischen der VR-Bank Landsberg und der RaiBa Lech-Ammersee den Zusammenschluss mit der VR-Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg für den richtigen Weg. Im Übrigen verweist er auf das Beispiel der VR-Bank Kaufbeuren-Ostallgäu, deren Geschäfts- gebiet nicht nur den Landkreis und die kreisfreie Stadt abdeckt, sondern auch in den Bereich Schongau ausgreift. 

Wo Georg Epple „atmosphärische Störungen“ ausgemacht hat, spricht Vorstand Bernd Runge von „gezielten Störfeuern über Wochen und Monate“. Er nennt zwar keinen Namen, klar ist aber, dass die VR-Bank Landsberg gemeint ist. „Ein Scheitern der Fusion wäre schlimm gewesen“, so Bernd Runge bei einem Pressegespräch in Vilgertshofen. Dessen Vorstandskollege Günter Seger erklärt, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen gebe. 

Auch blieben die Ansprechpartner für die Kunden erhalten. Freilich werde innerhalb der größeren Bank umstrukturiert. So soll in der Geschäftsstelle in Vilgertshofen der Bereich Vermögensverwaltung und Kreditausreichung konzentriert werden, während in Apfeldorf künftig die EDV-Fachleute ihren Schreibtisch haben. Das bedeutet für Vilgertshofen-Stadl sechs Arbeitsplätze und für Apfeldorf fünf Stellen. Mit der Fusion ist die Ära der großen Mitgliederversammlungen vorbei. Künftig werden aus dem Gebiet der RaiBa Lech-Ammersee 23 Frauen und Männer zur Vertreterversammlung entsandt. 

Bei der VR Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg und bei der RaiBa südöstlicher Starnberger See gab es bisher schon Vertreterversammlungen. Auf Nachfrage bestätigten die Direktoren Runge und Senger, dass Anfang des Jahrzehnts in Sachen Fusion auch mit der Raiffeisenbank Fuchstal sondiert worden sei. Doch es sei bei Gesprächen geblieben. Die Raiffeisenbank Fuchstal hat eine Bilanzsumme von 135 Millionen Euro. Dort sind es 30 Mitarbeiter in vier Filialen.

Johannes Jais

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Ex-Rechtsanwalt steht mit einem Bein im Gefängnis
Ex-Rechtsanwalt steht mit einem Bein im Gefängnis
Adé Blumenladen Klostereck
Adé Blumenladen Klostereck
Jetzt kostet auch Bio-Müll
Jetzt kostet auch Bio-Müll

Kommentare