Ortsdurchfahrt Utting: Zuschuss für geplagte Anwohner

Lärmschutzfenster statt leisem Belag

+
Wer zu nah an der stark frequentierten Staatsstraße 2055 in Utting wohnt, hat unter Umständen Anspruch auf eine Bezuschussung von Lärmschutzfenstern durch das Staatliche Bauamt in Weilheim.

Utting – Gegen zu hohes Verkehrsaufkommen und damit zu viel Lärm- und Abgasbelastung auf der Ortsdurchfahrt von Utting (Staatsstraße 2055) protestieren genervte Anlieger schon seit Jahren vergeblich. Jetzt gab es zumindest eine teilweise Einsicht und ein klitzekleines Entgegenkommen vom zuständigen Staatlichen Bauamt in Weilheim. Nachdem Gemeinderat Ralf Stief (Grüne Alternative Liste) beantragt hatte, speziell für die Anwohner der stark befahrenen Schondorfer- und Dießener Straße lärmberuhigende Maßnahmen durchzuführen, reagierte das Bauamt mit einem Schreiben, das Bürgermeister Josef Lutzenberger bei der letzten Gemeinderatssitzung öffentlich machte.

Eine überschlägige Berechnung des Bauamts, also keine Messung, hätte ergeben, dass nachts im Erdgeschoss bei zwölf Häusern entlang der Schondorfer- und Dießener Straße eine „geringfügige Überschreitung der Lärmsanierungsgrenzwerte“ auftreten könne. Das Staatliche Bauamt gab aber an, die Hälfte dieser Gebäude sei in den letzten fünf Jahren errichtet, umgebaut oder einer Nutzungsänderung unterzogen worden. Den Anwohnern dieser Einheiten sei somit die Lärmsituation an der Staatsstraße 2055 bekannt gewesen und mit der Baugenehmigung sei damit ein Anspruch auf Lärmschutz ausgeschlossen worden. Man hätte die Bauwerber explizit auf die Lärmbelastung hingewiesen.

Weiter führte das Bauamt aus, dass die sechs verbleibenden Wohnhäuser unter Umständen Anspruch auf die Erstattung von 75 Prozent der Aufwendungen für den Einbau von Lärmschutzfenstern hätten. Allerdings nur, wenn sich im Erdgeschoss straßenseitig Schlaf- oder Kinderzimmer befinden und noch keine Lärmschutzfenster vorhanden sind.

Das Bauamt betont, es handle sich hierbei um „eine freiwillige Leistung des Straßenbaulastträgers im Rahmen der vorhandenen Haushaltsmittel.“ Als aktive Lärmschutzmaßnahme sei die Behörde bereit, insgesamt fünfzehn Lärmschutzfenster á 750 Euro bezuschussen. Die Sanierung der Straße in einer Länge von einem Kilometer bei einer Breite von 6,50 Metern mit einem lärmdämmenden Belag würde überschlagsmäßig 162.500 Euro kosten. So ein neuer Belag sei aber an „eine Dringlichkeitsreihung gebunden“ und komme derzeit nicht in Frage, da die Straße noch zu gut erhalten ist.

Bürgermeister Lutzenberger habe sodann beim Staatlichen Bauamt nachgefragt, welche sechs Gebäude eventuell diesen Erstattungsanspruch haben. Trotz nochmalige Nachfrage mauerte die Behörde und verweigerte genaue Auskünfte. Wohl in der Hoffnung, keine schlafenden Hunde zu wecken, so der Tenor im Gemeinderat. Lutzenberger blieb keine andere Wahl, als alle Anwohner entlang der Ortsdurchfahrt anzuschreiben und zu informieren. Man müsse sich selbst an das Staatliche Bauamt in Weilheim wenden. Anhaltspunkt für eine Einzelfallprüfung zur Bezuschussung sei ein Abstand von unter 7,50 Metern von der Hauswand bis zur Straßenmitte. 

Dieter Roettig

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Dießener Töpfermarkt endet mit Blitz und Donnerschlag
Dießener Töpfermarkt endet mit Blitz und Donnerschlag
Gewinnspiel: Tierfutter vom Feinsten bei fress-express in Diessen
Gewinnspiel: Tierfutter vom Feinsten bei fress-express in Diessen
Ein letztes Aufbäumen: TSV Landsberg empfängt Kornburg zum letzten Hauptrundenspieltag
Ein letztes Aufbäumen: TSV Landsberg empfängt Kornburg zum letzten Hauptrundenspieltag

Kommentare