Hin zur "Mitglieder-Bank"

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Zufrieden mit den Bilanzzahlen des Jahres 2016: Manfred Doll, Leiter für Marketing und Kommunikation sowie Vorstandsvorsitzender Stefan Jörg (v. links).

Landsberg – Was unterscheidet die VR-Bank Landsberg-Ammersee von anderen Banken? Für Vorstandsvorsitzenden Stefan Jörg liegt das „Geheimnis“ in seinen Mitarbeitern. Beim Pressegespräch in der vergangenen Woche präsentierte Jörg die Zahlen des vergangenen Jahres und gab auch einen Ausblick in die Zukunft – auf das Jubiläumsjahr 2017 und die digitalen Neuerungen.

Die Rahmenbedingungen waren auch im vergangenen Jahr von Niedrigzinsen geprägt. Laut Stefan Jörg aber liegt es an der Vorgehensweise: „Jeder schimpft auf die Rahmenbedingungen, aber man muss überlegen wie man trotzdem gestalten kann und die Situation vielleicht sogar als Chance nutzen kann.“ Mit einer Bilanzsumme von 816 Millionen Euro konnte sich die VR-Bank Landsberg-Ammersee im Vergleich zu 2015 um über drei Prozent steigern. Außerdem sei es so gelungen, die Marktposition weiter auszubauen und zu stärken, betont der Vorstandsvorsitzende.

Insgesamt befand sich das betreute Kundenvolumen zum Jahreswechsel bei 1,54 Milliarden Euro – verteilt auf etwa 35.000 Kunden. Das entspreche einer Steigerung zum Vorjahr um 3,8 Prozent. Ein Alleinstellungsmerkmal sieht Stefan Jörg darin, dass die Bank den Mitgliedern gehört. „Pro Jahr kommen etwa 1.000 neue Mitglieder hinzu“, so der Vorstand. Zum Ende des vergangenen Jahres waren dies insgesamt 16.194 Mitglieder. Allein in den ersten beiden Monaten 2017 seien weitere 251 Mitglieder hinzu gekommen. Dieses Thema soll auch künftig im Vordergrund bleiben. „Wir wollen die Mitglieder-Bank werden“, bestätigt auch der Leiter für Marketing und Kommunikation Manfred Doll.

Begründet sehen Jörg und Doll diesen Zuwachs auch hier vor allem in den Mitarbeitern der Bank. Im Vergleich zu anderen Kreditinstituten hätten diejenigen der VR-Bank nämlich keine Produktziele, wie der Vorstandsvorsitzende gegenüber der Presse erläuterte. Ziel sei es dagegen, alle zwei Jahre mit jedem Kunden einen sogenannten Service-Check durchzuführen.

Ohne Nachwuchs lässt sich aber auch dieses Pensum nicht bewerkstelligen. „Ja, auch wir haben Probleme, Auszubildende zu finden“, bestätigt Manfred Doll. Trotzdem befanden sich 14 junge Menschen zum Jahresende in der Ausbildung zur Bankkauffrau bzw. -kaufmann oder zum IT-Kaufmann. Durch die Ausbildung eigener IT-Kaufleute möchte man den Bedarf für die Zukunft sichern.

Den Weg in die Zukunft will die VR-Bank Landsberg-Ammersee zum einen sowohl digital als auch über ihre Geschäftsstellen beschreiten. „Wir werden keine Geschäftsstelle schließen“, betont Stefan Jörg. Im Gegenteil: Bereits im zweiten Quartal sollen die Servicezeiten ausgeweitet werden. Von 8 bis 20 Uhr sollen dann Kunden die Möglichkeit haben, Mitarbeiter der Bank per Telefon, Fax, E-Mail und WhatsApp, per Chat und Videochat zu kontaktieren. Aber auch die herkömmlichen SB-Bereiche sollen auf einen Standard gebracht werden. „Schließlich wollen wir den Kunden ja nicht aussperren“, sagt Jörg.

Abgesehen von einem Rückblick und einer Bilanz für 2016, blickten Jörg und Doll auch voraus: 2017 feiert die VR-Bank Landsberg-Ammersee ihren 130. Geburtstag. Das soll gefeiert werden: Geplant sind unter anderem eine ClassicCar-Rallye, ein Sensenmäh-Wettbewerb, ein Historisches Fest sowie ein Seifenkisten-Rennen. Beendet wird das Jubiläumsjahr schließlich noch mit einer großen Gala im September im Landsberger Sportzentrum.

Ein weiterer Ausblick betrifft die Vorstandsriege: Nach der Trennung von Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Rehberger im November hofft Stefan Jörg im Laufe der nächsten Wochen einen Nachfolger präsentieren zu können. Fest steht bereits, dass es jemand aus den eigenen Reihen sein wird: Die Stelle wurde intern ausgeschrieben.

Astrid Neumann

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