Zu stark angeschubst?

Wenn die Schaukelei vor dem Gericht endet

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Beim Schaukeln zu stark angeschubst? Um diese Frage entzürnte sich am Ammersee ein folgenreicher Streit.

Landsberg – Ein gebrochenes Nasenbein und Prellungen hat eine 39-Jährige davongetragen, als sie mit der Schwester ihres ehemaligen Lebensgefährten in Streit geriet. Es ging darum, wie stark die Tochter der 39-Jährigen auf der Schaukel angeschubst werden sollte. Der Fall, der sich im Frühjahr in einer Ammersee-Gemeinde zutrug, beschäftigte jetzt das Amtsgericht Landsberg.

Das Verhältnis zwischen den beiden Frauen war schon längere Zeit gespannt. Doch an einem Nachmittag im April lud der Ex-Freund die 39-Jährige ein, mit der gemeinsamen Tochter zu der 35-Jährigen zu kommen, um mit deren Kindern zu spielen. Er habe dort auf dem Grundstück zu tun.

Die 39-Jährige fuhr daraufhin mit ihrer Tochter zum Haus der anderen. „Wir sind im Garten zu den Schaukeln gegangen“, berichtete sie im Zeugenstand. Dort habe die 35-Jährige die Tochter beim Schaukeln angeschubst – zu stark, wie die 39-Jährige fand. „Ich hatte Angst, dass mein Kind herunterfällt. Darum hielt ich die Schaukel an.“ Prompt warf ihr die 35-Jährige vor, übervorsichtig zu sein. Sie solle mir ihrem Kind nach Hause fahren.

Die Kleine habe inzwischen laut geweint. Die 39-Jährige wollte daraufhin mit ihrer Tochter auf dem Arm das Grundstück verlassen. Auf dem Weg zur Straße sei sie von der Angeklagten von hinten geschubst worden, so dass sie Angst hatte, auf ihr Kind zu fallen. „Da habe ich sie angeschrien und beschimpft.“ Die 35-Jährige reagierte mit einer Ohrfeige und Faustschlägen ins Gesicht. Anschließend schlug sie auch noch auf das Auto der Geschädigten – der Kofferraum trug eine Delle davon.

„Sowas geht gar nicht“, beschied Richter Michael Eberle der Angeklagten. Sie war wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung bereits per Strafbefehl zu einer Geldstrafe in Höhe von 60 Tagessätzen à 30 Euro verurteilt worden und hatte dagegen Einspruch erhoben. Eine Einstellung des Verfahrens, wie von der Verteidigung ange­strebt, kam für das Gericht jedoch nicht in Frage. Lediglich die Tagessatzhöhe wurde auf 20 Euro reduziert, da die Ange­klagte nur ein geringes Einkommen hat.
Ulrike Osman

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