Spurlos verschwunden

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Schleppi und Kleppi werden von ihrer Familie verzweifelt gesucht, seit sie aus ihrem Gehege entführt wurden

Geltendorf – Die beiden Kaninchen Schleppi und Kleppi sind die Lieblinge einer jungen Familie aus Geltendorf. Jetzt sind sie weg. Jemand hat sie mitten in der Nacht aus ihrem Stall gestohlen. Angelika H., ihr Mann und vor allem die zwei kleinen Kinder der beiden sind untröstlich.

Es ist ein gemütlicher Sonntagmorgen bei Familie H. Ausschlafen, mit den Kindern spielen, ein bisschen Auszeit vom Alltag genießen. Doch als die Mutter in den Garten geht, um die zwei Kaninchen zu füttern, erwartet sie ein Schock. Die Stalltür steht sperrangel-weit offen, das Gitter ist beschädigt, das Wetterschutz- vlies heruntergerissen – und die beiden Mümmelmänner sind verschwunden.

Dass Schleppi und Kleppi einfach ausgebüxt sind, ist ausgeschlossen. „Dann hätten wir sie im Garten finden müssen“, sagt Angelika H. Das Grundstück im Neubaugebiet Bairafeld/Klaiberfeld ist hasensicher eingezäunt. „Außerdem waren bei- de Riegel an der Käfigtür ge- öffnet worden und im Gitter war ein Loch, so groß wie eine Euro-Münze.“ Offenbar waren die Kaninchen vor dem Fremden in den unteren Bereich des Stalls geflüchtet. Die 35-Jährige vermutet, dass der Täter daraufhin mit einer Befestigungs- stange das Gitter durchbohrte, um Schleppi und Kleppi wieder nach oben zu scheuchen und dort zu schnappen. Auch eine der Tränken ließ er mitgehen.

Wer tut so etwas? Und warum? Das fragen sich Angelika H. und ihr Mann Marc seit- dem immer wieder. Sie haben bei der Polizei Anzeige erstattet, Plakate aufgehängt und für Hinweise auf den Täter 100 Euro Belohnung ausgesetzt. Das Ehepaar vermutet falsch verstandene Tierliebe hinter dem Diebstahl. „Vielleicht hat jemand gedacht, es ist für die Hasen im Garten zu kalt.“ Das stimmt aber nicht. Der Stall ist ordentlich isoliert, ein Vlies schützt ihn vor Wind, und drinnen können sich die Kaninchen ins warme Stroh kuscheln. „Unsere Tierärztin hat uns bestätigt, dass diese Art der Haltung top in Ordnung ist.“

Angelika H. hat Angst, dass jemand die Tiere nun womöglich im geheizten Zimmer hält – das wäre grundfalsch und schädlich für das rote Löwenkopfkaninchen Kleppi und seinen weißen, bereits kastrierten Kumpel Schleppi. Die beiden sind ein dreiviertel Jahr alt und kamen zu Familie H., als sie noch ganz klein waren.

Zwei Tage nach dem Diebstahl ein Hoffnungsschimmer: Angelika H. erfährt, dass im Wald bei Türkenfeld zwei ausgesetzte Kaninchen gefunden wurden, auf die die Beschreibung passt. Sie eilt zum Kindergarten und holt ihre Kleinen ab. Aufgeregt fahren die drei nach Überacker, wo die Fundkaninchen in einer Tierauffangstation versorgt werden. Doch Mutter und Kinder erwartet eine bittere Enttäuschung: Es sind die falschen Hasen.

Nun hofft die Familie, durch Öffentlichkeit ihre Lieblinge zurückzubekommen. „Vielleicht fallen sie jemandem irgendwo auf“, hofft Angelika H. Um dem Dieb die Möglichkeit zu geben, Kleppi und Schleppi unauffällig zurückzubringen, hat sie sogar den Stall an die Grundstücksgrenze gerückt. „In dem Fall würden wir die Anzeige zurückziehen“, sagt sie. „Wir wollen nur unsere Hasen wiederhaben.“ Wer Hinweise hat, kann sich unter der Telefonnummer 08193/ 939436 melden.

Ulrike Osman

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