40 Meter hoch

 Zwei Masten fürs Vogelmonitoring im Fuchstal

Windrad ganz nah
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Zwei Masten mit 40 Metern werden fürs Vogelmonitoring im Fuchstal aufgerichtet.  
  • VonJohannes Jais
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Fuchstal – Die Auftragsvergabe für die Kameratürme im Gemeindewald Leeder war bereits einmal Thema; aber sie wird es noch ein zweites Mal sein, wenn die Fuchstaler Räte am Donnerstagabend damit befasst werden. Es geht dabei um die technische Installation für das Vogelmonitoring. Zwei Masten mit 40 Metern werden aufgerichtet.  

Diese Höhe sind ausreichend, damit Kameras über den Baumwipfeln das Flugverhalten der Vögel aufzeichnen können. Speziell geht es um die Bewegungen des Rotmilan im Zusammenhang mit dem geplanten Bau der drei Windräder im Gemeindewald Leeder. Die Rotmilan-Population habe in den vergangenen sieben Jahren in dem ausgedehnten Waldgebiet um ein Sechsfaches zugenommen, sagte Bürgermeister Erwin Karg am Montag auf Nachfrage der Redaktion.

An den beiden Masten, die ihren Standort zwischen den drei geplanten Windkraftanlagen haben sollen, soll oben eine Plattform angebracht werden. Vorgesehen ist auch ein Schwenkarm für Aufzeichnungen in viele Richtungen und unterschiedliche Höhen.

Schon in der ersten Sitzung des Fuchstaler Gemeinderates im Juli, die vom zweiten Bürgermeister Stephan Völk geleitet wurde, ist der Auftrag für die Masten mit der Plattform an eine Firma vergeben worden, die auf Gerüste für Mobilfunkanlagen spezialisiert ist. Kosten: 230.000 Euro.

Nach den Worten von Rathauschef Karg sollen die Kameratürme im März oder April 2022 im Gemeindewald Leeder installiert werden. Vorgesehen ist, Daten zu den Flugbewegungen ein Jahr lang ohne weitere Windkraftanlagen zu erfassen. Nach dem Bau der drei Windräder – die Genehmigung dafür steht noch aus – soll ein Vergleich zum Flugverhalten des Rotmilan dazu gezogen werden, wenn die Anlagen fertiggestellt und in Betrieb sind.

Karg geht davon aus, dass die Kameratürme fürs Vogelmonitoring zwischen vier und fünf Jahre stehen bleiben. Sie sind Grundlage für ein wissenschaftliches Projekt zur Windkraft und zu geschützten Vogelarten, das im Leederer Gemeindewald erstmalig umgesetzt wird. Die Kosten dafür werden zu mehr als zur Hälfte vom Wirtschaftsministerium bezuschusst.

Unter Vorbehalt
Mit 13 zu zwei (die Gegenstimmen kamen von Anton Frieß und Christoph Kneißl) waren die Räte dafür, den Auftrag für die zwei Beobachtungsmasten zu vergeben. Der Beschluss wurde unter einem Vorbehalt gefasst. Warum? Gemeinderat Stefan Winghart hakte nach. Er wollte wissen, warum bei einem Volumen von knapp einer Viertelmillion Euro nur eine beschränkte Ausschreibung erfolge. Ihn störte, dass vom Ingenieurbüro nur drei Firmen angeschrieben wurden.

Unsere Redaktion hat zur beschränkten Ausschreibung, zum Vogelmonitoring und zu den Windrädern mehrere Fragen an das beauftragte Planungsbüro Robert Sing in Landsberg gerichtet. Eine Antwort haben wir bis Anfang dieser Woche nicht bekommen, obwohl dem Planungsbüro die Fragen schon am Dienstag letzter Woche per Mail zugegangen waren und zum Wochenende nochmals um die Antworten gebeten wurde.

Bürgermeister Karg erklärte am Montag, die beschränkte Ausschreibung sei bei dieser Summe in Ordnung. Es habe einen anderen Grund, warum das Thema diese Woche nochmals im Gemeinderat behandelt werde. Denn die Auftragsvergabe der Kameratürme zum Vogelmonitoring müsse, weil es ein Forschungsprojekt sei und vom Wirtschaftsministerium gefördert werde, auch redaktionell korrekt abgewickelt werden. Konkret meint er damit einen Beschluss, um das Prozedere im Amtsblatt und im Aushang öffentlich bekanntzugeben.

Zusätzlich befassen sich die Räte am Donnerstag mit zwei weiteren Auftragsvergaben. Da geht es zum einen um das Baugrundgutachten für die Kameratürme und zum anderen um das Gutachten fürs Fundament der drei Windkraftanalgen, die auf dem Höhenrücken südöstlich des Aschthals im Gemeindewald Leeder vorgesehen sind.

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