Mit zwei Pleiten in die Pause

Die Stimmung beim EV Landsberg 2000 ist auf dem Tiefpunkt. Von den letzten neun Spielen hat die Mannschaft acht verloren. Eine Niederlage tat aber ganz besonders weh – und zwar die mit 0:6 am Freitag gegen Bad Nauheim. „Wir haben alle Mist gebaut, ich auch“, sagte ein niedergeschlagener Trainer Marian Hurtik nach den blamablen 60 Minuten.

Beim EVL war Igor Bacek im letzten Moment „fitgespritzt“ worden. Dafür fehlte Torjäger Markus Vaitl und der Langzeitverletzte Michal Kapicka. Allerdings stellte sich recht bald heraus, dass die Landsberger diese Ausfälle derzeit nicht kompensieren können. Es genügte jedenfalls, um den lediglich 611 Zuschauern eine weitere Kata- strophen-Vorstellung im ersten Drittel zu bieten. Hinterher sprach Hurtik von einem „Kindergartenhaufen, der ohne ersten Block gespielt hat“. Gleich nach fünf Minuten langte Peter Holmgren bei einem Schlenzer von Chris Eade zum 0:1 daneben. Danach hatten Richardson (9. Minute) und Schwab (12.) freistehend die Chance zu erhöhen. Vom EVL kam offensiv herzlich wenig. Die einizge Großchance hatte Thorsten Rau in der 17. Minute, seinen Rückhand-Versuch vereitelte aber Nauheims Goalie Markus Keller. Stattdessen schlitterten die Landsberger von einer Panne in die nächste. In der 19. Minute krachte Peter Holmgren mit Dominic Kerber zusammen, Manuel Weibler nutzte die Gunst der Stunde und traf aus spitzem Winkel zum 0:2. Selbst eine Spieldauerstrafe gegen Nauheims Verteidiger Christian Franz, nach einem Foul an Daniel Nörenberg, brachte nicht die erhoffte Wende. Im Gegenteil, Fabian Krull leistete sich an der eigenen blauen Linie einen dicken Fehlpass, Kevin Richardson nahm dankend an und donnerte die Scheibe durch Holmgrens Schoner zum 0:3 (20.). Der Rest der fünfminütigen Strafe verlief übrigens ohne große Landsberger Tormöglichkeit. Stattdessen schepperte es hinten erneut. Rote Teufel-Stürmer Lanny Gare fuhr über rechts schnell ins EVL-Drittel, legte quer und Kyle Piwowarczyk besorgte per Direktschuss das 0:4 (26.). Zu fehlendem Glück gesellte sich dann noch Pech. Kerber und Krull hatten in der 30. Minute das Tor sperrangelweit offen vor sich, brachten den Puck aber irgendwie nicht unter Kontrolle. Auf der anderen Seite ging es ganz einfach: Tobias Schwab hielt in der 34. Minute in Überzahl einfach drauf und traf zum 0:5. Damit waren die Landsberger im zweiten Drittel aber noch gut bedient. Peter Holmgren reagierte einige Male prächtig, dazu kommt ein Pfostenschuss der Roten Teufel. Für Holmgren war trotzdem nach dem zweiten Drittel Schluss, Alexander Reichelmeir durfte die letzten 20 Minuten im Kasten stehen. Und der Landsberger Goalie konnte sich gleich nach wenigen Sekunden in Szene setzen, als er einen Alleingang von Richardson parierte. Eine Minute später ließ er aber einen strammen Schuss von Weibler zum 0:6 (42.) passieren. Dass es nicht mehr zum Ehrentreffer geklappt hat, müssen sich die Landsberger aber selbst zuschreiben. Von den Chancen her waren sie im Schlussdrittel die bessere Mannschaft, Barz, Rau oder auch Kerber vergaben allerdings beste Möglichkeiten. Die letzte Chancen hatten aber dann doch die Bad Nauheimer. Chris Eade traf nur die Latte (58.), Sven Breiter das leere Tor nicht (59.). Sensation verschenkt Wesentlich besser sah es am Sonntag beim Meisterschafts-Topfavoriten in Herne aus. Nach 40 Minuten hielt der EVL immerhin ein 2:2. Joel Keussen (4.) und Thomas Schenkel hatten die Ruhrpott Crusaders zwar in Führung geschossen, Fabian Krull glich allerdings mit einem Doppelpack in Überzahl (35./39.) noch im zweiten Drittel aus. „Wir haben eine super Moral gezeigt, ich bin sehr stolz auf die Mannschaft“, lobte Coach Hurtik. Seine Truppe hatte sogar eine Siegchance, nachdem Hernes Schadewaldt und McNeil, nach einem bösen Foul an Dominik Nörenberg, mit Spieldauerstrafen vom Eis mussten. Allerdings wussten die Landsberger nichts damit anzufangen. Noch in Überzahl kassierten sie anfangs des letzten Drittels das 3:2 durch Dennis Fischbuch (43.). Ein Knackpunkt, wie sich herausstellen sollte. Zwar vergaben die Hausherren in der 46. Minute noch einen Penalty, Keussen (53./60.) und Anton Bader (59.) schossen am Ende doch noch einen klaren 6:2-Sieg heraus. Nur noch Platz sechs Für den EVL 2000 beginnt nun die fast zweiwöchige Länderspiel-Pause, die die Mannschaft auch dringend nötig hat. „Unsere Augen sind nun auf Deggendorf am 19. Februar gerichtet“, erklärte Hurtik bereits nach dem Freitagsspiel. Von da an beginnt für die Landsberger der Playoff-Kampf von vorne. „Wir schauen jetzt nur noch auf Platz sechs.“ Zwei Tage vor dieser Partie gastieren die Augsburger Panther zu einem Freundschaftsspiel am Hungerbachweg (mehr dazu auf Seite 1).

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