Zwei stabile Dämme – Konzept für die Hochwasserfreilegung des Mühlbaches

Im Rahmen einer umfangreichen Power-Point-Präsentation hat Tiefbauingenieur Volker Wittke auf der jüngsten Gemeinderatssitzung sein Konzept zur Hochwasserfreilegung des Mühlbachs vorgestellt. Auf einstimmigem Beschluss der Ratsmitglieder soll es nun zur Planungsreife weitergeführt werden.

Maximal acht Kubikmeter Wasser pro Sekunde können den Mühlbach passieren, ohne dass die Uttinger nasse Füße bekommen. Damit dies auch bei einem so genannten „Hundertjährigen Hochwasser“ gewährleistet ist, sollten laut Wittke am Oberlauf des Baches westlich der Staatsstraße mindestens zwei Retensionsflächen geschaffen werden. Mehrere Standorte wurden zu diesem Zweck auf ihre Tauglichkeit hin untersucht. Geeignet, so Wittke, sei der Bachverlauf zwischen Sportplatz und Staatsstraße. Ungefähr 100 Meter hinter dem Anwesen Wiedemann, an der schmalsten Stelle des Bachtals, wäre demnach ein zirka 60 Meter langer und bis zu fünf Meter hoher Damm denkbar. Die Fläche dahinter weitet sich zum Schützenheim hin und könnte so rund 32000 Kubikmeter Wasser zurückhalten. Flurweg auf dem Damm Den zweiten, etwas kleineren Deich, stellt sich der Planer nördlich der Auray-Straße gegenüber vom Pscherrweiher vor. Dieser habe mit einem Fassungsvermögen von rund 2000 Kubikmeter kaum eine Rückhaltefunktion. Die angedachte zweite Retentionsfläche soll dagegen bis zu 11000 Kubikmeter Wasser aufstauen. Auch hier ist ein Damm mit zirka 60 bis 80 Meter Länge vorgesehen; auf ihm könnte der vorhandene Flurweg verlaufen. Für den kleineren Damm ist eine Einstautiefe von rund zwei Meter vorgesehen, beim großen sind es 3,50. Die Kronenbreite beider Dämme läge bei drei Metern. Das große Becken könnte den Abfluss von 16,1 Kubikmeter pro Sekunde bei einem Hundertjähriges Hochwasser auf 9,4 Kubikmeter reduzieren. Zusätzlich wäre am kleineren Becken auch noch eine Reduzierung des Durchfluss von 9,4 auf 7,8 Kubikmeter pro Sekunde möglich. Die Baukosten für dieses Becken veranschlagte Wittke „ganz grob“ auf 315000 Euro, während für das große Retensionsbecken voraussichtlich 700 000 Euro anfallen würden. Um einen Anspruch auf staatliche Zuwendungen von bis zu 75 Prozent zu erlangen, müsse für die Hochwasserfreilegung, wie im Falle des Mühlbaches vorgesehen, die Eindämmung eines Hundertjährigen Hochwassers zuzüglich eines Klimafaktors von 15 Prozent zugrunde gelegt werden. Falls kein Planfeststellungsverfahren notwendig wird, kann der Finanzierungsantrag 2010 gestellt und dann mit dem Bau der Becken begonnen werden. Michael Weber (FW) gab zu bedenken, dass die Dämme aus Wartungsgründen auch mit Fahrzeugen erreichbar sein müssten. Peter Noll (GAL) und Elisabeth Reinhard (LWV) fragten nach, ob es nicht günstiger sei, den Mühlbach im Ortsbereich tiefer zu legen. Das sei kaum machbar, so Wittke, da man eine Kubatur für fast 50000 Kubikmeter Wasser benötige. Außerdem widerspreche dieser Vorschlag dem Renaturierungsgedanken, meinte Horst Schnappinger (CSU) und der Idee, dass man den Bach in der Ortsmitte nach Möglichkeit allen Menschen, insbesondere Kindern zugänglich machen wolle. Renaturierungsmaßnahmen im Ort, ergänzte Bürgermeister Josef Lutzenberger, könnten sinnvoller Weise erst dann in Angriff genommen werden, wenn die Hochwasserfreilegung gesichert sei.

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