Angehörigen selbstlos helfen

Thaininger erhalten Pflegepreis

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Michaela Zeck und Thomas Grassinger (von links) bekamen für die Pflege ihrer Schwester beziehungsweise Lebensgefährtin den Pflegepreis der bayerischen Multiple Sklerose Stiftung. Geehrt wurden sie von Herzogin Elisabeth in Bayern (rechts).

Thaining – Einen Angehörigen zu pflegen ist eine schwierige Herausforderung. Michaela Zeck und Thomas Grassinger aus Thaining meistern diese Aufgabe nun schon seit etwa acht Jahren. Als Anerkennung ist ihnen am vergangenen Freitag von der bayerischen Multiple Sklerose Stiftung der mit 1.000 Euro dotierte Pflegepreis verliehen worden.

2002 wurde bei der 36-jährigen Christina Mayr die Nervenkrankheit Multiple Sklerose (MS) diagnostiziert. Dabei handelt es sich um eine unheilbare Krankheit des zentralen Nervensystems. Weil Verlauf, Beschwerdebild und Therapieerfolg von Patient zu Patient unterschiedlich sind, lassen sich allgemeingültige Aussagen nur bedingt treffen. Weshalb MS auch als „Krankheit mit den 1.000 Gesichtern“ bezeichnet wird.

Bei Mayr führte die Erkrankung unter anderem dazu, dass sie auf einen Rollstuhl und ständige Pflege angewiesen ist. Ihre Schwester Michaela Zeck und ihr Lebensgefährte Thomas Grassinger übernehmen die gesamte Pflege.

„Am Anfang denkt man immer es geht, aber auf die Dauer ist es schon anstrengend“, berichtet Zeck. Sie seien quasi ins kalte Wasser geschubst worden und hätten in die Situation „reinwachsen müssen“. Tatkräftig unterstützt werden die beiden von Christinas Mutter, einer Tante und einer Cousine sowie den Verhinderungspflegekräften.

Bei der Laudatio des Pflegepreises wies Herzogin Elisabeth in Bayern daraufhin, dass „die Pflege sehr viel Kraft kostet, sodass für persönliche Bedürfnisse und Interessen kaum noch Zeit bleibt“. Im Falle von Mayr kommt noch hinzu, dass sich momentan kein Pflegedienst finden lässt, der zu ihr nach Thaining kommen würde. Von etwa 20 Pflegediensten, die Zeck und Grassinger angefragt haben, hatte die Hälfte keine Kapazitäten mehr frei. Die andere Hälfte sei nicht bereit gewesen, nach Thaining zu fahren, berichtet Zeck.

Umso bemerkenswerter ist es, wenn zwei Menschen wie Zeck und Grassinger sich für ihre Schwester beziehungsweise Lebensgefährtin so sehr einsetzen. Mit einem Teil des Preisgeldes würde Zeck gerne mit ihrem Ehemann für eine paar Tage in den Urlaub fahren. Eine kleine Auszeit, um wieder Kraft zu tanken haben sich sowohl Zeck als auch Grassinger sicherlich mehr als verdient.

Stephanie Novy

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