Zwei Trassen für die Umgehung

Zwei mögliche Trassenführungen für eine Umgehung sind im Entwurf des neuen Eresinger Flächennutzungsplans eingezeichnet. Grafik: kb

Im Entwurf des neuen Flächennutzungsplans für Eresing, der jetzt ins Genehmigungsverfahren geht, sind zahlreiche Ziele formuliert worden. Gewünscht werden der Ausbau des Radweges nach Windach, mehr Fußwege und mehr Parkplätze am Geltendorfer Bahnhof, die Ausweisung des Pflaumdorfer Mooses als Landschaftsschutzgebiet und die Einrichtung eines Dorfladens. Bei der Bürgerversammlung zum Flächennutzungsplan stand jedoch ein Aspekt im Vordergrund: die beiden Trassenvor­- schläge für eine Ortsumfahrung.

Die Bürgerversammlung im Alten Wirt war mit rund 150 Eresingern gut besucht. Als Referenten traten Susanne Bauer und Matthias Beck vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München, Verkehrsplaner Justus Hoffmann, Landschaftsplaner Christoph Goslich und Bürgermeister Josef Loy auf. Der Planentwurf geht davon aus, dass die Einwohnerzahl in Eresing bis 2025 um jährlich 1,5 Prozent steigt und sieht deshalb knapp neun Hektar Fläche für neue Wohnbebauung vor. Die Grundstücke sollen im Westen der Ortschaft entstehen, und hier ist auch die Umgehungsstraße angedacht. Im Plan sind eine ortsnahe Trasse und alternativ eine Strecke durch den Wald eingezeich­net. Beide würden nördlich der Ortschaft gegenüber der Abzweigung nach St. Ottilien auf einen Kreisverkehr münden. Wie Verkehrsplaner Hoffmann erläuterte, könnte man auf diese Weise auch das Gewerbegebiet, das nach Norden erweitert werden soll, von Westen her erschließen. Keine Erweiterung des Gewerbegebiets bevor nicht mindestens eine Ortsumgehung von der Schöffeldinger Straße Richtung Norden geschaffen worden ist – diese Forderung erhob Hermann Giersberg. Er schlug vor, die Umfahrung in zwei Abschnitten zu realisieren. Schon mit dem ersten Teilstück „hätten wir im Ort 50 bis 70 Prozent weniger Verkehr“. Ein Bürger kritisierte, dass die ortsnahe Trasse das Dorf wie einen Gürtel einschnüren und seine weitere Entwicklung verhindern würde. Es wurden aber auch kritische Stimmen zum geplanten Bevölkerungswachstum laut. Bei einer Bürgerbefragung hatte sich eine knappe Mehrheit für weniger Zuzug ausgesprochen. „Wir sollten weniger Bevölkerungswachstum einplanen, so lange das Verkehrsproblem nicht gelöst ist“, fand auch Gemeinderat Philipp Leichtle. Außerdem forderte er eine Zusammenarbeit Eresings mit der Nachbargemeinde Geltendorf. Dort werde derzeit ebenfalls ein neuer Flächennutzungsplan erarbeitet, erklärte Loy. Wenn der Planungsprozess abgeschlossen sei, werde man Gespräche aufnehmen. „Wir müssen unsere Umgehung ja auch an den S-Bahn-Parkplatz anbinden.“ Sorge um Lärm Christoph Resch sorgte sich im Falle der ortsnahen Trasse um die Lärmentwicklung. Verkehrsplaner Hoffmann erläuterte dazu, dass Lärmschutzmaßnahmen oder auch eine Tieferle­gung der Straße möglich seien. Auf die Kosten angesprochen, nannte er 15 bis 18 Millionen Euro – ohne Grunderwerb, Ausgleichsflächen und Ingenieurleistungen. Trotz des fast doppelt so großen Flächenbedarfs für die Streckenführung durch den Wald wären beiden Trassen in etwa gleich teuer. Auf die Finanzierbarkeit angesprochen, winkte Bürgermeister Loy ab. „Das ist überhaupt noch kein Thema. Bis jetzt haben wir noch nicht einmal eine Trasse.“ Der Rathauschef ließ allerdings keinen Zweifel daran, dass die Gemeinde das Projekt nicht ohne Förderung realisieren könne. „Das ist unmöglich.“ Der Entwurf des Flächennutzungsplanes kann vom 10. August bis 7. Oktober im Rathaus öffentlich eingesehen werden.

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