Für einen würdevollen Abschied

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Eine gute Idee braucht viele Unterstützer: Irmgard Schleich (2. v. r.) mit Mitarbeiterinnen und Spenderinnen: (v.l.) Waltraut Gröger (Kanzbinderinnen Grafrath), Serena Edwards, Brigitte Fürgut, Anne-Kathrin Löhle und Schwester Thelma Schwind (Hospizbegleiterinnen), Marlies Dirr (Frauenkranz Reichling) und Hilkka Jung (Kranzbinderinnen).

Dießen – Seit Samstag residieren im Klosterhof 8 gleich zwei Vereine: Der Theotinum Verein mit dem ambulanten Kinderhospiz TheoKiDi und der Hospizdienst Ammersee (www.hosdiam.de). Motor des Ganzen ist die rührige Koordinatorin und Hospizbegleiter Irmgard Schleich. „Ich freue mich, dass wir am Klosterhof 8, nur wenige Schritte von unserem vorherigen Büro entfernt, unmittelbar neben dem Marienmünster ein neues Zuhause gefunden haben“, sagte sie anlässlich der Eröffnung – um sich herum Lebensfreude pur.

Bunte Luftballons strahlten, Sektgläser klirrten, es wurde gelacht und leckerer Kuchen herumgereicht. Für Schleich und ihre ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen steht zwar der letzte Lebensabschnitt im Mittelpunkt, doch gerade deshalb wird Lebensfreude und Zuversicht groß geschrieben. Dazu passt auch das neue, ebenerdige, rund 60 Quadratmeter große Vereinsdomizil, das zugleich Büro, Beratungsraum, Treffpunkt und Schulungsraum für angehende HospizbegleiterInnen ist. 

Unermüdlich wollen die beiden Vereine auch weiterhin an ihrem großen Ziel arbeiten – einer Hospizherberge am Ammersee, in der schwerkranke Kinder und Jugendliche gemeinsam mit ihren Familien Raum für Gemeinschaft, Erholung und für einen würdevollen Abschied finden können. Den Ammersee und seine von klösterlicher Tradition geprägte Kulturlandschaft empfindet Irmgard Schleich als tröstlich und heilsam. 

Wie dringend eine Hospizherberge gebraucht würde, zeigte am Samstag nicht zuletzt die große Anzahl der Besucher, die aus der ganzen Region zwischen München und dem Oberland anreisten – sei es um sich für bereits geleistete Hilfe persönlich zu bedanken oder um das Projekt Kinderhospiz mit einer Spende zu unterstützen. „Auch weiterhin werden wir alles tun, um Unterstützer, Spender und Investoren zu suchen“, versprach Schleich. 

50 Patienten 

Vorerst wird der Hospizverein, der derzeit rund 50 Patienten betreut, darunter mehrere Kinder und Jugendliche, seine Dienste weiterhin ambulant anbieten. Seit 2007 wurden von HosDiAm bereits 45 HospizbegleiterInnen und 13 KinderhospizbegleiterInnen ausgebildet. Der nächste Grundkurs beginnt am Montag, 5. Oktober. 

Betroffene oder Angehörige, die das persönliche Gespräch suchen sind während der Öffnungszeiten mittwochs von 10 bis 15 Uhr eingeladen, im Klosterhof 8 vorbeizuschauen. Dort bietet der Hospizverein auch Unterstützung zu ganz praktischen Themen wie Patienten- und Betreuungsverfügungen oder Vorsorgevollmachten an. Im Mittelpunkt steht immer das Motto „Leben in Würde, Dasein bis zuletzt“.

Ursula Nagl

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