Zweimal diskutiert, dann ja gesagt

Noch vor wenigen Wochen hatte der Marktgemeinderat Kaufering mit knapper Mehrheit den Standort abgelehnt, jetzt hat er sich mit 15:3 Stimmen genau für diesen ausgesprochen. Auf dem Gelände der ehemaligen Mülldeponie Richtung Scheuring soll nun der rund 40 Meter hohe Sendemast für den digitalen Polizei- und Feuerwehrfunk TETRA errichtet werden.

Der Entscheidung vorausgegangen war ein erneuter Vortrag des unabhängigen Experten Diplom-Ingenieur Harald Klussmann aus Kaufering. Bereits vor drei Wochen hatte dieser über Technik und Gefahrenpotenzial des digitalen Funksystems referiert. Damals erschien den Räten die Informationszeit zu kurz und sie sprachen sich dagegen aus. Die Gemeindeverwaltung hat jetzt eine Alternative rund 520 Meter nordöstlich des Standortes an der ehemaligen Mülldeponie erarbeitet – dieser scheint aber keine wirkliche Alternative zu sein. „Der neue Standortvorschlag ist grenzwertig: Er liegt 15 Meter tiefer als der vorerst abgelehnte Standort und rund 700 Meter von der Lechhangkante entfernt. Die Kuppe der Deponie bildet ein funktechnisches Hindernis“, erklärte Klussmann. Vor allem Alt-Kaufering befände sich dann im Funkschatten, was zu Lasten der Sicherheit ginge, weil vielleicht Polizei, Krankenwagen oder Feuerwehr verspätet eintreffen könnten. „Sie haben hier eine Verantwortung“, appellierte Klussmann an die Räte. Zudem müsste der Antennenträger mindestens 55 Metern hoch sein. Die Mehrkosten lägen bei rund 100000 Euro. Die Bedenken von Marktgemeinderat Johann Drexl, der in der Nähe des geeigneten Standortes wohnt, könne er verstehen, so Klussmann. „Der Funkmast wird immer in Sichtweite bleiben. Aber die Funkstrahlung beim digitalen Funk ist horizontal und nicht wie beim Mobilfunk immer leicht zum Boden geneigt.“ Die Strahlung verhalte sich wie bei einem Leuchtturm: „Unterhalb des Leuchtturmes sieht man zwar, dass er leuchtet, aber der Lichtstrahl geht über alles hinweg.“ Drexl stellte dies nicht zufrieden. „Das haben Sie taktisch klug gemacht, Herr Dr. Bühler. Einen Alternativstandort gesucht, der nicht realisierbar ist“, so Drexl. Bühler wies diese Bemerkung als „Frechheit und Unterstellung“ zurück. Klussmann gab auch zu bedenken, dass der Standort nicht ohne Weiteres verschoben werden kann. Die benachbarten Standorte in Landsberg, auf dem Stoffersberg, in Stillern sowie bei Walleshausen seien vom anderen abhängig. „Wenn unser Standort wegfällt oder nur um wenige hundert Meter verschoben wird, dann sind alle Planungen hinfällig, weil die Netzstruktur dann zerstört ist“, erklärte Klussmann. Alex Glaser (GAL) sprach sich dennoch für den Alternativstandort im Nordosten von Kaufering aus: „Es geht mir darum, die Belastung so niedrig wie möglich zu halten.“ Mit 15:3 Stimmen fiel der Beschluss schließlich doch noch zugunsten des Standortes an der ehemaligen Mülldeponie aus.

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