Kommt der Express?

S-Bahn von Kaufering nach München

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Verkehrsexperte des Landratsamtes Dietmar Winkler (l.) informierte mit Blick auf den Kauferinger Bahnhof die SPD-Arbeitsgruppe „60-plus“ über die Nahverkehrsentwicklung in den nächsten Jahren. Das Foto zeigt ihn mit Landsbergs Ex-Oberbürgermeister Ingo Lehmann (r.).

Kaufering/Landsberg – Werden Kaufering und Buchloe schon in zwei bis drei Jahren an das Münchner S-Bahnnetz angeschlossen? „Ja“, bestätigte Dietmar Winkler den Mitgliedern der SPD Arbeitsgruppe „60-plus“. Der Verkehrsexperte des Landratsamtes Landsberg informierte die Genossen über die gesamte Nahverkehrsentwicklung, bei der sich in den nächsten Jahren große Veränderungen abzeichnen. Die Moderation der spannenden Veranstaltung hatte Landsberg früherer Oberbürgermeister Ingo Lehmann übernommen.

Eine der Voraussetzungen für die Erweiterung des Münchner S-Bahnnetzes sei die Elektrifizierung. Einen Vollbetrieb mit einem halbstündig getakteten Fahrplan wird es allerdings erst nach der Fertigstellung der zweiten Stammstrecke in München geben. Bis dahin soll es aus Kapazitätsgründen nur ein eingeschränktes Angebot geben. Der Bau der zweiten Stammstrecke wird bekanntlich noch einige Zeit dauern. Der Tunnelrohbau soll bis 2023 fertig sein.

Die Express-S-Bahn zwischen Buchloe und München wird nicht an jeder sprichwörtlichen Milchkanne halten. Geplant sind lediglich Halte zwischen Buchloe und München Hauptbahnhof in Kaufering, Geltendorf, Fürstenfeldbruck, Puchheim und auch Pasing.

Tarifentwicklung

Winkler betonte, die Express-S-Bahn komme zunächst zum heutigen Zugangebot noch on top. Die bisher zwölf Tarifzonen der Münchner Verkehrsbetriebe werden im Zuge dieser Umstellung auf sechs reduziert. Die Tarifentwicklung, so Winkler, dürfte noch spannend werden. Grundsätzlich gelte aber, dass die Fahrpreise letztlich von der Politik entschieden würden.

Ändern werden sich dann auch die Fahrpläne im Busverkehr. Sie müssen in Kaufering oder Geltendorf neu auf die Fahrpläne im Schienenverkehr angepasst werden.

Der Veranstaltungsort des SPD-Treffens war mit der „Kletterei“ gut gewählt, hatte man doch einen direkten Blick auf den Kauferinger Bahnhof. Die Veränderungen konnte man aus den Fenstern beobachten. Die rotlackierten Nahverkehrszüge der DB-Regio sind größtenteils verschwunden. Dafür fahren jetzt auf den meisten Strecken die blaulackierten Züge der RBR – der Bayerischen Regiobahn GmbH mit Sitz in Holzkirchen. Sie ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der französischen Transdev-Gruppe.

Aber auch die Tage des ALEX sind gezählt. Die Züge zwischen München und dem Allgäu verkehren nur noch bis Ende 2020. Dann wird die DB-Regio die Strecken übernehmen. Die roten Züge werden dann in Kaufereing wieder häufiger zu sehen sein.

Vorerst noch mit Diesel

Zwischen Landsberg und Kaufering rollen erst einmal die dieselgetriebenen Züge weiter. Die Strecke steht aber auf einer Projektliste der Regionalkonferenz Oberbayern. Hinter der sperrigen Wortschöpfung „Elektrifizierungspriorisierungen Südbayerische Projekte“ stehen neben sechs anderen Projekten auch die Strecke Kaufering/Landsberg auf der Liste. Der Freistaat fordert vom Bund die Auflage eines Sonderprogrammes für Elektrifizierungen, um den Dieselverkehr im Bahnnetz Bayern weiter zu reduzieren.

Die SPD-Mitglieder erhielten von Dietmar Winkler einen umfassenden Überblick über das Buslinienangebot und das Sammel-Taxen-Angebot im gesamten Landkreis. Winkler wagte auch einen Blick in die fernere Zukunft. Von Luft-Taxis war nicht die Rede, aber von autonom fahrenden kleinbusähnlichen Transportmitteln, wie sie schon anderweitig in Erprobung sind. Winkler kann sich vorstellen, dass gerade auf dem flachen Land solche Verkehrsmittel Bus und Taxi großenteils ablösen könnten. Das sei aber noch Zukunftsmusik.

Kritik an der Bahn kam aus dem Kreis der Sitzungsteilnehmer. Unerträglich sei die Situation, dass Kaufering noch immer nicht barrierefrei ausgebaut sei und der Termin von der Bahn wieder einmal nach hinten auf das Jahr 2023 verschoben worden sei.

Hans-Jörg Pilz ist zwar nicht Mitglied der SPD, aber Kauferinger Marktgemeinderat (GAL). Seine Frage richtete sich auf die Parksituation am Kauferinger Bahnhof. Zum Bau eines Parkhauses wollte sich Winkler aber nicht äußern. „Nicht meine Baustelle“. Darum kümmere sich der Landrat persönlich, betonte Winkler.

Siegfried Spörer

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