Ab in die Ausstellung!

„Zwischen den Zeiten“ in der Landsberger Säulenhalle

Kunstverein Landsberg Säulenhalle
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Noch bis zum 20. Juni in der Säulenhalle zu sehen: die Ausstellung „Zwischen den Zeiten“ des Kunstvereins Landsberg.

Landsberg – Wieder Leben in der Säulenhalle: Nach einem Jahr, in dem sich kulturelles Schaffen in die eigenen vier Wänden zurückzog, durfte der Kunstverein Landsberg am Donnerstag mit Arbeiten der Vereinsmitglieder in der Ausstellung „Zwischen den Zeiten“ endlich wieder seine Werke zwischen den weißen Säulen präsentieren. Es bleibt zu hoffen, dass Kunst und Kultur keine weitere ‚Zwischenzeit‘ überbrücken müssen. 

„Kunst bedeutet Kommunikation, mit dem Werk, mit dem Betrachter, mit der Reflektion“, startete Kulturreferent Axel Flörke seine Einführung zu den ausgestellten Werken. Ein Jahr ohne gemeinsames Schaffen und Wirken, ohne Möglichkeit einer Ausstellung oder gemeinsamer Aktivitäten sei herausfordernd gewesen. Und jedes der ausgestellten Exponate reflektiere auf seine eigene Weise diese Herausforderung.

Gina Borrmanns Holzskulptur „Zerrissen“ sei ein deutliches Beispiel dafür. Einerseits zeige sie das Geteilte, andererseits aber auch das ‚Verwurzelte‘ – und damit Hoffnung. Inge Diepolds „Break I + II“ thematisiere ebenfalls einen Bruch. Aber damit auch die Chance, aus dem Chaos heraus neue Wege zu beschreiten. Und Andrea Reiners setze sich mit ihren Musen auseinander: grazile Frauen, die sie auf Leinwand oder auf Holzwürfeln verewigt: Gesellschaft, auch in Zeiten ohne viele Kontakte. Aber auch Humor sei zu finden: So werfe Kathe Hiltl-Schroeder mit „Anders“ einen „herrlich ironischen Blick“ auf die Pandemieerscheinung ‚Gassi gehen‘.

Schon die Titel von Tanja Popps Arbeiten – „Meine inneren Dämonen“ und „Falling down“ – zeugten von Emotionen, die für viele im vergangenen Jahr prägend waren – während Mone Neubauers Monotypien das ‚Medikament‘ gegen die Dämonen parat hielten: „Zusammenhalten“. Und auch Rike Bryschs ausdrucksstarke Gesichter schenkten Hoffnung und „schließen mit einer Umarmung die Welt ein“.

Fiktiver Urlaub

Gudrun Daum nehme den Betrachter mit in unbeschwerte Zeiten: ein Ausflug an den Strand, in kräftigen Pinselstrichen und Farben. Auch Rudolf Billes realistische Street-Art-Impression eines geschlossenen Obst- und Gemüseladen lasse an die Siesta des Südens denken – aber auch an die Tatsache, dass wieder geöffnet werde.

Heidi Bille hingegen finde ihre Inspirationen in der Natur direkt vor der Haustüre. Und auch Ruth Franks klare, sanfte Farben entführen in die heilsame Welt der Natur. Dass diese in Gefahr ist, daran appelliere Lisa Wehrmann mit ihrer „Verbrannten Erde“.

Nicht Natur, sondern die Komposition sei hingegen der Schwerpunkt Ulla Schweizers. Felder in kräftigen Farben, die sich aus ausgeschnittenen oder auch ausgerissenen Schnipseln zu einem in sich ruhenden Ganzen zusammensetzten, verdeutlichten Struktur, wo auf den ersten Blick scheinbar zufälliges Aneinanderfügen vorherrsche.

In Gedenken an den Vereinsgründer sind auch drei Arbeiten von Rainer Walch zu sehen. Die Ausstellung läuft noch bis 20. Juni. Informationen unter www.kunstverein-landsberg.de.

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