Gut Mittelstetten

Wohnen mit Kuh und Konzept

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Am morgigen Mittwoch entscheidet der Bauausschuss der Stadt Landsberg über die Vorschläge des Eigentümers Maximilian Neubauer zur Sanierung des denkmalgeschützten Herrenhauses (Foto, links). Es soll das Herzstück von Gut Mittelstetten bleiben.

Mittelstetten/Landsberg – Bereits nach der Ideenpräsentation im Bau-, Planungs- und Umwelt­ausschuss Mitte März hat es von den Stadträten Zustimmung und Ermunterung für das Projekt Gut Mittelstetten (der KREISBOTE berichtete) gegeben. Wenn nun morgen Abend im Gremium über die Nutzungsänderung und Sanierung des Herrenhauses Gut Mittelstetten abgestimmt wird, dürfen Eigentümer Maximilian Neubauer sowie seine Schwester und Miteigentümerin Isabel Brüse wohl ebenfalls mit einem positiven Entscheid rechnen. Mit der Instandsetzung des stattlichen Hauses aus dem Jahre 1826 beginnt dann eine Runderneuerung des Areals zwischen Erpfting und Ellighofen – und startet damit ein ambitioniertes Projekt.

Ein kleiner landwirtschaftlicher Betrieb befindet sich bereits auf dem Anwesen. Dort beschäftigt sich Paul Brüse, der Schwager von Isabel Brüse, mit der Haltung von mittlerweile rar gewordenen Nutztierrassen; wunderbar robuste Murnau-Werdenfelser Rinder stehen in seinem Stall, auf der Wiese davor tummeln sich Warzenenten. Der landwirtschaftliche Aspekt wird eine Säule des Guts bleiben, der Anbau von Gemüse und Obst stehen ebenfalls in der Überlegung. Verkauft werden sollen die Lebensmittel im Hofladen – auch der steht auf der Agenda der ambitionierten Eigentümer. Ergänzt werden könnte das selbsterzeugte Angebot durch Ware örtlicher Bauern, die damit den Hofladen beliefern, sagt Paul Brüse. Überhaupt ist der gemeinsame Aufenthalt von Mensch und Tier ein Dreh- und Angelpunkt der Planungen.

Er selbst wohnt bereits auf dem Gut, bekommt dadurch hautnah die kommenden Veränderungen und Entwicklungen des Areals mit – und freut sich schon darauf. „Das Gutshaus soll das Herzstück von Gut Mittelstetten bleiben“, sagt er. Geplant sind dort die Schaffung von Büro- und Tagungsräumen, etwas versetzt daneben soll sich ein in die Jahre gekommener Stadelbau in eine Art Orangerie verwandeln – ideal für größere Gesellschaften und Festivitäten.

Wer die herrschaftliche Auffahrt zwischen den Alleebäumen beschreitet, dessen Blick wird in naher Zukunft auf einen lauschigen Biergarten treffen, der sich rechts der Straße an das geplante Restaurant anschließen soll – natürlich bleibt die Sichtachse zum Gutshaus davon unbelastet, zu schön ist der Blick darauf.

Soll auch Wohnraum geschaffen werden? „Ja“, bestätigt Brüse. Das ambitionierte Vorhaben wird mit hohen Kosten verbunden sein. Eine teilweise Refinanzierung durch Schaffung von Wohnraum ist fest eingeplant. Allerdings in gemäßigtem Umfang. Maximal 40 Wohneinheiten stehen in der Überlegung, auch wird für einige davon die städtische Vorgabe SoBoN, die sozialgerechte Bodennutzung, zum Tragen kommen – was auch im Sinne des Eigentümers Maximilian Neubauer ist. Folglich kann damit Wohnraum für Einkommensschwächere angeboten werden.

Platz auf dem Gut dürfen – nach den Pänen des Eigentümers – nicht nur Ausübende alter Handwerkskünste finden, die in umgebauten Stallungen Raum finden könnten, zusätzlich wird die Möglichkeit eines Kindergartens auf dem Gutsgelände ins Auge gefasst – auch da stöße man auf großes Interesse und Ermunterung seitens der Stadt Landsberg, sagt Paul Brüse.

Letztlich soll der Mobilität Rechnung getragen werden; wo viele Menschen ein Zuhause finden, die Gastronomie oder den Hofladen besuchen wollen, da muss auch über die Parksituation nachgedacht werden. In Gesprächen mit den umliegenden Ortschaften wurde die Sorge um ein dadurch steigendes Verkehrsaufkommen ernst genommen. Auch hier möchte der Eigentümer ein gemeinsames Mobilitätskonzept umsetzen, vorstellbar als Wege- und Versorgungsnetz bedient durch Busse, partiell durch Pferdekutschen, aber auch durch Rad- und Wanderwege – Gut Mittelstetten als Ziel.

Regine Pätz

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