Zahlen aus dem Landkreis Weilheim-Schongau

106 Kilo Müll pro Person

+
Wie hier in Erbenschwang selbst können die Bürger ihre Wertstoffe wie Papier oder Plastik direkt anliefern. Auch Handwerker können hier Holz, Metall oder Elektrogeräte, teilweise gegen Gebühr, entsorgen.

Landkreis – Die von der Erbenschwanger Verwertungs- und Abfallentsorgungsgesellschaft (EVA) betriebenen Wertstoffhöfe erfreuen sich größter Beliebtheit. Mehr als 20.000 Tonnen Wertstoffe und Abfälle wurde 2019 dort vom Bürger angeliefert. Aber auch Gewerbetreibende nutzen diese Entsorgungsmöglichkeit. Stabil ist die Quote beim Hausmüll geblieben, jeder Bürger im Landkreis produziert etwa 106 Kilogramm Haus- oder Restmüll. Damit liegt auch die Verwertungsquote für den Müll stabil bei rund 90 Prozent.

Deutschland hält europaweit eine einsamen Rekord, fast 70 Prozent des „Mülls“ werden bei uns recycelt oder kompostiert, nur ein Prozent landet auf der Deponie während aber immerhin 31 Prozent thermisch entsorgt, also verbrannt werden. Im Landkreis Weilheim-Schongau wurde im vergangenen Jahr von den etwa 73.500 Tonnen Abfall rund 65.000 Tonnen verwertet, also recycelt; damit liegt die Quote mit fast 90 Prozent deutlich über dem bayerischen Durchschnitt (76 Prozent) und war mithin konstant während der vergangenen zehn Jahre. Zum Vergleich: 1990 betrug die Recyclingquote noch nur 17 Prozent bei einem Gesamtabfallaufkommen von rund 63.000 Tonnen.

Einen großen Anteil an der erfolgreichen Restmüllvermeidung haben nicht nur die zahlreichen Abfallsammlungen im Landkreis (gelber Sack für Plastikmüll und grauer Sack für Papier und Pappe bzw. die Blaue Tonne), sondern auch die vier großen Recyclinghöfe und acht Grüngutsammelstellen im Landkreis. Und die nutzten die Bürger im vergangenen Jahr reichlich. 20.000 Tonnen Metalle, Papier, Altholz und Grüngut sowie Elektrogeräte und Sperrmüll brachten sie, zusätzlich zur Papiersammlung etwa, dorthin. Mengenmäßig überwog dabei das Grüngut mit mehr als einem Drittel, Platz zwei mit gut 20 Prozent entfiel auf Sperrmüll, zehn Prozent, also 2.100 Tonnen, waren Altholz. Dabei nahm vor allem die Sperrmüllmenge um gut 700 Tonnen und das Altholz um etwa 300 Tonnen zu, nachdem mittlerweile viele Gewerbetreibende, vor allem Händler und Handwerker, den Wertstoffhof für sich ausgemacht haben. Deshalb habe man auch noch Ende vergangenen Jahres die Preise für gewerbliche Anlieferungen erhöht.

Den Zuwachs beim Gesamtabfallaufkommen erklärte Fritz Raab, Geschäftsführer der EVA, einerseits mit einem Bevölkerungszuwachs. Auch habe man höhere Abfallmengen, die nur deponiert werden konnten, etwa aus Altlasten wie dem Neubau der Umfahrung Peißenberg.

Ebenfalls gestiegen ist die Menge illegaler Ablagerungen an den Containerstandorten; dazu zählen beispielsweise neben dem (vollen) Glascontainer abgestellte Gläser oder Kartons. Bei größeren Abfallmengen, etwa einer neben dem Glascontainer abgestellten Waschmaschine, wird dann das Ordnungsamt aktiv und versucht den Verursacher zu ermitteln. Dabei würden erhebliche Kosten anfallen, erklärte Raab. Neben dem Ordnungswidrigkeitsverfahren an sich werde auch die Arbeitszeit der Mitarbeiter der Müllentsorgung in Rechnung gestellt. So komme ein deutlich höherer Betrag heraus, sagte Raab, als wenn man die Waschmaschine (oder den Kühlschrank) direkt am Wertstoffhof abgegeben hätte.

In der Planung ist derzeit ein neuer Wertstoffhof an der Autobahn Murnau-München an der Abfahrt Sindelsdorf in einer ehemaligen Kiesgrube. Auch verkündete Raab, dass man den Leistungsvertrag mit der Firma Oberland Recycling, die bereits jetzt schon die Tonnen leert, verlängert habe. Am ersten Juli, so Raab, habe die Laufzeit des Vertrages begonnen, der zunächst auf sieben Jahre befristet ist und einmalig um drei weitere Jahre verlängert werden kann. Der alte Leistungsvertrag war nach zehnjähriger Laufzeit erneut ausgeschrieben worden, wobei das Unternehmen erneut die besten Konditionen anbieten konnte. Unter anderem habe Oberland Recycling neue, vierachsige Müllfahrzeuge beschafft, wusste Raab.

Oliver Sommer

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kommentare