Naturschätze bewahren

Biotopkartierung im Landkreis Weilheim-Schongau geht weiter

Scheidiges Wollgras auf einem Hochmoor.
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Die Wollschöpfe (Fruchtstände) des Scheidigen Wollgrases wirken auf Hochmooren wie ein sommerlicher Blühaspekt.

Landkreis – Im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) und in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Weilheim-Schongau setzen Fachleute ab April dieses Jahres ihre Suche nach den Naturschätzen im Landkreis fort.

Bei der jüngsten Bürgermeisterdienstbesprechung im März in der Schlossberghalle in Peiting gab das LfU Auskunft über die Aktualisierung der Biotopkartierung. Vor über 30 Jahren wurde zum ersten Mal die Biotopkartierung im Landkreis Weilheim-Schongau durchgeführt. Bereits 2018 wurde mit dem zweiten Erfassungsdurchgang begonnen, der nun in den kommenden Jahren fertig gestellt werden soll. Die Biotopkartierung liefert unter anderem Kommunen, Naturschutzbehörden, Planungsbüros und wissenschaftlichen Einrichtungen wichtige Informationen für ihre tägliche Arbeit. Die anwesenden Bürgermeister begleiteten den Vortrag mit kritischen Fragen – unter anderem zur Entschädigung für Grundeigentümer, wenn ein Biotop auf ihrem Grund festgestellt wird. Für die naturverträgliche Bewirtschaftung können Landwirte eine Förderung nach dem Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramm beantragen.

Landrätin Andrea Jochner-Weiß bestätigte abschließend zur Diskussionsrunde die hohe Biotopausstattung im Landkreis. Außerdem wies sie darauf hin, dass jährlich knapp 1,7 Millionen Euro Fördergelder an die Bewirtschafter gehen und der Landkreis auch in weiteren Kernaufgaben des Naturschutzes, wie der Moor-Renaturierung, aktiv vorangeht.

Die Bandbreite der Naturoasen reicht von ausgedehnten Seenlandschaften über naturnahe Bäche und artenreiche Mähwiesen bis hin zu den bayernweit größten Nasswiesen und Moorkomplexen. Der Brachvogel, die gebänderte Heidelibelle, das Sumpf-Glanzkraut und der Rauhaarige Alant gehören zu den seltenen Arten, die im Landkreis Weilheim-Schongau noch einen Lebensraum finden.

Für den Erhalt dieser Naturschätze Bayerns ist die Erfassung in der Biotopkartierung die wesentliche Wissensgrundlage. Ein vierköpfiges Kartier-Team wird ab Mitte April seine Arbeit im Gelände beginnen und bis Ende nächsten Jahres abschließen. Nach der Digitalisierung und Prüfung der Daten ist mit einer Veröffentlichung der Ergebnisse für den gesamten Landkreis im Sommer 2023 zu rechnen. An den Gemeindeverwaltungen liegt in dieser Zeit für alle Interessierten die Broschüre des LfU „Lebensräume erfassen und gemeinsam bewahren“ zur Information aus.

Von Kreisbote

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