Seit Sonntag:

Jetzt wird geimpft im Landkreis Weilheim-Schongau

Corona Impfung Schongau Heilig-Geist-Spital
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Das Heilig-Geist-Spital war der erste Einsatzort für das mobile Impfteam. 30 Bewohner hatten dort Interesse an einer Impfung bekundet, darunter auch Ingeburg Haberbosch.

Landkreis – Die Corona-Impfungen im Landkreis haben begonnen. Am Sonntag wurden testweise die ersten drei Dosen verabreicht, am gestrigen Montag nahm dann das Impfzen­trum in Peißenberg seinen regulären Betrieb auf. Ein mobiles Impfteam fuhr das erste Seniorenzentrum an: das Heilig-Geist-Spital in Schongau.

30 Impfdosen standen zur Verfügung, genau 30 Personen im Alter von über 80 Jahren hatten sich im Heilig-Geist-Spital für eine Impfung gemeldet. Das passte, erklärt Christian Achmüller, Verwaltungsleiter des von den Johannitern betriebenen Impfzentrums, wieso die Wahl für den ersten Einsatz des mobilen Impfteams auf die Schongauer Einrichtung fiel.

Ebenfalls am gestrigen Montag erhielten 35 mobile Über-80-Jährige ihre Spritze im Impfzentrum in Peißenberg. Dort waren tags zuvor die ersten drei der insgesamt 100 zur ersten Lieferung zählenden Impfdosen verabreicht worden. Als eine Art Generalprobe, schildert Achmüller. „Für uns war das ein Test in gewohnter Umgebung.“ Für ihre Impfung zur Verfügung gestellt hatten sich mit den beiden ärztlichen Direktoren Dr. Michael Platz und Prof. Dr. Andreas Knez sowie Pflegedirektorin Anne Ertel drei Mitarbeiter der beiden Kreiskrankenhäuser. „Ich glaube, wir konnten guten Input geben“, schätzte Dr. Platz den „guten Start“ ein. Das Impfzentrum habe eine „riesige Aufgabe“ zu meistern – begleitet von einer aufgrund des noch knappen Impfstoffs drohenden Neiddebatte. „Man wird mit viel Hirnschmalz vorgehen müssen“, fasste er am heutigen Dienstag im Gespräch mit dem Kreisboten zusammen.

Zum Personenkreis mit höchster Priorität in der Impf-Reihenfolge gehören neben beispielsweise Senioren über 80 Jahren auch Krankenhausmitarbeiter. Vorrang innerhalb dieses ersten Personenkreises genießen sie aber nicht, erklärte Achmüller. Bis Mitte, Ende Januar könne man diese versorgen, so Achmüller. Das Interesse an einer Impfung sei groß – und steigend, fasste Dr. Platz seine Wahrnehmungen aus der Krankenhaus-Belegschaft zusammen.

Anfangs sei der dortige Tenor noch sehr kritisch gewesen, so sein Eindruck. Das ändere sich nun, da mit dem ärztlichen Direktor Prof. Dr. Andreas Knez, Pflegedirektorin Anne Ertel und ihm selbst die ersten drei Freiwilligen vorangegangen seien. „Wir wollten da eine wichtige Botschaft senden“, so Dr. Platz.

Auch seitens der Bevölkerung ist das Interesse gewaltig. 600 Anrufe gingen schon am Sonntag unter Tel. 08803/4929700 zur Terminvereinbarung bei der Hotline ein, 2.000 am gestrigen Montag. „Mit so vielen haben wir nicht gerechnet“, räumte Achmüller ein. „Wir konnten nur einen Bruchteil annehmen.“ Im Lauf der Woche sollte hierfür eine Lösung gefunden werden. „Dann läuft die Terminvergabe hoffentlich flüssiger.“

Frage des Nachschubs

Die alles entscheidende Frage bleibt aber, wann wie viel Nachschub kommt, erklärte Achmüller am heutigen Dienstag, nachdem die ersten 100 Dosen aufgebraucht waren. Knapp 450 sollten noch heute eintreffen, weitere 450 bis Silvester. Für die ersten drei Wochen sind insgesamt 2.500 Dosen angekündigt.

Keine Einzel-Hausbesuche

Im Umgang mit dem Impfstoff habe man in den ersten beiden Tagen wichtige Erkenntnisse gesammelt. „Die Kühlkette haben wir eingehalten“, erklärte Achmüller. Zu beachten sei, dass der Impfstoff sehr empfindlich ist. „Nach dem Anmischen lässt er sich nicht mehr transportieren.“ Weil ein Fläschchen jeweils fünf Impfungen fasst, müssen diese allesamt an Ort und Stelle verbraucht werden. „Wir können also nicht zu Patienten kommen, die zuhause gepflegt werden“, so Achmüller. Denn durch eine einzelne Impfung würden so vier weitere unbrauchbar. „Dafür müssen wir einen stabileren Impfstoff abwarten.“

ras

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