Großer Einsatz auch in Krisenzeiten

Das BRK Weilheim-Schongau war 2020 rund um die Uhr für andere da

BRK-Einsatzkräfte bei Verkehrsunfall
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144 000 Personalstunden haben die Einsatzkräfte des BRK-Kreisverbandes Weilheim-Schongau im Jahr 2020 abgeleistet.

Landkreis – Die Corona-Pandemie hatte im vergangenen Jahr auch in Teilbereichen der Aktivitäten des BRK-Kreisverbandes Weilheim-Schongau spürbare Auswirkungen.

Wie Kreisgeschäftsführer Hans Eberl berichtet, seien in den Bereichen Bereitschaft, Wasserwacht und Jugendrotkreuz 2020 deutlich weniger Einsatzstunden als gewohnt absolviert worden. Für die rund 1 400 registrierten aktiven Mitglieder war es demnach ein ruhigeres Jahr als üblich.

Jedoch erklärt Eberl, dass der BRK-Kreisverband Weilheim-Schongau „alleiniger Durchführender des öffentlich-rechtlichen Rettungsdienstes im Landkreis“ sei. Zudem betreibe er rund um die Uhr fünf Rettungswachen in Penzberg, Weilheim, Peißenberg, Schongau und Steingaden. Hinzu kommen zwei Stellplätze (12 beziehungsweise 16 Stunden Bereitschaft) in Rottenbuch und Bernried mit insgesamt neun Rettungswägen, fünf Krankenwägen und drei Notarzt-Einsatzfahrzeugen. Etwa 144 000 Personalstunden sind so im vergangenen Jahr zusammengekommen.

Neben den 144 angestellten Mitarbeitern gibt es auch etliche Menschen, die sich ehrenamtlich beim BRK engagieren. So wie die Helfer vor Ort. „Dies sind Einheiten der ‚organisierten Erste Hilfe‘, die bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes qualifizierte Hilfe leisten und zwar insbesondere dann, wenn der Rettungsdienst aufgrund längerer Anfahrten nicht rechtzeitig eintreffen kann“, erklärt Eberl. Im Landkreis hat das BRK in Seeshaupt, Penzberg, Birkland und Peiting – sowie in Peißenberg in Kooperation mit AEROtec – Helfer vor Ort installiert. 2020 kamen die Ehrenamtlichen 522 Mal (Vorjahr 701) zum Einsatz.

Auch die Schnelleinsatzgruppe (SEG) unterstützt den Rettungsdienst. Wenn es zum Beispiel zu Massenkarambolagen kommt und es mehr Verletzte gibt, als der Rettungsdienst versorgen kann, tritt die SEG in Aktion. „Am Unglücksort helfen sie Verletzte aus dem Gefahrenbereich zu bringen, Erste Hilfe zu leisten oder Patienten abzutransportieren.“ 2020 wurde 75 Mal die Unterstützung der SEG angefordert.

Ebenfalls ehrenamtlich im Einsatz sind die Mitglieder der Rettungshundestaffel. Ob bei der Suche nach Vermissten im örtlichen Bereich bis zu internationalen Katastropheneinsätzen: Aufgabe ist es, nach überlebenden Personen zu suchen und diese aufzufinden. Laut dem Kreisgeschäftsführer wurde die Rettungshundestaffel zu 26 Sucheinsätzen alarmiert.

Erste Hilfe für die Seele

Der „klassische“ Rettungsdienst kümmert sich bei seinen Einsätzen um die körperlich verletzten Menschen. Von einem Unglück „nur“ indirekt betroffene Personen werden dagegen mit ihren seelischen Belastungen alleine gelassen, obwohl sie häufig ebenfalls Beistand bräuchten. „Um diese ‚seelisch verletzten‘ Menschen kümmerte sich das Kriseninterventionsteam“, berichtet Eberl. 100 Mal haben die Ehrenamtlichen im vergangenen Jahr Erste Hilfe für die Seele geleistet. Im Vorjahr war ihre Unterstützung 77 Mal erforderlich.

Für Eberl gab es 2020 einen Einsatz, der besonders in Erinnerung geblieben ist. Ende Juli wurde in Seeshaupt bei Baggerarbeiten an der Seepromenade eine Granate gefunden. Genauer gesagt eine Phosphorgranate aus dem Zweiten Weltkrieg. Dabei kam es zu einer Detonation, als der Bagger die Granate berührte. Allerdings ist von den vier Personen, die zu dieser Zeit vor Ort waren, niemand verletzt worden.

Breites Aufgabengebiet

Der BRK-Kreisverband ist jedoch nicht nur bei Unglücken gefragt. So wurden im vergangenen Jahr 11 829 Behinderten- und Krankenfahrdienste durchgeführt. Laut Eberl ein Anstieg um 21 Prozent. Zudem gab es trotz Corona auch weiterhin Erste-Hilfe-Kurse. Wobei Eberl betont, dass es hier zu einem massiven Rückgang gegenüber dem Vorjahr kam. Das BRK zählte bei 204 angebotenen Kursen 2 703 Teilnehmende.

Die Haupt- und Ehrenamtlichen des Kreisverbandes sind auch immer wieder auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen. So wie etwa beim Blutspenden. 38 Termine gab es im vergangenen Jahr. Rund 4 300 Menschen sind dazu erschienen. Und beim Kleidermarkt Schick in Peißenberg wurden 5 600 Artikel gespendet. Wobei der Verkauf sich als schwierig erwies, da es zu coronabedingten Schließungen kam, wie Eberl berichtet.

Von Kreisbote

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