Fachgespräch zum Thema Gewässerschutz

Wasserqualität im Landkreis recht unterschiedlich

Vertreter vom Bauernverband, Wasserwirtschaftsamt und Amt für Ernährung, Landwirtshaft und Forsten.
+
Für ein Fachgespräch zum Thema Gewässerschutz trafen sich Mitglieder des BBV, WWA Weilheim und AELF Weilheim.

Landkreis – Gewässerschutz ist unverzichtbar – darin waren sich die Kreisobmänner der Bauernverbände (BBV) Garmisch-Partenkirchen, Starnberg und Weilheim mit dem Wasserwirtschaftsamt Weilheim (WWA) und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weilheim (AELF) einig. Bei einem Fachgespräch ging es vor allem darum, was Landwirte zur Verbesserung der Wasserqualität tun können.

Die gute Nachricht, die WWA-Behördenleiter Roland Kriegsch und seine Mitarbeitenden überbringen konnten: das Grundwasser in den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen, Starnberg und Weilheim-Schongau ist in einem guten Zustand. Das gelte auch für den Nitrat-Gehalt, einen Stoff, der bei Düngeüberschüssen aus landwirtschaftlich genutzten Flächen in das Grundwasser eingetragen wird. „An keiner unserer Grundwassermessstellen wird der kritische Schwellenwert von 50 mg/l überschritten“, so Kriegsch. Wolfgang Scholz, Kreisobmann des BBV Weilheim-Schongau, nutzte die gute Nachricht als Anlass für ein Lob: „Das belegt, dass die Bäuerinnen und Bauern ihre Flächen verantwortungsbewusst pflegen und nutzen.“

Robert Kapa, Gewässerbiologe am WWA, machte auch auf Probleme aufmerksam: „Der ökologische Zustand und die Entwicklung der Oberflächengewässer in den drei Landkreisen ist jedoch unterschiedlich.“ In den vergangenen Jahren habe man an einigen Fließgewässern deutliche Verbesserungen erreicht. Beispiele dafür sind die Zuläufe zum Ammersee sowie die Litzauer Schleife des Lechs. Verschlechterungen mussten dagegen zum Beispiel für die Ammer und den Peitinger Mühlbach festgestellt werden. Verursacher seien hier nicht die Landwirtschaft, erklärte Kapa, sondern vielmehr mangelnde Durchgängigkeit, Veränderungen des Wasserhaushalts und die Morphologie bei den Fließgewässern.

Dennoch könne auch die Landwirtschaft einen Beitrag zur Verbesserung der Gewässerqualität leisten: Die landwirtschaftlich genutzten Flächen sollen so bewirtschaftet und gedüngt werden, dass Nährstoffe und Bodenbestandteile nicht in die Gewässer gelangen können. Neben den dafür bereits länger geltenden Auflagen bei Düngung und Pflanzenschutz seien von den Landwirten zusätzlich Gewässerrandstreifen anzulegen, auf denen Ackerbau und eine gartenbauliche Nutzung nicht mehr erlaubt sind, so Kapa.

Doch die Frage, ob es sich um ein Gewässer handelt und ob dafür ein Randstreifen anzulegen ist, sei nicht in jedem Fall leicht zu beantworten. Deshalb sind derzeit Isabella Schrank und Maximilian Henrich vom Wasserwirtschaftsamt in den Landkreisen unterwegs. Sie prüfen jedes Gewässer. Die Ergebnisse werden anschließend in einer Karte zusammengefasst, die online verfügbar ist. So kann sich jeder Landwirt erkundigen, ob er einen Gewässerrandstreifen anlegen muss.

Für Rückfragen zur Einstufung der Gewässer für den Gewässerrandstreifen steht beim WWA Markus Brandtner zur Verfügung. Ansprechpartner für Fragen des landwirtschaftlichen Gewässerschutzes ist Lino Missel vom AELF. Er ist seit Juni als Wasserberater tätig.

Von Kreisbote

Bilder, Videos und aktuelle Ereignisse aus Ihrer Heimat: Besuchen Sie den Kreisboten Weilheim auch auf Facebook.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Corona im Landkreis Weilheim-Schongau: 12 Schulen und zwei Kindergärten betroffen
Corona im Landkreis Weilheim-Schongau: 12 Schulen und zwei Kindergärten betroffen
Landratsamt sucht nach Betreiber für Impfstation – Einrichtung muss bis 15. Dezember bereit sein
Landratsamt sucht nach Betreiber für Impfstation – Einrichtung muss bis 15. Dezember bereit sein

Kommentare