BZgA-Expertenteam bot Telefonsprechstunde zum Thema an

Leserfragen zur Corona-Schutzimpfung

Hand mit Telefonhörer.
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Das Interesse an der Telefonaktion war groß.

Landkreis – Das Interesse an einer persönlichen Beratung zur Corona-Schutzimpfung war groß. Hier ein Überblick zu den Fragen der Leser während der Telefonaktion sowie die Antworten des Expertenteams der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA):

„Ich habe bereits einen Impftermin, doch mein Bruder rät vom Impfen ab. Er meint, der Impfstoff rege den Körper an, das Corona-Virus selbst zu produzieren. Ist das so?“

BZgA: „Nein, die Impfstoffe enthalten lediglich Teile der Erbinformation des Virus. Ein Entstehen von kompletten vermehrungsfähigen Viren ist ausgeschlossen. Die neu gebildeten, ungefährlichen Virus-Schnipselchen (Virus-Proteine) aktivieren aber das Immunsystem. Falls eine geimpfte Person später in Kontakt mit dem Corona-Virus kommt, erkennt das Immunsystem den Krankheitserreger und bekämpft ihn.“

„Was ist mit Komplikationen, die sich vielleicht erst Monate nach dem Impfen zeigen? Werden die noch erfasst?“

BZgA: „Ja, auch nach der Zulassung werden mögliche Nebenwirkungen ständig kontrolliert. Nebenwirkungen und Impfreaktionen erfasst in Deutschland das Paul-Ehrlich-Institut – zentral und unabhängig vom Hersteller. Nationale und internationale Beobachtungen werden gebündelt. So können auch Risiken von Impfstoffen aufgezeichnet werden, die so selten sind, dass sie erst nach sehr vielen Impfungen sichtbar werden.“

„Sollte man sich mit Rheuma impfen lassen oder könnte das schaden?“

BZgA: „Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie rät ausdrücklich zur Corona-Schutzimpfung. Wie bei anderen Impfungen auch, sollte man nicht akut schwer krank sein, beispielsweise kein Fieber über 38,5°C haben. Bei Allergie gegen Bestandteile der Impfstoffe sollte ebenfalls nicht geimpft werden.“

„Meine Oma ist 84 und sehr krank. Wäre eine Corona-Impfung für sie überhaupt gut?“

BZgA: „Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt bei sehr alten Menschen mit schlechtem Allgemeinzustand eine ärztliche Prüfung, ob sie geimpft werden können.“

„Wo wird vermerkt, dass ich die Impfung bekommen habe?“

BZgA: „In Ihrem Impfpass. Diesen sollten Sie ins Impfzentrum mitbringen. Wenn Sie keinen haben, stellt Ihnen das Impfzentrum eine Ersatzbestätigung aus. Bitte denken Sie auch an Ihren Personalausweis, damit die Mitarbeiter einen Altersnachweis haben.“

„Ich bin nicht krankenversichert. Werde ich trotzdem geimpft?“

BZgA: „Ja. Auch wenn Sie nicht versichert sind, erhalten Sie die Covid-19-Impfung kostenlos.“

„Wann bin ich nach der Impfung immun, und kann ich dann wieder ohne Maske rumlaufen?“

BZgA: „Immunität ist je nach Impfstoff ein bis zwei Wochen nach der zweiten Impfung hergestellt. Auch wenn Sie immun sind, können Sie das Virus möglicherweise noch übertragen. Insofern werden wir alle noch eine ganze Weile Mundschutz tragen und die AHA-Regeln einhalten müssen.“

Impfstoff des Herstellers AstraZeneca 

Die Bundesregierung hat am Montag die Corona-Schutzimpfungen mit dem Impfstoff des Herstellers AstraZeneca vorsorglich ausgesetzt. Nach neuen Meldungen von Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung in Deutschland und Europa, hält das Paul-Ehrlich-Institut weitere Untersuchungen für notwendig. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA wird entscheiden, ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken. Aktuelle Infos unter: www.zusammengegencorona.de, www.bundesgesundheitsministerium.de Beratungstelefon der BZgA unter der kostenlosen Rufnummer 08002322783 (Montag bis Donnerstag 10 bis 22 Uhr, Freitag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr.)

Von Kreisbote

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