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Fuchstalbahn: Potentialanalyse zur Reaktivierung beschlossen

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Von: Stephanie Novy

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Potentialanalyse zur Reaktivierung der Fuchstalbahn
Der Kreistag hat einer Potentialanalyse zur Reaktivierung der Fuchstalbahn zugestimmt. Jetzt muss man im Landkreis Landsberg noch grünes Licht geben. © Herold

Landkreis – Bei der Kreistagssitzung vergangene Woche stand ein Punkt auf der Tagesordnung, der bereits vor vier Jahren von den Räten diskutiert wurde. Damals gab es allerdings einen entscheidenden Unterschied, der dafür sorgte, dass die vergangenen Jahre in Sachen Fuchstalbahn nichts voran ging. Diesmal hat der Kreistag mit einer neuen Entscheidung einen ersten Schritt in Richtung Reaktivierung gemacht.

„Einer muss anfangen“, wollte Katharina von Platen (Grüne) den Grundsatzbeschluss zur Erstellung einer Potentialanalyse durch die Bayerische Eisenbahngesellschaft nach vier Jahren endlich auf den Weg bringen. Dafür braucht es neben der Zustimmung des Landkreises Weilheim-Schongau allerdings auch die des Kreistags vom Nachbar-Landkreis Landsberg. Gute Chancen dafür sieht zumindest Falk Sluyterman (SPD). Bei einer Nostalgiefahrt der Fuchstalbahn sei er auf den Landsberger Landrat Thomas Eichinger (CSU) und andere Vertreter getroffen. „Ich habe schon das Gefühl gehabt, dass ein Wille zur Reaktivierung besteht“, vermutete Sluyterman. Zumindest, so berichtete es Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU) in der Sitzung, werde der Beschluss zur Potentialanalyse schon bald auch im Landsberger Kreistag Thema sein.

Ein Wille war auch bei den hiesigen Kreisräten da. Einstimmig gaben sie grünes Licht für die Potentialanalyse. Die Abstimmung sorgte für Applaus aus den Reihen der Zuhörer und ein etwas überrascht klingendes „Wow“ war zu hören.

Wie erwähnt, hatte der Kreistag vor vier Jahren bereits über die Potentialanalyse abgestimmt. Der Unterschied: Man wollte die vier Kriterien des Freistaats zur Reaktivierung nicht anerkennen, weshalb der Grundsatzbeschluss vom Verkehrsministerium nicht anerkannt wurde. Dazu gehören unter anderem die Verpflichtung des Landkreises ein Buskonzept im Bereich der Bahnstrecke umzusetzen oder auch die Infrastruktur ohne Zuschuss des Freistaats in einen Zustand zu versetzen, der einen attraktiven Zugverkehr ermöglicht.

Diese Kriterien wurden nun im aktuellen Beschluss anerkannt. Doch trotz des einstimmigen Ergebnisses war zumindest ein Kreisrat nicht ganz so euphorisch. Hohenfurchs Bürgermeister Guntram Vogelsgesang (CSU) konnte den Beschluss zwar so mittragen. Nicht zuletzt, weil die Potentialanalyse „Dreh- und Angelpunkt“ für eine Reaktivierung sei. Er meinte aber auch: „Es wurde bisher immer wieder gebetsmühlenartig wiederholt, dass keine Kosten für uns entstünden. Das stimmt so aber nicht.“ Vogelsgesang nannte als Beispiel die Haltepunkte, für die man finanziell aufkommen müsse. Zudem gebe es zahlreiche Bahnübergänge, die bei einer Reaktivierung geschlossen werden müssten. Der Bürgermeister sah da Widerstand von den Bürgern aufkommen.

Sluyterman widersprach. Für die Haltepunkte gebe es Fördermöglichkeiten vom Freistaat. Und bezogen auf die Schließung der Bahnübergänge: Die Zugmaschinen der Landwirte seien heutzutage schon viel schneller und Umwege daher nicht mehr von großer Bedeutung. Zumal es seines Wissens nach beim B17-Ausbau, bei dem ebenfalls zahlreiche Bahnübergänge geschlossen werden mussten, keinen großen Widerstand gegeben habe.

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