Corona-Kontakverfolgung

Luca-App soll im Landkreis Weilheim-Schongau zum Einsatz kommen

Luca-App auf dem Smartphone vor dem Eingang des Schongauer Märchenwaldes.
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Um die Corona-Kontaktverfolgung zu erleichtern, soll im Landkreis die Luca-App eingesetzt werden.
  • vonStephanie Novy
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Landkreis – Die Luca-App soll die Nachverfolgung von Kontakten erleichtern. Daher hat das Bayerische Staatsministerium für Digitales eine landesweite Lizenz für die Luca-App erworben. Diese soll jetzt auch im Landkreis Weilheim-Schongau zum Einsatz kommen.

Viele Unternehmen und andere Einrichtungen sind derzeit verpflichtet, Kontaktdaten zu erfassen, um so die Nachverfolgung bei möglichen Corona-Fällen zu erleichtern. Die Luca-App soll dabei nun helfen. Dafür wurde das Gesundheitsamt Weilheim-Schongau zunächst an das Luca-System angeschlossen, um die Voraussetzungen zu schaffen, damit Unternehmen, Organisationen und Behörden die Luca-App sinnvoll verwenden können. Für Dr. Stefan Günther, Leiter des Weilheimer Gesundheitsamtes, eine positive Neuerung: „Zusammen mit der von uns genutzten Sormas-Anwendung für die Fallermittlung ist die Luca-App, auf die wir lange gewartet haben, eine deutliche Erleichterung für unsere Ermittler. Je mehr BürgerInnen, aber auch Unternehmen die Luca-App nutzen, desto besser kann die Nachverfolgung von Kontaktpersonen erfolgen.“ In einer Pressemitteilung des Landratsamtes wird zudem darauf verwiesen, dass das Herunterladen und Nutzen der App vollkommen kostenlos sei und „eine digitale und damit schnelle und effektive Kontaktnachverfolgung“ ermögliche. Landrätin Andrea Jochner-Weiß freue sich auf den flächendeckenden Einsatz der Luca-App und bittet daher die Bürger: „Nutzen Sie die Luca-App, damit leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung des Pandemiegeschehens und schließlich zur Rückkehr in einen normalen Alltag.“

Indessen fordert der Chaos Computer Club e. V., die größte europäische Hackervereinigung, nachdem neue Schwachstellen der App gefunden wurden, „das sofortige Ende der staatlichen Alimentierung“. Als Gründe werden mangelnde Datensicherheit, Urheberrechtsverletzungen und Intransparenz angegeben. Kritik kommt auch von anderen Seiten. IT-Experten der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne und der niederländischen Radboud-Universität Nijmegen beanstanden zum Beispiel in einer veröffentlichten Analyse, dass sensible Daten auf einem Server gespeichert werden und die Betroffenen keine Kontrolle haben, was mit ihren Daten passiert. Der Hersteller versichert auf seiner Webseite jedoch, dass die Daten alle verschlüsselt gespeichert würden und nur im Infektionsfall vom Gesundheitsamt eingesehen werden könnten.

Informationen zur Funktionsweise und dem Gebrauch finden sich auf der Webseite des Anbieters. Kritikpunkte sind auf der Webseite des Computer Clubs einzusehen

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