Glück und Segen für den Neubau

Die Berufsschule des Landkreises Weilheim-Schongau feiert Hebauf und symbolische Grundsteinlegung

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Beim Heubauf und der symbolischen Grundsteinlegung an der Berufsschule in Weilheim waren rund 50 Gäste aus Politik, Handwerk und dem Schulwesen anwesend. Aus München kam Regierungspräsidentin Maria Els (vorne 2.v.re.), die zusammen mit anderen Vertretern diverse Dokumente und Gegenstände für die Zeitkapsel bereit hielten.

Landkreis – Ehemalige und aktuelle Kreisräte, Schulleiter und Lehrer, Architekten und Handwerker. Vergangenen Freitag war auf der Baustelle der neuen Berufsschule in Weilheim einiges los. Der Grund war ganz einfach: Es gab etwas zu feiern.

Unter den zahlreichen Gästen tummelten sich auch etliche Politiker. Aus München kam Regierungspräsidentin Maria Els angereist. Doch die Hauptpersonen beim Hebauf und bei der symbolischen Grundsteinlegung waren ganz andere – nämlich die Handwerker. „Das Gebäude hat mittlerweile Form angenommen“, erklärte Landrätin Andrea Jochner-Weiß bei ihrer Eröffnungsrede. „Wir feiern heute die Arbeit, die darin steckt.“

Im Herbst 2018 startete die erste Bauphase mit dem Erdaushub. Im Frühjahr 2020 stand dann bereits der Rohbau. Eigentlich hätte damit auch der Hebauf im April gefeiert werden sollen. Doch Corona brachte die Pläne durcheinander. Somit gab es den Richtspruch durch Zimmerermeister Diemo Scheibe eben mit etwas Verspätung. Glück wird er aber hoffentlich trotzdem bringen.

Bisher lief jedenfalls alles rund beim Bau der neuen Berufsschule. Trotz eines Streiks in der Holzindustrie Anfang des Jahres und der Corona-Pandemie liegt noch alles im Zeitrahmen, wie die Landrätin bei der Feier bestätigte. Auch finanziell ist man mit dem bewilligten Gesamtbudget von 69,8 Millionen Euro noch gut dabei. Nicht zuletzt hilft da sicherlich auch die Unterstützung des Freistaats.

Regierungspräsidentin Els hatte zwar für die Feier keinen Scheck in der Tasche, wie sie in ihrer Rede erklärte. Dafür wanderte der Bescheid in Höhe von 30 Millionen Euro an Fördergeld in die Zeitkapsel. Diese wird zusammen mit dem Grundstein in das Gebäude eingemauert. Dem Förderbescheid folgten noch eine Maske sowie das Coronakonzept für den Bau. Berufsschulleiter Knut Seelos legte zudem die „perfekt ausgearbeitete Unterrichtsstunde“, Geodreieck und Bleistift bei. Die Landrätin entschied sich für das Grußwort von Franz Josef Strauß, das er 1979 für die Berufsschule Weilheim gehalten hat. Auch Weilheims Bürgermeister Markus Loth blickte zurück in die Vergangenheit. Er legte in die Zeitkapsel einen historischen Jahresbericht der städtischen Berufsfortbildungsschule von 1919/20. Damals waren es gerade mal 140 Schüler. Zum Vergleich: Derzeit besuchen die Schule rund 1 750 Auszubildende. Die stetig wachsende Zahl der Schüler und auch die immer höheren Ansprüche an die Ausbildung sind einer der Hauptgründe für den Neubau.

Das Geld ist gut investiert

Die nachkommende Generation bestmöglich ausbilden. Das ist laut Landrätin Jochner-Weiß das oberste Ziel des Landkreises. Die neue Berufsschule spielt dabei einen entscheidenden Faktor, wie sich auch die anderen Redner beim Hebauf einig waren.

„Der derzeitige Standort der Berufsschule weist erhebliche Defizite in Bezug auf die benötigte Flächen auf“, erklärte Jochner-Weiß. Aktuell umfasst die Schule eine Bruttogrundfläche von 12 745 m2. Der Bedarf liege aber bei 18 445 m2. Der Neubau deckt das ab und bietet zukünftig Platz für Auszubildende der Metall-, Fahrzeug- sowie Bau- und Holztechnik. Außerdem werden Azubis der Agrarwirtschaft, Farbtechnik und Raumgestaltung an der Schule ausgebildet. Zu den derzeitigen 75 Klassen kommen noch fünf bis sechs Berufsintegrationsklassen für Geflüchtete.

Moderne Werkstätten, integrierte Fachräume, ein Mehrzweckraum, Frei- und Lagerflächen sowie eine Mensa mit 120 Sitzplätzen – dem Neubau scheint es an nichts zu mangeln. Das hat natürlich seinen Preis. Die bereits erwähnten fast 70 Millionen Euro seien aber gut investiertes Geld. Das wurde beim Hebauf von jeder Seite betont. Kreishandwerksmeister Stefan Zirngibl zum Beispiel begründete das mit den steigenden Anforderungen. Die Auszubildenden müssten mittlerweile „erhebliches technisches Verständnis“ mitbringen. Daher müsse das duale Ausbildungssystem mitwachsen.

Doch der Landkreis bekomme dafür laut Zirngibl auch etwas zurück. „Das Handwerk ist kein Global Player. Wir sind standorttreu. Wir bleiben hier.“ Mehr als 2 500 Handwerksbetriebe gebe es im Landkreis. Tendenz steigend. Das schaffe Ausbildungs- und Arbeitsplätze.

Nach dem Hebauf nehmen jetzt als nächstes die Dachdecker ihre Arbeit auf. Wenn weiterhin alles nach Plan läuft, wird der Neubau 2021 fertiggestellt. Die Azubis können dann im Herbst dort ihre Ausbildung aufnehmen.         

Von Stephanie Novy

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