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Hilfsorganisationen bitten um Geld- statt Sachspenden

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Ukraine-Konflikt - Flüchtlinge kommen in Deutschland an
Um den Menschen aus der Ukraine gezielt helfen zu können, werden vor allem Geldspenden benötigt. © Annette Riedl/dpa/Symbolbild

Landkreis – Die Hilfsorganisationen aus dem Landkreis bitten dringend um Geldspenden – und ebenso dringend darum, von Sachspenden derzeit abzusehen.

Die Hilfsorganisationen Malteser Hilfsdienst WM-STA, Johanniter Unfallhilfe Peißenberg, Diakonie Oberland, Bayerisches Rotes Kreuz KV WM-SOG, Diakonie Herzogsägmühle, Kirchenstiftung Christkönig Penzberg, Pfarreiengemeinschaft Weilheim, Pfarreiengemeinschaft Peißenberg-Forst, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Peißenberg und Caritasverband WM-SOG wenden sich mit einer Mitteilung an die Bürger*innen. „Wir haben derzeit vor Ort KEINE, absolut KEINE Kapazitäten, logistische Unterstützung für unkoordinierte Hilfstransporte zu leisten“, heißt es darin. Effektiver und wesentlich schneller sei es, dringend benötigte Dinge wie Decken, Lebensmittel, Wasser, Babynahrung und -bedarf sowie Medikamente direkt vor Ort zu kaufen.

Direkte Transportlieferungen seien nur sinnvoll, „wenn im Vorfeld vor Ort der Bedarf abgeklärt worden ist und klar ist, wer vor Ort die Hilfsgüter in Empfang nimmt und diese auch sinnvoll einsetzen kann. Unkoordinierte Hilfslieferungen, so gut sie auch gemeint sein mögen, sorgen an den Grenzen zur Ukraine nur für zusätzliches Chaos.“

Auch wenn es für viele weniger persönlich und ungreifbarer erscheinen mag, seien Geldspenden tatsächlich in der gegenwärtigen Lage die beste und wirkungsvollste Art, um die humanitäre Hilfe im Ausland zu unterstützen. Unkoordinierte Klein- und Kleinst-Konvois, die vor Ort keinerlei Kontakte, Ortskenntnisse und vor allem keine Lage- und Bedarfskenntnisse haben würden „vermehrt die Straßen verstopfen und die örtlichen Infrastrukturen bis hin zu den Tankstellenkapazitäten stark belasten“. Auch würden solche Klein- und Kleinst-Konvois versuchen, in die Ukraine einzureisen – „das ist hochgradig lebensgefährlich, wenn man nicht über die direkten Kontakte zu den Polizei- und Militärbehörden dort verfügt beziehungsweise in der Ostukraine auch zu den dortigen russisch-dominierten Gruppierungen. Unsere Organisationen HABEN diese Kontakte und sie sind auch belastbar“.

„Wir wurden gebeten, dies in der Fläche kundzutun, auch auf die Gefahr hin, dass man uns als kalt, herzlos und geldgierig darstellt, was leider in manchen social media schon beginnt (Organisationsbashing). Genau das Gegenteil ist der Fall! Wir alle arbeiten aus christlicher beziehungsweise ethischer Motivation und wünschen uns nichts sehnlicher, als dass den Menschen, die Hilfe brauchen, diese Hilfe auch zuteilwird. Zudem sind wir über die Spitzenverbände mit der deutschen Bundesregierung und dem UNHCR, dem Flüchtlingshilfswerk der UN, sowie den EU-Behörden verzahnt und vernetzt – man koordiniert hier im Detail, was wie wo zu tun ist.

Mögliche Spendenempfänger: „Aktion Deutschland hilft“, IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30 oder „Aktionsbündnis Katastrophenhilfe“, IBAN: DE65 100 400 600 100 400 600.

Von Kreisbote

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