1. kreisbote-de
  2. Lokales
  3. Schongau-Weilheim

IHK-Regionalausschuss Weilheim-Schongau informiert sich über Verkehrsprojekte

Erstellt:

Von: Mihriban Dincel

Kommentare

Betriebsführung Bauer Unternehmensgruppe IHK
Klaus Bauer (li.) führt die Mitglieder des IHK-Regionalausschusses und weitere Gäste durch die Produktionshallen der Maschinologen. © IHK

Weilheim – Kürzlich fand sich der IHK-Regionalausschuss Weilheim-Schongau in der Bauer Unternehmensgruppe zusammen.

Nach einer Betriebsbesichtigung sprach Klaus Bauer, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses, zunächst einige einleitende Worte und ging dann auf die Ergebnisse der letzten Sitzung ein (wir berichteten). In ihr wurde der Nahverkehrsplan besprochen, da eine Stellungnahme seitens des IHK-Regionalausschusses erforderlich war. Hierfür wurde eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich mit dem Thema Mobilität im Landkreis intensiver auseinandersetzt. Die Abgabe der Stellungnahme ist Ende März erfolgt. Die Ergebnisse daraus waren Verbesserungsvorschläge – wie unbekannte Angebote des ÖPNV besser zu bewerben und Anbindungen zu Gewerbegebieten wie Achalaich auszubauen.

Anschließend sprach Andreas Lenker, Abteilungsleiter Weilheim-Schongau (Bereich Straßenbau) des Staatlichen Bauamts Weilheim, über momentane und zukünftige Straßenbauvorhaben. „Die Phase der großen Neubauten ist um“, so Lenker. Nun ginge es darum, dass Bestehende zu erhalten und auszubauen. Der Verkehr nehme immer mehr zu, weswegen einige Baumaßnahmen erforderlich seien. Lenker ging auf den Ausbau der B2 ein, zunächst auf den Tunnel Starnberg, der die Anbindung der Landkreise Starnberg und Weilheim-Schongau an München erleichtern soll. Dieser führt unter der gesamten Stadt Starnberg hindurch. Insgesamt belaufen sich die Kosten für dieses Projekt auf rund 320 Mio. Euro. Das Bauende sei für 2026 geplant, werde sich aber höchstwahrscheinlich verspäten, erklärte Lenker.

Ein weiterer Punkt des B2 Ausbaus ist die Stelle nördlich von Weilheim. Dabei soll der Abschnitt von Unterhausen nach Wielenbach in Fahrtrichtung Weilheim zu einer dreispurigen Straße ausgebaut werden. Die Bearbeitung ruhe jedoch derzeit, da zunächst eine Entscheidung über die Ortsumfahrung Weilheim getroffen werden müsse. Ein Problemkind des Vorhabens ist der Abschnitt von Wielenbach nach Pähl. Hier soll ebenfalls eine dreispurige Straße in Fahrtrichtung München und Weilheim ausgebaut werden und außerdem soll es einen höhenfreien Anschluss der St2066 (Tutzing) geben. Jedoch laufen diesbezüglich Klageverfahren, die den Ausbau aufhalten.

Ein weiterer Punkt des B2 Ausbaus ist die Ortsumfahrung Weilheim. Dieses Thema sei als besonders dringlich eingestuft worden, so Lenker. Der Abteilungsleiter drückte in diesem Zusammenhang sein Unverständnis für die Situation aus, denn bereits „rund eine Mio. Euro wurden in Ingenieurs- und Planungsarbeiten gesteckt“. Man befinde sich derzeit noch in der zweiten Phase, der Vorplanung. Eine Festlegung der Vorzugstrasse ist nun erforderlich. Die Entscheidung kann aber „nur mit der Zustimmung der jeweiligen Kommune“ getroffen werden, so Lenker. Nachdem er auch noch kurz auf einige Maßnahmen des Staatlichen Bauamts im Loisachtal, wie den Auerbergtunnel oder die Ortsumfahrung Oberau, eingegangen war, konnten Fragen gestellt werden.

„Es ist fahrlässig, so mit kostbarer Fläche umzugehen“, sagte Michael Sendl, Inhaber Biomichl, über den Ausbau zur dreispurigen Straße zwischen Wielenbach und Pähl. Er fragte, ob eine Verkehrsentlastung nicht über einen zweispurigen Kreisverkehr möglich sei. Lenker verneinte und wies auf die große Gefahr hin, die ein solcher Kreisverkehr mit sich bringt.

Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde RideBee von Gründer Fabian Seitz vorgestellt. Es ist ein Tool zum Bilden von Fahrgemeinschaften, dass sich insbesondere an Unternehmen richtet. Über die Plattform kommen Fahrende und Mitfahrende zusammen, können kommunizieren und somit Geld und Emissionen sparen. Der Unterschied zu anderen Tools ist der Verwendungszweck, der sich vor allem auf den Arbeitsweg bezieht. „Es ist auch möglich, dass sich mehrere Firmen aus einem Gewerbegebiet zusammenschließen“, erklärte Seitz. Außerdem differenziert RideBee auch zwischen flexiblen Fahrern und jenen mit festem Startpunkt. Das Tool stieß bei den Ausschussmitgliedern auf reges Interesse.

Im letzten Teil der Sitzung ging Elke Christian, Leitung der IHK-Geschäftsstelle Ingolstadt, auf die aktuelle Lage der IHK ein. Dabei stand insbesondere der Ukrainekrieg und die damit verbundene Preissteigerung im Vordergrund. Rund 87 Mrd. Euro Mehrkosten hat das im Vergleich zu 2021 zur Folge. Ebenfalls negativ zu bewerten sei die Lieferkettenstörung, der Rohstoff und Fachkräftemangel sowie die starke Abhängigkeit von Russland und China. Doch es gibt auch Hoffnung bei den Dienstleistungen. Hier ginge es nun wieder bergauf. Zum Abschluss erwähnte Christian, dass die Corona-Hilfsprogramme am 30. Juni abgeschlossen werden.

Bilder, Videos und aktuelle Ereignisse aus Ihrer Heimat: Besuchen Sie den Kreisboten Weilheim-Schongau auch auf Facebook.

Auch interessant

Kommentare