Mehr Impfstoff ab April?

Impfzentrum soll strukturell verbessert werden

Eingang des Impfzentrums in Weilheim.
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Zuletzt lief es nicht so richtig rund beim Impfzentrum in Peißenberg.

Peißenberg – Softwareprobleme, schleppende Impfstofflieferungen und demzufolge auch immer wieder Terminverschiebungen: Der Betrieb des von den Johannitern geleiteten Impfzentrums in Peißenberg gestaltet sich nach wie vor schwierig. 

„Wir haben schon so viel gesagt und wieder über den Haufen werfen müssen“, räumte Landrätin Andrea Jochner-Weiß bei einem Pressegespräch ein. Der Impfbetrieb habe von Anfang an nicht so geklappt, wie man sich das von Seiten des Landratsamtes und den Johannitern gewünscht habe. „Es gibt viele Stolpersteine“, konstatierte Jochner-Weiß. Unter anderem habe man auf Anweisung der Staatsregierung die Altersgruppe über 80 Jahren bis Mitte Januar über ein Impfangebot schriftlich informieren müssen – obwohl man die Nachfrage mangels ausreichender Impfstofflieferungen gar nicht habe bedienen können. Zudem würde es immer wieder neue Richtlinien geben, die den Verwaltungsapparat der Johanniter fast täglich vor neue Herausforderungen stellen würde.

Bis vor ein paar Tagen waren im Landkreis insgesamt rund 7 100 Impfdosen verabreicht worden, davon 4 500 Erst- und 2 600 Zweitimpfungen. „Wir liegen damit im bayerischen Durchschnitt“, erklärte Dr. Christoph Wittermann, der ärztliche Leiter im ehemaligen Peißenberger Krankenhaus untergebrachten Impfzentrum. Seit Kurzem stehen drei Vakzine zur Auswahl – der Biontech-, der Moderna- und der AstraZeneca-Impfstoff. Letzterer wurde bereits auch an medizinisches Personal verabreicht, bei 30 Prozent davon, so Wittermann, habe es zum Teil auch stärkere Nebenwirkungen wie Fieber gegeben. Das AstraZeneca-Vakzin könne man aber dennoch empfehlen. Die Nebenwirkungen seien „nicht gefährlich“, Langzeitschädigungen werde es keine geben: „Impfen ist Vertrauenssache. Die Stoffe sind extrem sicher“, meinte Wittermann.

Die Anmeldung im Impfzentrum läuft weiterhin online oder über die Hotline (08803 / 4929700). Die Termine werden über einen Wartepool und eine Priorisierungsliste vergeben. Die Terminbestätigung bei Telefonanmeldungen läuft über ein Magdeburger Call-Center. „Wir haben derzeit eine Wochenrhythmusplanung“, berichtete Christian Achmüller, der Verwaltungsleiter des Impfzentrums. Mobile Impfteams, die zu pflegebedürftigen Senioren nach Hause kommen, gibt es mangels dafür tauglichen Impfstoffmitteln noch nicht. Gleiches gilt für Hausarztpraxen. Derzeit ist das Impfzentrum auf rund 250 Impfungen pro Tag ausgelegt. Diese Schlagzahl soll sich in ein paar Wochen erhöhen. „Ab April bekommen wir vermutlich mehr Impfstoff“, kündigte Jochner-Weiß an. Dann sollen rund 1 000 Impfdosen pro Tag geliefert werden, also ungefähr die Menge, die derzeit in der Woche zur Verfügung steht. Intern laufen bereits strukturelle Planungen. Das Impfzentrum muss dazu personell und räumlich aufgestockt werden und in Penzberg sowie Schongau sollen größere Außenstellen eingerichtet werden, als ursprünglich angepeilt. In Peißenberg wird derzeit ein drittes Impfzimmer eingerichtet: „Wir müssen mehr impfen“, erklärt Achmüller.

Von Berhard Jepsen

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