Warten auf den Impfstoff

Johanniter stehen als Impfzentrumsbetreiber in den Startlöchern

Impfzentrum in Peißenberg
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Mangels Impfstoffes konnte Andrea Jochner-Weiß von Christoph Wittermann nur symbolisch gepikst werden. Im Hintergrund (v.li.) Margit März (Mitglied im Regionalvorstand der Johanniter), Joern Osenbrück, Kreiskämmerer Norbert Merk, Krankenhaus-GmbH-Geschäftsführer Thomas Lippmann und Peißenbergs Bürgermeister Frank Zellner.

Landkreis – Die Impfzentren sollen die Wende im Kampf gegen die Corona-Pandemie bringen – auch im Landkreis Weilheim-Schongau: Vergangenen Freitag wurde bei einem Presserundgang die im ehemaligen Peißenberger Krankenhaus eingerichtete Impfstation vorgestellt. Das Wichtigste konnte dabei allerdings noch nicht präsentiert werden: Der Impfstoff.

Räumlichkeiten, Personal, Ärzteteams, medizinische Infrastruktur und mit dem Rettungsdienst der Johanniter auch einen Betreiber: Eigentlich wäre im Obergeschoss des ehemaligen Krankenhauses, das vom Landkreis kurzerhand in ein Impfzentrum umfunktioniert wurde, alles startklar. „Theoretisch hätten wir heute die erste Spritze setzen können“, betonte Joern Osenbrück, stellvertretender Sachgebietsleiter bei den Johannitern im Regionalverband Oberbayern. Doch erst nach Weihnachten soll die Zulassung für den ersten Corona-Impfstoff vorliegen. Die Johanniter stehen zwar parat, sind aber bezüglich der Lieferung laut Joern Osenbrück auf „andere Partner angewiesen“: „Die Logistikwege sind noch nicht ganz gesichert.“

Geplant ist, ab dem 28. Dezember das Impfzentrum in Betrieb zu nehmen. Zwischen 8 und 18 Uhr soll es jede Woche von Montag bis Samstag geöffnet haben. Pro Tag könnten rund 300 Personen geimpft werden, wobei der Fokus zunächst auf mobilen Impfteams liegen wird, die zunächst den Bedarf in den Pflege- und Altenheimen abdecken sollen. „Wir haben eine gute Partnerschaft mit dem Landkreis. Das wird reibungslos funktionieren“, versprach Osenbrück.

Das Lob gab Andrea Jochner-Weiß zurück. Mit den Johannitern, so die Landrätin, habe man einen „zuverlässigen Partner“ als Betreiber für das Impfzentrum gewinnen können: „Das hat mich ganz besonders gefreut.“ Ein Glücksfall sei zudem die Verpflichtung des „Impfspezialisten“ Christoph Wittermann als medizinischer Leiter: „Er genießt unser vollstes Vertrauen“, so Jochner-Weiß. Wittermann, der in Weilheim viele Jahre als Kinderarzt praktizierte, unterbricht für das Impfzentrum extra seinen Ruhestand: „Ich stehe voll und ganz hinter dieser Sache.“

So läuft die Impfung ab

Insgesamt haben sich 70 Ärzte aus der Region bereit erklärt, im Zentrum mitzuhelfen. Im Tagesbetrieb werden fünf Ärzte gleichzeitig anwesend sein. Die Termine werden so gelegt, dass nicht mehr als 20 Personen auf die Impfung warten müssen. Nach einem Kontaktdatenabgleich, einem Aufklärungsgespräch und dem Ausfüllen eines Anamnesebogens erfolgt die Impfung und ein 20-minütiger Aufenthalt in einem Überwachungsraum. Drei Wochen später wird dann die zweite Impfdosis verabreicht. „Ohne die gibt es keinen Schutz“, so Osenbrück.

Die Impfung ist für jedermann kostenlos. „Das ist über die Regierung sichergestellt. Gesundheit geht vor Geld“, konstatierte Osenbrück. Sollten neben dem Biontech-Mittel weitere Impfstoffe zugelassen werden, besteht je nach Vorrat grundsätzlich eine Auswahlmöglichkeit.

Von Bernhard Jepsen

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