ÖPNV-Nutzung könnte für Urlauber gratis werden

Kostenlose Busfahrten für Gäste im Landkreis Weilheim-Schongau?

Das Innere eines Busses
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Der Landkreis prüft derzeit die Möglichkeit, den ÖPNV für Gäste kostenlos zu machen.

Landkreis – Kostenlos mit den öffentlichen Verkehrsmitteln durchs Oberland. Wenn es nach der Verwaltung des Landkreises geht, soll das zumindest für Gäste möglich werden. Aber auch Einheimische sollen davon profitieren.

Wer im Landkreis Weilheim-Schongau Urlaub macht, soll mit einer elektronischen Gästekarte zukünftig kostenlos auf den gesamten Linien der Regionalverkehr Oberbayern GmbH im Oberland fahren können. So die Idee. Diese kam bei der jüngsten Kreistagssitzung allerdings nicht bei allen Anwesenden so gut an. Josef Taffertshofer (BfL) meinte, er sei komplett dagegen. „Es ist nun mal so, wenn ich in den Urlaub fahre, dann muss ich Geld mitbringen.“ Er würde nicht einsehen, Gästen die ÖPNV-Nutzung zu finanzieren.

Markus Bader (SPD) hielt dagegen: Letztlich würden die Gäste die Nutzung selbst finanzieren. Nämlich durch den Kurbetrag, den jeder Übernachtungsgast entrichten muss. Auch der Geschäftsstellenleiter des Landkreises Georg Leis versicherte: „Für den Landkreis entstehen keine Kosten.“

Karl-Heinz Grehl (Grüne) zeigte sich für die Idee offen. „In anderen Urlaubsorten macht man es aus Klimaschutzgründen schon.“ So solle die kostenlosen Nutzung des ÖPNV dazu motivieren, das Auto stehen zu lassen.

Parteikollege Manuel Neulinger sah das genauso. Er appellierte an die Gemeinden, bei dem Projekt mitzumachen. Der Landkreis ist zwar Aufgabenträger des ÖPNV, kann diese Aufgaben aber an die Gemeinden abgeben. Daher müssen diese auch einzeln entscheiden, ob sie das Angebot anbieten wollen. Bisher sind nach Angaben des Landkreises die Gemeinden Bernried, Böbing, Rottenbuch und Steingaden interessiert.

Die einzelnen Gemeinden müssten sich dann auch um die Ausgleichszahlungen für die Verkehrsunternehmen kümmern. 2,35 Euro wären es pro Fahrt und Gast, die jährlich rückwirkend ausgezahlt werden. Das Geld kommt wie erwähnt aus dem Kurbetrag.

Der Landkreis verspricht sich davon, dass die höhere Auslastung der regionalen Busverbindungen durch die Übernachtungsgäste sich auch positiv für die Einheimischen auswirken könnte. Das würde nämlich zu Erweiterungen und Verdichtungen des ÖPNV-Angebots im Landkreis führen. Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU) bat darum, dass die Verwaltung eine entsprechende Vorschrift ausarbeiten und Verhandlungen aufnehmen darf. Mit drei Gegenstimmen wurde der Vorschlag angenommen.

Von Stephanie Novy

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