Quarantänekonzept wird umgesetzt

38 Mitarbeiter und 17 Patienten der Schongauer Klinik positiv auf Corona getestet 

Eingang Krankenhaus Schongau
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Im Krankenhaus Schongau (Foto) wie auch in Weilheim gibt es derzeit einen Besucher-Stopp.

Schongau/Weilheim – Das hat es bisher wohl noch in keinem deutschen Krankenhaus gegeben: An der Schongauer Klinik wurden 38 Mitarbeiter positiv auf das Corona-Virus getestet. In Weilheim sind zwei Mitarbeiter betroffen. Um der Situation wieder Herr zu werden, wird nun ein eigens erarbeitetes Quarantänekonzept umgesetzt.  

„Diese Situation ist ein Novum im deutschen Kliniksektor. Waren bisher im Infektionsgeschehen vor allem die Patienten im Blickpunkt, so sind es hier nun die Mitarbeiter“, berichtete die Krankenhaus GmbH in einer Mitteilung am Montag. Die positiv getesteten Mitarbeiter würden sich nahezu auf das gesamte Krankenhaus Schongau (OP und Isolierstation ausgenommen) verteilen. „Wir werden leider nicht die letzte Klinik sein“, sagte Krankenhaus GmbH-Geschäftsführer Thomas Lippmann, bei der eine solche Situation eintreffen werde. Nun wurden aus den Beratungen mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittel sowie dem Gesundheitsamt des Landkreises Schritte und Maßnahmen für die Krankenversorgung in Schongau festgelegt: Alle 600 Beschäftigten des Krankenhauses Schongau werden für 14 Tage in häusliche Quarantäne entsandt. Zugleich wurden alle negativ getesteten Beschäftigten als systemrelevant für die Versorgung eingestuft und können daher unter den bereits getroffenen Schutzmaßnahmen weiterarbeiten. Hierzu zählt unter anderem eine Versorgung aller Patienten in Einzelzimmern. Diese Anordnung gilt für 14 Tage. Die Mitarbeiter wurden vorab in einer internen Mitteilung informiert. In diesem Zeitraum von 14 Tagen gilt weiterhin ein Aufnahme- und Besuchsstopp im Krankenhaus Schongau.

17 Patienten, die ursprünglich wegen anderer Krankheiten im Krankenhaus Schongau behandelt wurden, sind positiv getestet und werden auf der Isolierstation versorgt. Die Ursache ist unklar. Es kommen sowohl Mitarbeiter als auch Besucher in Frage. „Die Aufklärung läuft in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt unter Hochdruck“, wie die GmbH am Dienstag mitteilte.

Das Krankenhaus Schongau wird voraussichtlich zum 7. November stufenweise in den Regelbetrieb zurückkehren. Voraussetzung ist, dass alle Mitarbeiter drei Mal in Folge ein negatives Testergebnis aufweisen.

Im Krankenhaus Weilheim sind derzeit zwei Mitarbeiter positiv getestet und befinden sich in häuslicher Quarantäne. Ob die Infektion im Krankenhaus oder im privaten Umfeld stattgefunden hat, werde derzeit „mit Hochdruck“ geklärt.

Weitere Maßnahmen der Krankenhaus GmbH

Schongau/Weilheim – Diese Maßnahmen wurden aufgrund der aktuellen Entwicklung bereits vor Inkrafttreten des Quarantänekonzepts an den Kliniken der Krankenhaus GmbH umgesetzt:

Besucherstopp am Krankenhaus Weilheim: Der Besucherstopp wurde auch auf das Krankenhaus Weilheim ausgeweitet. Ausgenommen sind wie bisher Besuche von Angehörigen bei schwer erkrankten oder im Sterben liegenden Patienten.

Vorsorglicher Aufnahmestopp: Nach intensiven Beratungen und in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt gilt für das Krankenhaus Schongau seit vergangenem Samstag ein vorsorglicher Aufnahmestopp für Patienten, welcher auch die Geburtshilfe sowie ambulante Angebote, wie die Schmerzmedizin, einschließt. Die Rettungsdienste, ebenso wie die umliegenden Krankenhäuser, wurden entsprechend informiert.

Umgang mit Notfällen, die „zu Fuß“ ins Krankenhaus Schongau kommen: Bei Notfall-Patienten, die „zu Fuß“ ins Krankenhaus Schongau kommen, erfolgt die Erstversorgung in der Schongauer Notaufnahme. Die Weiterbehandlung und stationäre Aufnahme wird hingegen im Krankenhaus Weilheim vorgenommen.

Testung OP-Team in Weilheim: Am vergangenen Montag wurde vorsorglich das gesamte OP-Team des Krankenhauses Weilheim getestet. Die Testung erfolgte als Schutzmaßnahme für das Weilheimer OP-Zentrum.

Patienten-Reihentestung in Schongau: Die Patienten in Schongau wurden am Sonntag, 25. Oktober, getestet. Diese Testungen dienen dazu, mögliche unentdeckte Infektionen aufzuklären und Infektionsketten durch geeignete Maßnahmen zu durchbrechen.

Ausweitung FFP-2-Maske: Seit Donnerstag, 22. Oktober, arbeiten alle Klinik-Mitarbeiter in den patientennahen Bereichen an beiden Standorten der Krankenhaus GmbH ausschließlich mit FFP-2-Maske. Diese schützen vor Aerosolen und damit vor einer Infektion mit dem Corona-Virus.

Rauchverbot in Schongau: Ab sofort gilt absolutes Rauchverbot auf dem gesamten Gelände des Krankenhauses Schongau.

Von Sofia Wiethaler

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