Quarantäne-Konzept in Arbeit

Über 30 Klinik-Mitarbeiter im Schongauer Krankenhaus positiv auf Corona getestet

Arzt mit positivem Corona-Test.
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Ein Quarantäne-Konzept für das Schongauer Krankenhaus wird momentan erarbeitet.

Schongau/Weilheim – „Von 430 getesteten Mitarbeitern weisen Stand heute (Montag, 26. Oktober, Anm. d. Red.) 32 Klinik-Mitarbeiter ein positives Testergebnis auf. Diese Situation ist ein Novum im deutschen Kliniksektor“, so heißt es in einer Mitteilung der Krankenhaus GmbH zum Infektionsgeschehen in der Schongauer Klinik. 

Im Schongauer Krankenhaus wurden am Freitag, 23. Oktober, auf Anordnung des Gesundheitsamtes Weilheim-Schongau vorsorglich 430 Klinik-Mitarbeiter in den patientennahen Bereichen getestet. Anlass dafür waren die positiven Testergebnisse von fünf Mitarbeitern. „Diese Situation ist ein Novum im deutschen Kliniksektor. Waren bisher im Infektionsgeschehen vor allem die Patienten im Blickpunkt, sind es hier nun die Mitarbeiter“, teilt die GmbH weiter mit. Die positiv getesteten Mitarbeiter würden sich nahezu auf das gesamte Krankenhaus Schongau (OP und Isolierstation ausgenommen) verteilen. „Aus diesem Grund ist eine Kontakt-Nachverfolgung, wie vom RKI empfohlen, zeitnah nicht lückenlos umsetzbar.“ Die übrigen 170 Mitarbeiter wurden am heutigen Montag getestet.

Um den Versorgungsauftrag bei rasant steigenden Fallzahlen weiterhin zu erfüllen, wird für das Krankenhaus Schongau – zu den bereits eingeleiteten Schutzmaßnahmen – in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt ein Quarantäne-Konzept erstellt. Dieses involviert einerseits alle 430 Mitarbeiter und stellt andererseits die Versorgung der derzeit 90 Patienten, mit mehrheitlich altersbedingten Erkrankungen, sicher.

Gesundheitsamt und Taskforce der Krankenhäuser haben deshalb das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittel um schnelle fachliche Unterstützung gebeten. Ziel ist es, dieses Quarantäne-Konzept am morgigen Dienstag zu verabschieden und damit eine baldmögliche Rückkehr zum Normalbetrieb zu ermöglichen.

Diese Corona-Maßnahmen wurden bereits umgesetzt:

Besucherstopp am Krankenhaus Weilheim: Der Besucherstopp wurde auch auf das Krankenhaus Weilheim ausgeweitet. Ausgenommen sind – wie auch bisher – die Besuche von Angehörigen bei schwer erkrankten oder im Sterben liegende Patienten.

Vorsorglicher Aufnahmestopp: Nach intensiven Beratungen und in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt gilt für das Krankenhaus Schongau seit vergangenem Samstag ein vorsorglicher Aufnahmestopp für Patienten, welcher auch die Geburtshilfe sowie ambulante Angebote, wie Schmerzmedizin, einschließt. Die Rettungsdienste, ebenso wie die umliegenden Krankenhäuser, wurden entsprechend informiert.

Umgang mit Notfällen, die „zu Fuß“ ins Krankenhaus Schongau kommen: Bei Notfall-Patienten, die „zu Fuß“ ins Krankenhaus Schongau kommen, erfolgt die Erstversorgung in der Schongauer Notaufnahme. Die Weiterbehandlung und stationäre Aufnahme wird hingegen im Krankenhaus Weilheim vorgenommen.

Testung OP-Team in Weilheim: Am heutigen Montag wurde vorsorglich das gesamte OP-Team des Krankenhauses Weilheim getestet. Die Testung erfolgte als Schutzmaßnahme für das Weilheimer OP-Zentrum.

Patienten-Reihentestung in Schongau: Die Patienten in Schongau wurden am Sonntag, 25. Oktober, getestet. Diese Testungen dienen dazu, mögliche unentdeckte Infektionen aufzuklären und Infektionsketten durch geeignete Maßnahmen zu durchbrechen. Die Ergebnisse werden für Dienstag erwartet.

Ausweitung FFP-2-Maske: Seit Donnerstag, 22. Oktober, arbeiten alle Klinik-Mitarbeiter in den patientennahen Bereichen an beiden Standorten ausschließlich mit FFP-2-Masken. Diese schützen vor Aerosolen und damit vor einer Infektion mit dem Corona-Virus.

Rauchverbot in Schongau: Ab sofort gilt absolutes Rauchverbot auf dem Gelände des Krankenhauses Schongau.

Von Kreisbote

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