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Krankenhaus-Abteilung zum TÜV

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Von: Astrid Neumann

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Zertifikat Krankenhaus Schongau Lang Viszeral
SOGL_Lang_Zertifikat.jpg © Neumann

Schongau/Weilheim – Mitte Juli war es soweit: Nach einem rund ein Jahr währenden Prozess hat die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie unter Leitung von Prof. Reinhold Lang ihre Zertifizierung erhalten. Ein spannender und langwieriger Prozess, der aber vor allem der Patientensicherheit dient, so der Chefarzt.

Bereits seit zwei Jahren hat die Hernienchirurgie, eine weitere Abteilung Langs, die Zertifizierung in der Tasche. Das sei eine eher kleine Aufgabe gewesen im Vergleich zur Allgemein- und Viszeralchirurgie. Der Chefarzt vergleicht die Zertifizierung mit der TÜV-Plakette fürs Auto.

Der Prozess dazu ist umfassend und hat insgesamt ein Jahr in Anspruch genommen. „Wir haben uns als Abteilung diese Zertifizierung in den Kopf gesetzt“, so Lang. Damit unterwerfe man sich der deutschlandweit gleichen Qualität. Dies sei auch von den Patienten oftmals gefordert. „Sie fahren ja auch lieber mit einem Auto mit neuer TÜV-Plakette als mit einem ohne Nummernschilder“, zieht er den Vergleich.

Am Beginn des gesamten Zertifizierungs-Prozesses werde erstmal alles auf den Kopf gestellt. Die Abläufe und Prozesse für bestimmte Erkrankungen werden festgelegt und überprüft. Diese Festlegungen geben beispielsweise auch neuen Assistenzärzten einen wichtigen Leitfaden in die Hand, „damit die Abläufe flutschen“, so Lang.

Nach einem ersten internen Audit durch die Qualitätsmanagement-Abteilung folgt ein internes Audit, das allerdings von einem externen Prüfer durchgeführt wird. Dieser gibt im Anschluss einen Testbericht ab. Dann geht es zum TÜV. Das erworbene Zertifikat gilt zwar drei Jahre, dennoch muss jedes Jahr ein Audit durchgeführt werden. „Wir bekommen dann unsere Hausaufgaben. Fällt man durch, fängt man wieder ganz von vorne an“, erläutert Lang die strengen Voraussetzungen.

Ein gutes Beispiel für so einen Prozess ist der sogenannte Team-Time-out-Zettel, eine Art Checkliste vor einer Operation. Dieser stellt unter anderem die Identität des Patienten sicher oder verweist auf Vorerkrankungen. Auch die Einwilligung des Patienten in die OP wird hier vermerkt sowie weitere Details. Dies alles müsse schnell einsehbar sein, so der Chefarzt. Das dient nicht nur der Patientensicherheit, sondern stellt auch für das Krankenhaus eine forensische Absicherung dar.

Bisher wurden einzelne Abteilungen der Krankenhaus GmbH zertifiziert. Ziel sei es aber, im nächsten Schritt das ganze Haus in Richtung Zertifizierung zu führen. Das dürfte aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

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