Corona als Stresstest

Kreis- und Schulausschuss evaluieren IT-Konzept

Symbolfoto: Computertastatur, Füller und Geodreieck.
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Im jüngsten Schulausschuss wurde über die IT an Schulen gesprochen.

Landkreis – „IT ist an Schulen gefragt wie noch nie.“ Mit diesen Worten führte Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU) im Rahmen der gemeinsamen Sitzung des Kreis- und Schulausschusses in Anspielung auf die Corona-Krise in den Tagesordnungspunkt „IT-Konzept an Schulen“ ein. 

Auch Alfred Honisch (Grüne; Weilheim) konstatierte, dass die Pandemie eine Art „Stresstest“ für die Schul-IT sei. Doch wie sieht es in puncto „Informationstechnologie“ an den vom Landkreis in Sachaufwandsträgerschaft betreuten Schulen (unter anderem Gymnasien und Realschulen) konkret aus? Seit September 2019 verfügt der Landkreis über ein IT-Konzept, das mehrere Handlungsfelder umfasst (unter anderem Netzwerke oder IT-Sicherheit), die wiederum in Themenbereiche wie „Umsetzung“, „Zuständigkeiten“ und „Betriebsmodelle“ gegliedert sind. Landratsamtsmitarbeiterin Kathrin Horn führte im Ausschuss eine ganze Liste an bisherigen Aktivitäten bei der Umsetzung aus – darunter die Erstellung eines WLAN-Konzepts, der Abschluss von Rahmenverträgen für die Hardwareausrüstung und die Kooperation mit der TU München. Es sei „sinnvoll“, so resümierte Horn, die Handlungsfelder weiter zu bearbeiten und neue zu erschließen.

Hans Schütz (Grüne; Peiting) monierte im Ausschuss, dass viele Schulen noch nicht ans Glasfasernetz angeschlossen sind. „Das ist eigentlich ein Trauerspiel, das hätte schon längst geschehen müssen“, erklärte Schütz, der seine Kritik ausdrücklich nicht als Vorwurf an das Landratsamt verstanden wissen wollte: „Das ist ein Armutszeugnis für dieses Land.“ Horn berichtete, dass der Glasfaserausbau an den im Zuständigkeitsbereich des Landratsamts liegenden Schulen im Penzberger Raum bereits abgeschlossen sei, auch in Weilheim sei der Breitbandausbau erfolgt. Für die Realschule in Peißenberg sei erst kürzlich der Auftrag erteilt worden. Anders würde sich jedoch die Situation im Schongauer Raum darstellen. Dort gebe es für die Schulen noch keine Anschlüsse an die superschnelle Datenautobahn. Allerdings, so Horn, habe man nach erfolgten Ausschreibungen bereits für jede Schule einen Anbieter an der Hand. Nur bei der Berufsschule Schongau musste die Ausschreibung aufgehoben werden.

Der Freistaat macht sich derzeit einen schlanken Fuß, was die Kosten für IT-Systembetreuung anbelangt.

Mattias Brugger

Horn wurde zudem gefragt, wie denn die Schulen mit dem Thema „Homeschooling“ verfahren würden. „Nach Schulart unterschiedlich“, lautete die Antwort. Der Landkreis könne nur die technischen Mittel zur Verfügung stellen, für die pädagogische Ausrichtung seien die Schulen selbst zuständig: „Jede Schule muss selber wissen, wie sie mit der Pandemie umgeht.“

Auf der Agenda in der Ausschusssitzung stand des Weiteren der letztlich einhellig gefasste Beschluss zur Verlängerung des Erprobungszeitrahmens für das Betriebsmodell inklusive der IT-Betreuung von externen Firmen – und zwar um ein weiteres Jahr bis August 2022. Bei diesem „Mischmodell“ kümmert sich der Landkreis um die Beschaffung der Infrastruktur, Netzwerke und Medientechnik, während drei private Firmen für den Support und die technische Unterstützung sorgen. Jährlich kostet das den Landkreis 430 000 Euro. Staatliche Zuschüsse für die Systembetreuung gibt es keine. „Das Ganze ist nicht günstig“, räumte Matthias Brugger, der stellvertretende Kreiskämmerer zwar ein, aber die Fremdfirmen würden auch einen „großen Leistungsumfang“ abdecken.

Klaus Gast (CSU; Weilheim) bezeichnete dies als „richtigen Weg“: „Ein IT-Konzept ist mehr, als nur die Geräte hinzustellen.“ Es sollten keine Parallelstrukturen am Landratsamt aufgebaut werden: „Was von externer Seite möglich ist“, so Gast, „das soll die freie Wirtschaft machen.“ Karl-Heinz Grehl (Grüne; Weilheim) indes forderte, den Aufbau eines Kreisrechenzentrums weiterhin zu prüfen.

Von Bernhard Jepsen

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