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Kreisausschuss Weilheim-Schongau empfiehlt Nahverkehrsplan

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Von: Antonia Reindl

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Sitzungssaal Stühle und Wasser Detailaufnahme
Der Kreisausschuss stimmte geschlossen dafür, dem Kreistag zu empfehlen, den Nahverkehrsplan zu beschließen. © Symbolbild: Bildagentur PantherMedia / londondeposit

Landkreis – „Endlich“ sei man nun so weit, das Konzept beschließen zu können, „i gfrei mi wirklich“, meinte Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU). Bei diesem Konzept handelt es sich um den Nahverkehrsplan, den der Kreisausschuss und der Mobilitätsbeirat in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig verabschiedeten. Maßnahmen sind mit diesem Plan aber noch nicht beschlossen, für jede einzelne Maßnahme wird es künftig ein eigenes Votum geben.

Im Jahr 2019 hatte das Gremium die Neuerstellung eines Nahverkehrsplans für den Landkreis Weilheim-Schongau beschlossen. Es handelt sich bei diesem Plan um einen „formellen Rahmenplan“, erklärte Christian Kühn vom Verkehrsplanungsbüro plan:mobil. Der Verkehrsplaner erläuterte umfassend, was der Nahverkehrsplan eigentlich beinhaltet und den Ablauf des Verfahrens. So habe man etwa von 23 Institutionen Rückmeldungen erhalten – und damit rund 250 Anregungen und Hinweise. „Im Endeffekt“ seien es „Rückmeldungen mit geringem Anpassungsbedarf“ gewesen.

Landrätin Andrea Jochner-Weiß wies darauf hin, dass man lange an dem Plan gearbeitet habe. „Im Baurecht würde man sagen, wir haben jetzt einen Flächennutzungsplan“. Dass das Ganze keine leichte Aufgabe wird, daraus machte Jochner-Weiß keinen Hehl: „Ein dickes Brett, das wir die nächsten Jahre umsetzen wollen – zusammen.“ Nun habe man „ein Pfund in der Hand“, glaubte Wolfgang Taffertshofer (BfL). Jetzt müsse man auf die Tarife achten, diese etwa überschaubar gestalten. „Das ist ein ganz wichtiges Thema, definitiv“, entgegnete Kühn. Auch auf die Vereinheitlichung von Tarifen kam man kurz zu sprechen. Dabei sei aber „immer die Frage, wer die Suppe zahlt“, so Jochner-Weiß.

Markus Kunzendorf (ödp) wollte derweil wissen, ob man sich auch über Rufbusse oder Ruftaxis Gedanken gemacht habe. „Selbstverständlich“ habe man darüber nachgedacht, sagte Jochner-Weiß, zumal man sich in einem ländlichen, kleinstrukturierten Landkreis befinde. Unumgänglich schien es, das 9-Euro-Ticket auf den Tisch zu bringen. Die Gretchenfrage, so RVO-Niederlassungsleiter Ralf Kreutzer, sei, ob die Leute das Ticket auch nutzen, „wenn das quasi geschenkt wird“. Norbert Moy, Vorsitzender des Fahrgastverbands Pro Bahn, zeigte sich kritisch gestimmt, nicht nur mit Blick auf das Ticket, sondern auch auf das erarbeitete Papier: „fast alle Nahverkehrspläne“ würden in Regalen verschwinden. Da „hat sich der Landkreis die letzten Jahre viel gespart“, so Moy.

Dass „viele Dinge in Schubladen verschwinden“, will Jochner-Weiß nicht bestreiten. Ein anderes Schicksal aber soll den Nahverkehrsplan ereilen. Dieser werde für die nächsten Jahre der Rahmenplan sein, so die Landrätin. Es sei ein Trugschluss zu glauben, jetzt alles umsetzen zu können, befand Karl-Heinz Grehl (Grüne), der betonte, dass „viel zu wenig Geld“ in den ÖPNV investiert werde.

Man müsse viel investieren, dafür bekomme man eine hohe Taktung, sagte Stefan Korpan (CSU). Der Wunsch des Penzberger Bürgermeisters: mit den Nachbarlandkreisen zusammenzuarbeiten.

Wolfgang Scholz (CSU) wünschte sich eine „Priorisierung der größten Defizite“ und schien dabei vor allem den Westen im Blick zu haben. Es seien kreisweite Maßnahmen vorgesehen, betonte Kühn. Maßnahmen sollen dort erfolgen, wo ein Handeln notwendig sei, so der Verkehrsplaner. „Sehr viel wert“ sei der Plan, sagte Klaus Gast (CSU) und fand es „schade, dass man das wieder zerredet“.

Schließlich stimmte man geschlossen dafür, dem Kreistag zu empfehlen, den Nahverkehrsplan zu beschließen.

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