Verlässlicher Partner für die Jugend

Kreisjugendring Weilheim-Schongau feiert 75-Jähriges

Der Vorstand des KJR vor der Geschäftsstelle.
+
Beim KJR blickt man auf 75 Jahre zurück (v.li.): Geschäftsführer Herbert Haseitl, kommissarischer Vorsitzender Andreas Nebel, Verwaltungsangestellter Martin Lehner und Kassenleitung Barbara Mairandres.
  • Stephanie Novy
    vonStephanie Novy
    schließen

Landkreis – Das Jahr 1946 stellte den Anfang des Kreisjugendrings (KJR) Weilheim-Schongau da. Um die vergangenen 75 Jahre gebührend zu feiern, hat der KJR eine Social-Media-Kampagne auf die Beine gestellt.

„75 Jahre Kreisjugendring – Jugendarbeit früher und heute.“ Das ist der Titel der Social-Media-Kampagne. Was Interessierte dort erwartet? Zahlreiche Beiträge der Jugendverbände sowie regionaler und überregionaler FreundInnen der Jugendarbeit, Spannendes aus der Geschichte des Kreisjugendrings, ein neu aufgelegtes Quiz für junge Menschen, interessante Fun-Facts der Jugendarbeit und viele weitere bunte und interessante Inhalte aus 75 Jahren Arbeit für und mit jungen Menschen.

Zu sehen gibt es die Inhalte auf instagram.com/kjrwmsog, facebook.com/kjrwmsog und auf der Webseite des KJR.

Eine bewegte Geschichte

Die lange Geschichte des Kreisjugendrings (KJR) Weilheim-Schongau beginnt im Jahr 1946. Seitdem ist der KJR immer weiter gewachsen, hat unzählige Angebote für junge Menschen organisiert und dabei einiges für deren kulturelle und politische Bildung getan.

Manch einer wird sich vielleicht noch erinnern. Den Landkreis in seiner heutigen Form gibt es erst seit Anfang der 1970er-Jahre. Davor waren es zwei getrennte Landkreise. Somit ist es nicht verwunderlich, dass 1946 zwei Kreisjugendringe gegründet wurden: Weilheim und Schongau. 25 Jahre lang hatten diese Bestand.

Noch in den Kinderschuhen steckend, wuchsen die beiden KJR in den 40er- und 50er-Jahren langsam heran. Es wurden Satzungen geschrieben, Jugendleiterlehrgänge erstmalig angeboten und Jugendleitertreffen organisiert. 1950 veranstaltete der KJR Weilheim den ersten Kreisjugendskitag in Kooperation mit dem Alpenverein Peißenberg – und dieser sollte gleich zum vollen Erfolg werden: 150 Teilnehmer zählte die Veranstaltung damals.

1955 waren beim Weilheimer KJR elf Verbände mit 56 Gruppen und 4 204 Jugendlichen gemeldet. Beim Schongauer Pendant waren es derweil 46 Gruppen. Es gab zwar auch schon „organisierte“ Sport- und Trachtenvereine zu dieser Zeit, diese sind aber noch nicht als KJR-Mitglieder statistisch erfasst.

Ein kleines Highlight der späten 50er-Jahre: Nachdem der Kreisausschuss des Landkreises sich bereits positiv für die Errichtung eines Jugendheims auf dem Auerberg ausgesprochen hatte, wurde 1959 schließlich der Pachtvertrag mit der Familie Stechele unterschrieben.

Seit 75 Jahren setzt sich der Kreisjugendring Weilheim-Schongau für die Jugendarbeit ein. Vor Corona gab es noch jede Menge Angebote zu gemeinsamen Aktivitäten.

Die 60er- und 70er-Jahre gingen nicht weniger ereignisreich vorüber. Etliche Veranstaltungen wurden organisiert. Darunter das Kreisjugendsingen des Kreisjugendrings mit 35 Darbietungen (KJR SOG), ein Sommernachtsball am Gögerl (KJR WM) und eine gemeinsame Jugendbegegnungsfahrt nach Thonon/Evian am Genfer See.

Auch politisch zeigten sich die beiden Kreisjugendringe aktiv. 1964 errichtete das Jugendforum Weilheim am „Tag der Deutschen Einheit“ zur Mahnung an das unteilbare Deutschland an der Olympiastraße im Stadtbereich eine Mauer. 1968 kam der Vorschlag auf, mit den „Ostblockländern“ Kontakt aufzunehmen. Zudem gab es 1970 die Aktion „Mit 18 wählen“. Tatsächlich lag das damalige Wahlalter noch bei 21 Jahren.

Aus zwei mach eins

1972 ist quasi die Geburtsstunde des Landkreises Weilheim-Schongau in seiner heutigen Form. Da lag es natürlich nahe, auch die beiden Kreisjugendringe zusammenzuführen. Auch wenn dieser Prozess sicherlich einiges an Arbeit mit sich gebracht hat und sich bis ins Jahr 1975 hinzog, war das Engagement aller Beteiligten weiterhin ungebrochen. So wurden diverse Arbeitskreise zur Gründung von Jugendzentren auf die Beine gestellt. Dabei waren die Beteiligten sehr erfolgreich und von kurz über lang gab es in Peiting, Penzberg, Peißenberg, Weilheim und Schongau dann die entsprechenden Einrichtungen.

Zudem befanden sich die internationalen Kontakte auf einem Höhepunkt. 1976 fand die erste Jugendbegegnungsfahrt mit 41 Jugendlichen nach Meneac/Bretagne und eine Studien- und Begegnungsfahrt nach London mit 34 Teilnehmern statt. Insgesamt kam es in diesem Jahr zu sieben internationalen Begegnungen im Ausland (CSSR/Prag, Ungarn, Marseille, Meneac, London und Israel).

Seitdem reisen immer wieder junge Menschen ins Ausland, um sich kulturell und politisch zu bilden. Die Ziele waren dabei bisher unter anderem Südtirol, Ungarn, Ägypten oder auch Moskau.

Bei den Jugendfahrten wurden sicherlich unzählige Freundschaften geschlossen. Und manchmal sogar mehr: Mindestens zweimal haben Jugendliche die Liebe ihres Lebens gefunden: 1972 lernten sich zwei junge Menschen bei der ersten Studienfahrt nach Ungarn kennen und lieben. Später haben sie sogar geheiratet. 1974 schlug Amor erneut zu. Bei der ersten Jugendbegegnungsfahrt in die Bretagne traf ebenfalls ein zukünftiges Ehepaar aufeinander.

1977 zählte der „neue“ KJR etwa 160 Gruppen mit circa 18 300 Jugendlichen. Im selben Jahr startete erstmals das „Ferienprogramm für Daheimgebliebene“ und auch die Kinder-Winterfreizeit in den Weihnachtsferien wurde aus der Taufe gehoben. Das erste Ziel: Laßnitz in der Steiermark. Der Ferienpass – der sich bis heute gehalten hat – wurde erstmals 1984 verkauft. 150 Stück wurden damals unter die Leute gebracht. Mittlerweile liegt der Absatz des Ferienpasses im vierstelligen Bereich.

1996 stand das große Jubiläum an. Ein halbes Jahrhundert war seit der Gründung vergangen. Dafür wurden natürlich große Feierlichkeiten durchgeführt. Einen Festakt im großen Stil kann es beim diesjährigen Jubiläum zwar nicht geben. Aber ganz unter den Tisch fallen wird das 75-Jährige dennoch nicht. Der KJR hat eine große Social-Media-Kampagne organisiert.

Bilder, Videos und aktuelle Ereignisse aus Ihrer Heimat: Besuchen Sie den Kreisboten Weilheim-Schongau auch auf Facebook.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kommentare